Big Tasty Koma

Big Tasty Koma

Den Big Tasty von Mac Donalds kann man essen. Muss man aber nicht. Zudem haben normalgewichtige Menschen mit ihm ein Koma-Problem.

Neulich bei Mc Donalds gegessen

Es geht mir ein Lied durch den Kopf aus ein Bühnenstück damals in der Oberstufe. Damals, als die Welt noch anders wirkte und Mc Donalds unverkennbar zu den Bösen gehörte — zumindest bildeten wir uns das ein.

Ich hab neulich bei Mc Donalds gegessen
Dort still und heimlich in der Ecke gesessen

Wer was auf sich hielt, schämte sich für einen Besuch bei Mc Donalds. Oder ging dort erst gar nicht essen. Wie dem auch, die Zeiten ändern sich. Der Systemgastronom aus den USA ist zwar immer noch der selbe, aber an Punkten des Lebens wird man kompromissbereiter. Nein, ich möchte meinen Besuch bei Mc Donalds weder rechtfertigen noch entschuldigen. Zwar habe ich gestern vorher darüber nachgedacht, aber am Ende siegte die Faulheit. Zudem liegt mein letzter Besuch über zwei Jahre zurück. So kam ich dann gestern in den Genuss eines Big Tasty. Aber warum war das überhaupt nötigt?

Big Tasty Symbolbild
RitaE / Pixabay

Das Leben ist Big Tasty

Es kommt selten vor, dass meine Frau und ich abends nicht kochen. Noch seltener ist es, dass einer von uns alleine an einer Abendveranstaltung freiwillig beziehungsweise unfreiwillig (Elternabend) teilnimmt. Alleine kochen ist genau so blöd wie alleine essen. Oder nur eine Ausrede, weil man zu faul ist und wichtige Dinge für den Abend geplant hat. Bei mir führte es nach einigem Überlegungen zu möglichen Alternativen gestern Abend zum Goldenen Bogen in Essen. Unschlagbares Bequemlichkeitsargument für mich. Man kann dort mit Karte bezahlen.
Eines der Aktionsmenüs bestand dann aus dem Big Tasty, eine 0,4 l Cola (light) und Pommes dazu. Ein dickes Rindfleisch Patty, dazu eine krosse Scheibe Bacon — das sind die Basis-Zutaten des Big Tasty. Die weiteren Zutaten kann man dann auf der Seite des Herstellers nachlesen. Genau so wie die Inhaltsangaben. Auf deren Basis lässt sich dann das Gewicht des Big Tasty ermitteln. Bei 350 g wird klar, woher das Ding seinen Namen hat.
Zusammen mit der Portion Pommes und der Cola muss ich mich dann nicht mehr darüber wundern, dass ich gestern in eine Art Food-Koma gefallen bin. So vollgestopft habe ich mich seit sehr langer Zeit nicht mehr gefühlt.

Günstig-Falle

Das bittere Problem an den Big Tasty ist sein Preis. Für das Menü habe ich gestern 7,99 bezahlt. Um übersatt zu werden, ist das kein schlechter Preis. Selber kochen mit frischen Zutaten ist zeitaufwendiger und definitiv teurer. Allerdings auch erheblich gesünder. Jedem Menschen mit einigermaßen Verstand im Kopf sollte klar sein, dass man nicht täglich bei Mc Donalds essen sollte. Stichwort einseitige Ernährung, zum Beispiel. Über die Bedingungen bei der Produktion und Zubereitung machen wir uns an dieser Stelle mal lieber keine Gedanken. Die sind nämlich garantiert alles andere als Big Tasty.
Interessant für mich war es gestern zu beobachten, wer bei Mc Donalds ist. Möchten man Vorurteile bestätigen, ist es zumindest der Stützpunkt im Essener Hauptbahnhof der falsche Ort. Klar findet man dort die Personengruppe, die ins eigene Raster passen. Aber auch Reisenden, Geschäftsleute, Büromenschen und ganz normale Leute. Vermutlich sind sie dort aus dem gleichen Grund wie ich. Man weiss genau, was man bekommt. Man erwartet nicht viel, wird aber auch nicht enttäuscht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren