Wenn die Cloud klaut

Wenn die Cloud klaut

Das Wetter gestern lockte mit umwerfenden Sonnenschein — für mich ein Grund, früh aufzustehen und endlich meine Wanderbeine wieder in Schwung zu bringen. Unterwegs von Dormagen bis Kapellen auf dem X3 Rhein-Netteseen-Weg. Zusammen gekommen sind dabei gut 30,4 Kilometer. Laut Planung sollten es weniger sein, aber beim Essen beschwere ich mich schließlich auch nicht, wenn es mal etwas mehr ist.

Für mich war es die Gelegenheit, neue Ausrüstung in Form des Garmin eTrex touch 25 zu testen. Zum ersten Mal mit der Routingfunktion unterwegs, mit Ersatzbatterien und vielen Fragen. Es verlief erstaunlich gut. Da die Displayhelligkeit dummerweise auf Maximum stand, musste ich nach zwei Drittel der Strecke die Batterien wechseln. Etwas mulmig war mir dabei zu mute, denn ich hatte keine Ahnung, was mit der aktiven Route passieren würde. Gerät ausgeschaltet, Batterien getauscht, wieder eingeschaltet und es ging tatsächlich nahtlos weiter. Zu Hause stellte ich dann fest, dass es selbst in der Trackaufzeichnung keine Unterbrechung gegeben hatte. Das Handling mit der Rucksackhalterung fand ich auch gelungen, so dass ich insgesamt an der Stelle eine absolute Kaufempfehlung aussprechen kann.

Unsplash / Pixabay

Die Strecke selber ist ohne Steigung, ideal zum Training und auch abwechslungsreich genug, um sie erneut zu begehen. Dann aber mit Abstechern zu den Sehenswürdigkeiten am Rande. Um die ging es mir bei diesem ersten größeren Ausflug im neuen Jahr aber in erster Linie nicht, auch wenn sich dadurch ein paar Motive mehr ergeben hätten. So waren es am Ende „nur“ 133 RAW-Fotos, die sich in Lightroom wiederfanden. Hier stellte ich dann leider fest, dass die Uhr der Kamera noch auf Sommerzeit stand. Ziemlich blöd, wenn man die Fotos mit einem GPX-Track abgleichen will.

Wobei das wirklich lösbare Probleme sind. Deutlich anders gelagert ist die Sache mit der iCloud und den sich darin befindlichen Fotos. Bisher schwankte ich immer in Bezug auf Überlegungen, meine gesamten Fotos von Apples „Fotos“ komplett zu Lightroom zum migrieren. Alles nur noch lokal, nur ausgewählte Fotos auf den iOS-Geräten verfügbar — klingt für mich erstmal wie ein Rückschritt. Nun ja, es gibt jetzt einen Grund mehr, genau das trotzdem zu machen. Via apfelpage.de stieß ich auf einen Test der Stiftung Warentest. Es geht darin um eine Untersuchung der unterschiedlichen Cloud-Dienste. Apples Wolke schnitt darin nicht so wirklich gut ab, denn das Unternehmen aus Cupertion kann keine Datenverluste garantieren:

Die iCloud-Fotomediathek speichert all Ihre originalen Fotos und Videos in iCloud. Dennoch empfehlen wir Ihnen, stets Sicherheitskopien Ihrer Mediathek aufzubewahren. Sie können Ihre Fotos und Videos aus iCloud auf Ihren Computer laden und sie als separate Mediathek speichern, sie mit „Digitale Bilder“ oder „Fotos“ auf Ihren Computer übertragen oder sie auf einem separaten Laufwerk sichern.
Quelle: Apple

Im Klartext heisst das, dass Fotos möglicherweise gelöscht werden können. Technisch betrachtet löse ich beim entfernen eines Fotos unter iOS über die Cloud einen Löschimpuls aus, der sich dann auch auf meine Mediathek auf dem stationären Mac auswirkt. So was könnte auch passieren, ohne das ich selber das Löschen anstoße. Die Backup-Empfehlung ist im Übrigen schwachsinnig. Denn wenn ich nach zwei Wochen nicht merke, dass mir ein Bild aus dem Jahr 2013 fehlt, ist das Backup überschrieben — zumindest bei mir, denn ich habe keine 10 Terabyte Speicher mit Heliumfüllung im Keller.

Von allen getesteten Cloud-Diensten schneidet flickr am besten ab — Gratisspeicher von 1 Terabyte und viele zusätzliche Funktion. Um sich die Menge an Speicher bei Apple leisten zu können, muss man lange für stricken. Den gesamte Aspekt Datenschutz, wenn man Bilder in die Cloud wirft, habe ich zudem noch gar nicht angerissen.

Für mich jedenfalls ist die Entscheidung gefallen. Lieber wieder lokal Fotos lagern und endlich mal die Anschaffung einer Diskstation von Synology in Angriff nehmen.

2 Replies to “Wenn die Cloud klaut”

  1. Lightroom und Flickr ist genau mein Modell. Mir ist grade bei Fotos ein Backup wichtig, dass ich auch nach einem Brand noch habe. Da viele Menschen auf den Fotos sind, ist alles privat gestellt. Durch meinen Hang zu echt kleinlichem Tagging, kann ich unterwegs über die ganz guten Apps jederzeit immer genau die Fotos finden, die ich grade brauche/zeigen möchte.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren