Veganger Käse

Veganger Käse

Den abwertenden Ausspruch „das ist doch alles Käse“ kenne vermutlich die meisten. Ein Problem hierbei ist, dass so was nicht den EU-Richtlinien entspricht. Käse ist nicht gleich Käse und so was wie Veganger Käse hat keine Existenzberechtigung.

Nicht Fleisch, nicht Fisch

Unausgegorenen Mischung, die nichts halbes und nichts Ganzes sind, bezeichnet man häufiger auch als „nicht Fleisch, nichts Fisch“. So ein Vergleich im Zusammenhang mit Veganern ist selbstverständlich heikel. Veganer sind quasi die Kölner unter den Rheinländer, besitzen entsprechend ein sehr eingeschränktes Humorverständnis. Über sich selber lacht man schon mal gar nicht. Dafür erhebt man sich gerne über andere. Was dem Kölner die Düsseldorfer sind, sind dem Veganer all diejenige, die noch nicht das Licht der einzigen Wahrheit verinnerlicht haben. Aber was heisst überhaupt Veganer? Man verzichte auf sämtliche tierischen Produkte, unabhängig davon, ob ein Tier für die Herstellung leiden musste oder aber es quasi nebenbei abfällt wie die Wolle vom Schaf. Schließlich geht es ums Prinzip. Da Prinzipien heilig sind, müssen alle möglichen Produkte substituiert werden. Ein Umstand, den ich ehrlich gesagt befremdlich finde.

Kein Veganger Käse
Fotovektor / Pixabay

Veganger Käse ist geschmacklos

Dieses fragwürdige Produkt aus dem Chemiebaukasten, welches sich bis dato Veganger Käse nennen durfte, ist mir nicht unbekannt. In „Wenn Käse lügt“ machte ich mir schon mal so meine Gedanken dazu. Eigentlich kannte man ihn auch unter der Bezeichnung „Analog-Käse“ (ein Schimpfwort). Oder eben klassisch als Käseersatz. So wie Margarine ihre Karriere in Zeiten der Not als Butter-Ersatz begann. Was sie geschmacklich nicht besser macht. Mit der richtigen Marketing-Strategie kann man aus einem Öl-Wasser-Gemisch einen nützlichen Retter gegen den Herzinfarkt machen. Zum Glück kassiert die EU regelmäßig solche blödsinnigen Werbeversprechen, welche die Verbraucher in die Irre führen könnten. Aus ähnlichen Gründen wurde jetzt auch die Bezeichnung Veganger Käse kassiert.

Drin ist was drauf steht

Nach dem jüngsten Urteil des Europäische Gerichtshofs (EuGH) müssen Milchprodukte tatsächlich von Tieren stammen. Käse kann daher nur Käse sein, wenn der Rohstoff zur Herstellung von einem Tier stammt. Wenig charmant wird in diesem Zusammenhang auch von „Euter Sekret“ gesprochen. Daher ist Veganger Käse eben kein Käse mehr, sondern irgendwas anderes. Selbst wenn man eine modifizierte Bezeichnung wie etwas Soja Käse verwenden will, ist dies nach dem Urteil ausgeschlossen. Und das ist auch gut so. Rigoros müsste man eigentlich im gleichen Atemzug mit anderen Kuriositäten aufräumen. Eine Tofu-Wurst ist genau so Blödsinn wie alle anderen Produkte, die dem guten Gewissen dienen wollen aber Fleischprodukte imitieren.

Imitat als Kriterium

Für mich ist die Imitation ein Merkmal, über welches sich aufräumen ließe mit den Verwirrenden Bezeichnungen. So will natürlich Kokosmilch genau so wie Erdnussbutter kein tierisches Produkt imitieren. Ein Soja-Schnitzel schon. Wobei das Soja-Schnitzel einen Grenzfall darstellt. Einige fertig panierte SB-Schnitzel enthalten zum Teil auch nur noch Spuren von Fleisch. Der Hauptanteil, die Panade, wäre auch für Veganer geeignet. Unabhängig von Gerichtsurteilen und Inhaltsstoffen gibt es für mich einen simplen Grund, warum für mich Veganger Käse unehrlich ist. Ich halte es für den falschen Weg, für Selbstbetrug. Entweder bin ich Vegetarier oder Veganer und stelle meine Ernährung komplett um, oder ich lasse es sein, weil mir der Verzicht schwer fällt. Das sage ich nicht einfach so, sondern aus Erfahrung. Es gibt mehr als genügend schmackhafter pflanzlicher Aufstriche. Da braucht man keine Imitate.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren