Destiny 2 angespielt

Destiny 2 angespielt

Wer Spiele wie Hallo gemocht hat, wird Destiny 2 lieben. Den direkten Vorgänger muss man nicht gespielt haben, um sich im dystopischen Shooter zurechtzufinden.

Von Frauen und Männer

Als diese Tage Battlefield V vorgestellt wurde, brach ein Sturm der Entrüstung über den Hersteller EA herein. Der hatte es tatsächlich gewagt, im neuen Teil weibliche Soldaten zu integrieren. Daran störten sich die nicht wenige männliche Spieler, weil es angeblich die Immersion stören würde. Unter dem Hashtag #NotMyBattlefield wurde ein realistischer Ansatz gefordert und nicht der Zwangsvollzug politischer Korrektheit.
Mich macht so was maßlos wütend, aus einer ganzen Reihe von Gründe. Als erstes mal sollten die betreffenden Männer man ganz tief die Luft anhalten. Ein Spiel ist ein Spiel. Zudem gab es bereits in Battlefield 1 weibliche Soldaten als russische Scharfschützinnen. Und ganz grundsätzlich bin ich persönlich der Meinung, dass mehr weibliche Figuren in Computerspielen längst überfällig sind. Bitte nicht übertrieben Projektionsflächen für Männerphantasien wie bei den früheren Tom Raider Teilen, sondern ganz normale Heldinnen.
In anderen Genres ist das längst üblich. So kann man in den allermeisten Rollenspielen das Geschlecht seiner Figur frei wählen (ok, Transgender etc. lassen wir mal beiseite). Es ist auch nicht unmännlich, als Mann eine weibliche Figur zu spielen. So was mach ich schon seit Giana Sisters, aber das nur am Rande. Gut finde ich, das EA dem Sturm stand hält und eine Haltung bewahrt. Im Übrigen würden mehr Shooter-Spielerinnen dem Genre insgesamt gut tun.

Jägerin in Destiny 2
Jägerin in Destiny 2

Sag Hallo zu Halo

Vom aktuellen Aufreger die Überleitung zu Destiny 2 zu finden, ist nur im ersten Moment etwas komisch. Den tatsächlich ist es so, dass ich in dem Shooter eine weibliche Figur spiele. Drei Klassen hat man zur Auswahl: Warlock, Titan und Jäger. Eine Jägerin, die mit ihrem Scharfschützengewehr aus der Distanz die Gegner ausschaltet oder im direkten Nahkampf ihre Klinge zückt, finde ich reizvoll. Geschwindigkeit kombiniert mit Präzision.
Aber der Reihe nach, ich bin gerade dabei das Pferd von hinten aufzuzäumen. Veröffentlich wurde Destiny 2 im vergangen Oktober. Entwickelt wurde das Spiel von Bungie, der Firma, die ursprüngliche Halo entwarf. Mit Halo verbinde ich eine Art Hassliebe. Die Story ist über die vier Teile zum Teil gut erzählt, die Soundkulisse grandios. Im Multiplayer habe ich häufiger (man verzeihe mir die Sprachwahl an dieser Stelle) das Kotzen bekommen. Dazu kommt dann, das Bungie Halo ursprünglich als Spiel exclusive für Mac herausbringen wollte. Das kam dann ja anders.
Wieder zurück zu Destiny 2 die Kritiken dazu im vergangene Herbst waren nicht überragend. Leider habe ich mich dann wie so oft von den Kritiken in die Irre führen lassen. Wie bei Brettspielen gib es auch bei Videospielen Hypes so wie Verrisse, die eigentlich ungerechtfertigt sind.

 

Suchtpotenzial von Destiny 2

Obwohl mich Destiny 2 grundsätzlich interessierte, strich ich das Spiel von meiner Liste. Und verlor es aus den Augen. Am vergangene Wochenende gab es mal wieder Gratisspieltage bei Xbox live. Man konnte zwei Tage lang Destiny 2 kostenlos spielen — und bei gefallen mit einem Rabatt von 45 Prozent kaufen. Kostet ja nichts, dachte ich und lud das Spiel herunter.
Von der ersten Minute an hat mich dann Destiny 2 gepackt. Mir gefällt die Story (kann man hier) genau so wie die Spielmechanik. Weitläufige Areal, in denen man der Geschichte nachgeht, Nebenaufgaben löst oder anderen Spielern hilft. Ja, hilft, denn im Kern ist Destiny 2 ein PvE, also Spieler gegen Umgebung. Man kennt sich nicht, hilft sich aber trotzdem. Dafür wird man immer wieder belohnt, denn genau wie bei Diablo und anderen Spielen dieser Art geht es um die Optimierung seiner Ausrüstung.
Immer wieder gibt es Überraschungsmomente, Scharmützel und größere Gefechte, die für einen konsequent hohen Adrenalin-Pegel sorgen. „Nur noch kurz da hin, dann mach ich aus.“ Ein Satz, der mindestens zwei weitere Stunde im Spiel einleitet. Es gibt auch die Möglichkeit gegen andere Spieler anzutreten, im so genannten Schmelztiegel. Habe ich auch gemacht mit meiner Jägerin, gefällt mir auch gut. Der Vorteil hier von Destiny 2 ist, dass man nicht das Spiel wechseln muss, wenn man Jagd auf Mitspieler machen möchte.

Erstes Fazit

Noch habe ich bisher nur Teile der europäischen Todeszone gesehen und einen ersten Ausflug zum Titan gemacht. Überzeugt hat mich Destiny 2 bereits jetzt. Seit gestern Abend habe ich auch ein Reittier — es steckt noch zu viel WoW in mir. Das Reittier ist ein Fahrzeug, welches Sparrow genannt wird und an die Speeder Bikes von Star Wars erinnert. Beschwört man den Sparrow, kann man damit die weitläufige Landschaft schneller erkunden. In 3rd-Person Perspektive rast man vorbei an Ruinen und überraschten Gegnern.
Für mich ist Destiny 2 eine gute Abwechslung zu Fallout 4. Das habe ich noch nicht zu Ende gespielt und auch nicht zu den Akten gelegt, brauche aber auf Grund einiger Fehler im Spiel eine Auszeit. Und wer braucht schon Quests, wenn er einfach Aliens über den Haufen schießen kann?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren