Kein neues Sofa bestellt

Kein neues Sofa bestellt

Eigentlich, um mal so anzufangen, ist die Überschrift nicht korrekt. Tatsächlich hatten meine Frau und ich nämlich ein neues Sofa bestellt. Allerdings hat sich das jetzt anders entwickelt.

Der Veteran

Unser IKEA Klippan Sofa aus rotem Echtleder ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Drei Umzüge hat es überstanden, die allerdings weniger Spuren hinterlassen haben als eine Unfall mit Fensterreiniger und die ganz normale Abnutzung. Tapfer ertragen hat uns das Sofa bisher, so viel steht fest. Seine Vorgänger waren dagegen richtige Waschlappen. Beziehungsweise eigentlich nicht, denn insbesondere der direkte Vorgänger, ebenfalls ein Klippan, hat mit dem Waschen so seine Probleme.
Aber der Reihe nach. Machen wir uns nicht vor, meine Frau und ich finden Schonbezüge oder Decken, damit nichts an das Sofa dran kommt, extrem spießig. So kommt es dann, das Schokolade, mal ein Tropfen Wein und andere Dinge auf der Oberfläche landen. Beim Klippan mit Stoffbezug muss dieser gewaschen werden. Selbst eine sehr schonende Wäsche führte jedoch zum Ausbleichen des Bezug. Nach dem wir damals mehre auf diese Weise durchgebracht hatten und der Spaß auch langsam teuer wurde, kauften wir das Klippan aus rotem Leder. Ein echter Hingucker.

Das Klippan Sofa
Das Klippan Sofa

 

Sofa zum verlieben

In den letzten Jahren stellten wir dann fest, dass es auf dem Sofa maximal einer bequem hat — zum lesen, faulenzen und gammeln. Zu zweit hat man zwar ausreichend Platz, muss jedoch anständig sitzen. Oder man lässt die eigenen Beine im Hausflur. Im Urlaub auf Borkum hatten wir dann in einer deutlicher kleineren Ferienwohnung den Luxus eines größeren Sofas. Wobei, so viel größer war es eigentlich nicht. Es hat aber einen Ottomane. Den Begriff kannte ich vorher noch nicht und würde bei freier Assoziation etwas ganz anderes damit verbinden. Jedenfalls, für zwei Personen echt klasse. Und so was würde auch in unser Wohnzimmer passen. Genau das war bisher auch immer der Punkt, warum unser altes Sofa nicht abgelöst worden ist.
Nach längerer Recherche im Internet wurden wird schließlich fündig. Wir wollten ein nicht zu teureres, kompaktes Sitzmöbel. Bei IKEA, woher 80 Prozent unserer Möbel stammen, sind wir nicht fündig geworden. Dafür dann bei home 24. Das Ecksofa Masion sah nicht nur auf den Fotos gut aus, sondern hatte auch gute Bewertungen aufzuweisen. Anfang November bestellten wir es dann. Wir bekamen am nächsten Werktag dann eine Meldung von der Spedition und vereinbarten mit ihr einen Liefertermin. Das Drama nahm seinen Lauf.

Sinn verbindlicher Termine

Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich persönlich sehr viel Wert auf die Einhaltung von Terminen lege. Freitags ist es generell für mich nicht das große Problem, für ein zu erwartende Lieferung zu Hause zu sein. Dennoch schätze ich es natürlich, in etwa zu wissen, wann geliefert wird. Der Logistiker Rhenus teilte uns gestern Abend per E—Mail daher auch ein Zeitfenster mit. Zwischen 7:50 und 9:50 Uhr sollte das neue Sofa kommen. Zudem wurde behauptet, wir würden vom Fahrer eine Stunde vor der tatsächlichen Ankunft angerufen werden. In der Theorie klingt das alles ganz gut. Ich war, wie schon seit der Bestellung, nervös.
Optimistisch schleppten wir Klippan zu zweit in den Keller, was bei dessen Gewicht eine kleine Leistung ist. Immerhin, wir stellten fest, dass unser Wohnzimmer nicht so klein ist. Nur sind wir beiden keine Innenarchitekten und stellen die Dinge wohl nicht optimal hin.
Die Nacht war kurz und endete um 6 Uhr. Während meine Frau in die Schule fuhr, begann meine Wartezeit. Um 10.40 Uhr hatte sich weder jemand gemeldet noch wurde das Sofa geliefert. Mir wurde das dann etwas zu bunt. Ich rief beim Logistiker an und hing dort erstmal in der Warteschleife. Als ich dann an der Reihe war, war die Zustellung bereits zwei Stunden überfällig.

Negative Erfahrungen

Was ich dann zu hören bekam, erstaunte mich. Die Lieferung würde heute gar nicht stattfinden, weil man gestern selber die Ware nicht bekommen habe. Komisch, dass man dann aber abends noch den Termin bestätigt und eingrenzt. Man wollte dann mit mir einen neunen Termin vereinbaren. Damit war ich allerdings nicht einverstanden. Zum einen, weil ich in der Wartezeit die Bewertungen von Rhenus Logistics bei Trustpilot gelesen hatte — ziemlich viele ähnlich negative Erfahrungen, teilweise haarsträubenden Geschichten darunter.
Zum anderen auch deshalb, weil meine Frau und ich in einer autofreien Siedlung wohnen. Damit der Logistiker heute hätte hereinfahren dürfen, habe ich bei der Stadt extra eine Ausnahmegenehmigung beantragt. So was kostet in Köln 28 Euro. Bei einer erneuten Lieferung müsste ich wieder eine beantragen und wieder 28 Euro bezahlen. Ob dann die Lieferung auch wirklich erfolgt, ist nicht garantiert. Bei home 24 steht inzwischen beim Sofa nicht mehr sofort lieferbar, wie noch zu Zeitpunkt unserer Bestellung, sondern 2 bis 3 Wochen.

Wie es weitergeht

Abgesehen davon müssen meine Frau und ich das mühsam in den Keller geschleppte Klippan heute wieder ins Wohnzimmer hochbringen. Bei einer erneuten Lieferung im nächsten Jahr wieder runter tragen und erneut hoffen, dass es das neue Sofa dann kommt. Nein, darauf habe ich in diesem Fall keine Lust. Bisher habe ich so ein Desaster auch noch bei keiner Lieferung erlebt. Aber irgendwie musste ich eine Vorahnung gehabt haben. Die Bestellung erfolgte nämlich entgegen sonst üblicher Praxis bei uns auf Rechnung. Es macht es jetzt deutlich einfacher, diese dann wieder zu stornieren. Von jeder weiteren Bestellung bei home 24 werden wir dann auch Abstand nehmen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren