Endlich 50

Endlich 50

Wehe jemand kommt auf die Idee, die Überschrift auf mein Alter zu beziehen. Die hat damit gar nichts zu tun. Außerdem ist es noch vier Jahre hin und hätte sich bereits am Monatsanfang ereignet.

Nein, mit die Überschrift bezieht sich auf etwas anderes. Wie die Eine oder der Andere vielleicht mitbekommen hat, gibt es verstärkt hier im Blog Eindrücke und Berichte zu Brettspielen. Ein paar von ihnen will ich in diesem Jahr häufiger auf den Tisch bringen, auch deshalb, um etwas von der Breite in die Tiefe zu gehen.

Mit anderen Worten: ich werde ein klein wenig ehrgeizig und will häufiger als Sieger aus einer Partei hervorgehen. Auf Spiele bezogen hatte ich so was zum letzten Mal so richtig bei Go. Von Go weiß ich auch, dass viel Übung notwendig ist. Bei „Agricola“ bedeutet das, sich möglichst oft auf dem Bauernhof herumzutreiben. Nach dem ich in den vergangenen Tagen gut 1.000 Karten gesleevt habe (für Nichtspieler: Sleeves sind Schutzhüllen für Karten, damit diese sich nicht abnutzen bei intensiven Gebrauch), sah ich gestern Abend die perfekte Gelegenheit, eine neue Partei zu wagen.

So sehen 50 Punkte aus

Randnotiz: Wir haben das Basisspiel Agricola, die Moorbauern, das Belgien-Deck, das Ö-Deck, das CZ-Deck, das WM-Deck, das Niederlande-Deck und natürlich auch das Bielefeld-Deck. Zudem noch das Korrektur-Deck und das Upgrade-Deck für die 2016er Version.

Beim sleeven sind mir ein paar Unterschiede aufgefallen. So gibt es zum Beispiel in der 2016er Version nur noch A und B Karten. In den Regeln habe ich keinen Hinweis darauf gefunden, was A von B unterscheidet. Im Vergleich zur alten Fassung sind es auch weniger Karten für die „Kleine Anschaffungen“ und „Ausbildungen“. Das soll übersichtlicher und einfacher sein. Mir persönlich hat die alte Einteilung in „E-“ (wie Einsteiger), das „K-“ (wie Komplex) und das „I-“ (wie Interaktiv) besser gefallen. Damit konnte man auch den Fokus einer Partei Agricola bestimmen oder einfach mit E,K und I zusammen spielen.

Die Karten bei Agricola sind nicht nur das Salz in der Suppe, sondern sie beeinflussen auch, welche Strategie man sich für die jeweilige Partie zurecht legt. Gestern Abend, mit dem E-Deck hatte ich beim Draften eine Portion Glück und auch ein gutes Händchen und erwischte Karten, die sich ziemlich gut kombinieren lassen:

Ausbildungen
  • Restaurator
  • Pflugmacher
  • Saisonarbeiter
  • Maurer
  • Plughalter
  • Krämer
  • Lehmmischer
Kleine Anschaffungen
  • Steinklaue
  • Steinbruch
  • Lehmdach
  • Korb
  • Angel
  • Keramik
  • Hobel

Fett hervorgehoben sind die Karten, die ich dann zum Einsatz brachte. Für mich war die Schlüsselkart der „Saisonarbeiter“. Auf dem Feld Tagelöhner erhält man zusätzlich ein Getreide und ab der 6. Runde statt dessen ein Gemüse. Man bekommt als mit jeder Aktion „Tagelöhner“ nicht nur die zwei Nährstoffe, sondern ebenfalls ein Getreide oder ein Gemüse — was normalerweise eine separate Aktion ist. Über die Steinklaue bekam ich dann mit der Tagelöhner-Aktion zusätzlich noch einen Stein und durch den Steinbruch weitere drei.

Durch den Pflugmacher konnte ich ein zusätzliches Ackerfeld pflügen, der Restaurator ließ mich gleich von Holzhütten zum Steinhaus springen und durch den Maurer bekam ich dann mit vier Räumen im Steinhaus den fünften gratis dazu.

Auf Holz, bei Agricola sonst ein Schlüsselrohstoff, war ich nicht so wie sonst angewiesen.

In Runde sieben hatte ich die Feuerstelle zur Kochstelle umgewandelt und in der letzten Runde auch noch den Brunnen als große Anschaffung erworben. Insgesamt kam ich damit dann auf sagenhafte 50 Punkte! Mein neuer persönlicher Rekord. Bezogen auf die hervorragende iOS-App wäre das allerdings erst der Einstieg. Für die Solo-Variante benötigt man schon im ersten „Level“ 50 Punkte, wobei man auch noch für jedes Familienmitglied drei statt zwei Nährstoffe aufbringen muss. Das hätte ich gestern Abend in der Partei wohl nicht geschafft.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren