Wein von Masca del Tacco

Wein von Masca del Tacco

Den meisten von uns fällt beim Stichwort italienischer Wein zuerst Chianti aus der Toskana ein. Insbesondere der aus der Jugend in größeren Flaschen und schlechter Qualität.

Wein aus Italien

Das Zweite, was einem als Weinliebhaber in den Kopf kommt, ist Barolo aus Norditalien. Und dann zuckt man erst mal ratlos mit den Schultern. Dabei hat Italien eine ganze Menge mehr Weine zu bieten.
Persönlich habe ich eine Vorliebe für autochthone Rebsorten — das fing bei mir mit dem Grünen Veltliner an. Von Österreich ist es nur ein kurzer Sprung rüber ins Nachbarland Italien. Ein bisschen Schuld hat hier auch Captain Cork mit seinem Faible für die autochthonen Rebsorten Italiens. Auf der Suche nach solchen stieß ich auf die Region Apulien. Das ist sozusagen der Absatz des italienischen Stiefels, unten im Süden. Umgeben vom Adriatischen Meer und dem Ionischen Meer klingt es nach einer spannenden Gegend für Weinbau. Eines der vielen Weingüter dort ist Masca del Tacco in der Gemeinde Erchie. Ein vergleichsweise junges Weingut aus dem Jahr 2010 — in Italien findet man auch Weingüter die ihren Ursprung im 13. Jahrhundert haben.

Apulien — Wein von Masca del Tacco
By Ra Boe (Own work) CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Besonderheit von Masca del Tacco

Für mich stach bei Masca del Tacco sofort eine Besonderheit hervor, auf die ich ja Jagd gemacht hatte. Eine autochthone Rebsorte namens Fiano. Es ist eine sehr alte süditalienische Rebsorte, die bereits von den Römern angebaut wurde. Genau diese Authentizität interessiert mich. Direkt beim Weingut bestellen kommt aus einer Reihe von Gründen nicht infrage. Daher musste ich dann noch ein Stück weiter suchen und einen Händler finden, der den Wein von Masca del Tacco im Angebot hat.
Es gibt eine Reihe von Kriterien, die ich verwende, um einen passenden Händler ausfindig zu machen. Wichtig ist mir zum Beispiel, dass er sich wie das ehemalige Weingeschäft hier in Nippes durch den Kontakt zu außergewöhnlichen Winzern und besonderen Weingütern auszeichnet. Fündig wurde ich dann bei Vineshop24. Zum einen, weil er meinen Kriterien entsprach, zum anderen, weil noch zwei weitere wichtige Punkte dazu kamen. Ich möchte immer ganz gerne sehen und wissen, wer mir Wein verkauft, denn letztendlich ist es auch eine Vertrauenssache. Ein Foto von Team ist da eine gute Grundlage. Ein Beleg für die Leidenschaft zum Thema ist für mich ein gepflegter Blog rund um das Thema Wein.

Die erste Bestellung

Im Rahmen meiner ersten Bestellung entschied ich mich zunächst für zwei Weine von Masca del Tacco. Unbedingt sollte es der Weißwein aus der Fiano Rebe sein, also führte kein Weg am Luetta Fiano vorbei. Da meine Frau, anders als ich, eher zur Rotweinfraktion gehört, kam noch der Primitivo di Manduria hinzu. Mitte letzte Woche bekamen wir dann die gut verpackte Lieferung und planten unsere Proben für das Wochenende ein. Unbedingt dazu gehört auch immer ein passendes Essen. Viele Weine kann man auch solo trinken, man verpasst aber etwas, wenn man sich das Zusammenspiel von Wein und Essen entgehen lässt.

Luetta Fiano

Vom Luetta Fiano hieß es, er würde sich auch gut als Aperitif eignen. Ansonsten sei er passend zu Fisch und Käsegerichten. Gerne ignoriere ich solche Vorschläge und experimentiere selber. Gut gekühlt probierten meine Frau und ich am Samstag zuerst den Luetta Fiano als Aperitif draußen auf dem Balkon bei angenehm sommerlichen Temperaturen.
Im Geruch des Weißweins spielt eine deutliche Anisnote mit. Sie erinnerte uns beiden ganz leicht an portugiesischen Fino — auch einer schöner Sommeraperitif.
Geschmacklich konnte der Luetta Fiano sofort überzeugen. Für mich steht ganz klar Birne im Vordergrund. Beim trinken hatte ich eine saftige, alte Birnensorte vor Augen. Fruchtig, ausgewogen mit einem angenehmen Abgang. Fiano ist kein Riesling (meine Lieblingsrebe) aber enorm spannend. Für laue Sommernächte definitiv ein neuer Favorit. Neben seiner Eignung als Aperitif passt der Luetta Fiano auch perfekt zu lauwarmen Spätzlesalat. Da ist zwar kein Käse drin, aber zumindest im unserem Rezept Apfelstücke, was die Fruchtigkeit des Fiano betont.

Primitivo di Manduria

Während ich mich beim Weißwein hinsichtlich der Beurteilung sicher fühle, benötige ich bei Rotweinen immer die Meinung meiner Frau. Aber gut, den Primitivo di Manduria hatte ich auch hauptsächlich für sie bestellt. Genau wie Fiano gilt die Primitivo als autochthone Rebsorte, was aber in diesem Fall nicht ganz zutrifft. Ihren Ursprung hat die Traube in Kroatien und ist dort unter dem Namen Crljenak Kaštelanski bekannt. Dem einen oder anderen ist sie auch schon mal im Supermarkt als kalifornische Zinfandel untergekommen. Bei Wein spielt das Terroir eine große Rolle, daher waren wir gespannt, was Apulien aus Primitivo machen würde.
Im Glas schimmert dann, laut meiner Frau, ein tiefes, dunkles Kirschrot. Für mich sah es eher nach Schwarzer Johannisbeere aus. Einig waren uns beim Geruch, die Zimtnote überwiegt hier.
Geschmacklich hat der Primitivo eine wahrnehmbare Vanille-Note. Hier kann der Wein seine Berührung mit einem Eichenfass nicht leugnen. Im Vordergrund stehen jedoch reifen Waldbeeren. Alleine für sich ist er leicht adstringierend. Wir kombinierten ihn mit einer kräftigen Minestrone satt dunklem Fleisch — wieder eine ignorierte Empfehlung. Die Suppe rundete den Primitivo elegant ab. Nicht unbedingt ein Sommerwein, aber mit Sicherheit ein Begleiter zum Weihnachtsessen.

Fazit

Die Bestellung hat sich in jedem Fall gelohnt. Es waren nicht die letzten Flaschen von Masca del Tacco, die den Weg in unser Weinregal finden werden. Wobei genau hier ein kleines Problem liegt. Die Flaschenform ist wirklich toll und ansprechen, das Gewicht der Flasche verleiht dem Wein einen Eindruck von Wertigkeit. Da es aber keine übliche Flaschenform ist — sie erinnert eher an Sektflaschen — passen die Flaschen nicht ins Regal. Vielleicht muss das aber auch so sein, denn eigentlich will Wein getrunken werden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren