Spielsieg durch Tie Breaker

Spielsieg durch Tie Breaker

Wer spielt, will auch gewinnen. Ein Sieg durch einen Tie Breaker fühlt sich bei Brettspielen jedoch nicht richtig an. Als Fast-Sieger fühlt man sich um den Spielspaß betrogen.

Vom Sport zum Spiel

Persönlich verbinde ich witzigerweise mit Tie Breaker genau wie Hunter & Cron Boris Becker — die beiden haben mich mit ihrem Video-Beitrag „Brettspiel Begriffe erklärt“ zu diesem Artikel heute inspiriert. An den Sieg von Becker damals in Wimbledon 1985 kann ich mich gut erinnern. Zusammen mit einem Freund zeltete ich auf dem Gutshof seines Vaters. Das Match von Becker sahen wir zusammen in der guten Stube. Das wüsste ich nicht mehr, wenn dieses Ereignis nicht mit meinen ersten Kochversuchen verbunden wäre. Ich verwechselte damals beim zelten das Frischwasser mit dem Spülwasser und bereitete mit letzterem die Tomatensuppe zu.
Das habe ich genau so überlebt wie zahlreiche Parteien Risiko und andere Spiele aus der Zeit, wo es keine Tie Breaker gab. Gewonnen hatte der, der als letzte noch auf dem Brett übrig geblieben war. Mir gefällt das nicht unbedingt, wenn man als Spieler vorzeitig ausscheidet und dann zum zusehen verdammt wird — oder gleich nach Hause fahren kann, wie das Mannschaften beim Sport häufiger passiert. Ein gutes Brettspiel muss bis zum Ende Spaß machen und sollte ein einprägsames Kriterium für die Ermittlung des Spielsiegs haben.

Tie Breaker
glcphoto / Pixabay

Spaßkiller Tie Breaker

Bei uns kommen mittlerweile nicht selten komplexe Spiele auf den Tisch. Man spielt über mehre Stunden, muss dabei eine ganze Menge im Auge behalten. Wenn ich Spiele selber erkläre, weiß ich in der Regel zuerst drauf hin, wie man sie gewinnt. Bisher habe ich aber noch nie explizit drauf hingewiesen, was im Fall eines Gleichstandes passiert. Ehrlich gesagt halte ich das persönlich auch nicht für wichtig. Am liebsten wäre mir nämlich, wenn bei Gleichständen mehrere Spieler gewinnen. Tier Breaker finde ich unnötig — genau wie Hunter auch. Wenn Spiele so was nötig haben, stimmt etwas mit der Mechanik nicht.
Als Spieler ist es auch leidlich, wenn man sich zusätzlich zu den normalen Siegbedigungen auf die Tie Breaker konzentrieren muss. Insbesondere dann, wenn es mehrfache gibt, um ja wirklich am Ende einen Tiger küren zu können. So was töten den Spielspaß am Ende ab. Extrem sogar, wenn sich Siegpunkte aus mehreren Kriterien berechnet werden. Unentschieden ist keine Schande, im Gegenteil. Es reizte, das Spiel noch mal zu spielen. Allerdings nur, wenn es nicht häufig zum Unentschieden kommt. Dann sind wir nämlich wieder beim Punkt Fehler in der Spielmechanik. Ich für meinen Teil finde es ärgerlich, wenn ich durch einen Tie Breaker am Ende verliere.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren