Waschbär für Frauen

Waschbär für Frauen

Diskriminierung ist ein großes Themen. Manchmal fühlt Mann sich sogar diskriminiert. Zum Beispiel beim Umweltversand Waschbär.

Alte Bekanntschaft

In der Oberstufenzeit traf ich zum ersten Mal auf Waschbär. Den Katalog des Umweltversenders hatte ein damaliger Freund zu Hause rumliegen. Nicht zufällig natürlich. Es war die Zeit, wo wir uns von unseren Eltern unterscheiden wollten. Da gibt zu einem großen Teil über das Essen — wir waren irgendwie Bio und teilweise Vegetarier. Natürlich wollten wir auch bewusst einkaufen. Also nicht irgendwelches Shampoo, sondern eines, was nicht nur die Haare sondern auch das Gewissen sauber macht. Einkaufen im Bioladen gehörte dazu, aber eben nicht immer. Man muss sich ein gutes Gewissen eben auch leisten können.
Für uns war Waschbar damals eine der Alternativen zum klassischen Bioladen. Der Versender war in der Regel etwas günstiger und hatte vor allem ein erheblich größeres Angebot. Zumindest im Bereich Non-Food. So weit ich mich erinnern kann, gab es damals schon im Katalog wenig essbares. Dafür aber Öko-Sexspielzeug — ein anderes Thema.
Wir kaufen dort die Bienenwachskerzen (Veganer würden darüber heutzutage schreien), Zahnseide und Lavaerde. Letzteres ist ziemlich interessant, um sich damit die Haare zu waschen, veranstaltet aber unter der Dusche eine größere Sauerei im Vergleich zu meinem Lieblingsshampoo.

Waschbär
Huskyherz / Pixabay

Quotierter Waschbär

Vom Shampoo zum eigentlichen Thema. Bei Waschbär konnte man schon immer auch Sachen zum anziehen kaufen. Bio und bezahlbar. Zumindest Imker Vergleich zu einem anderen Ökotextilversender, mit dem ich auch so meine Erfahrungen gemacht habe. Auch wenn lange Zeit Spüllappen bei uns zu Hause das Einzige von Waschbär waren (neben dem Wäscheständer für die Badewanne), vergessen habe ich den Umweltversand nie. Im Internetzeitalter benötigt man im Prinzip keine Kataloge mehr, weswegen ich nach dem letzten Umzug meine Adresse nicht aktualisiert habe. Per E-Mail wurde ich dennoch über Angebot informiert. Und letzte Woche wollte ich dann tatsächlich etwas bestellen. Leider ist der Shop meiner Meinung nach eine Katastrophe. Ich finde ihn alles andere als übersichtlich. Dort durch die Kategorien zu blättern macht keinen Spaß.
Manchmal muss es eben doch Totholz sein. Also bestellte ich mir einen Katalog, der gestern kam. Wäre ich doch mal beim Onlineshop geblieben! Der Katalog ist für mich als Mann ziemlich frustrierend. Von 382 Seiten sind 145 Seiten nur für Frauen-Kleidung. Für uns Männer gibt es gerade mal zehn Seiten — teilweise mit etwas fragwürdigen Modeauswüchsen. Was will mir Waschbär damit sagen? Das wir eh immer nur das Gleiche anziehen? Das Männer weniger Öko-Textilien kaufen? Sehr eigenartig.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren