Eine Art 1. Advent

Eine Art 1. Advent

Wäre meine To-Do Liste so was wie ein Adventskalender, hätte ich bereits Mitte November damit beginnen können, das erste Türchen zu öffnen. Im Gegensatz zu einem klassischen Adventskalender wächst eine To-Do Liste in der Regel hinten weiter Nacht. Man kennt das Prinzip von einer Hydra. Einen Kopf abschlagen, schon kommen zwei neue. Heilig Abend wäre so auf ewig unerreichbar. Das wäre mitunter zwar wegen der vielen nicht gekauft Geschenke deutlich günstiger, allerdings entgingen einem dadurch auch die Freude, wenn es denn endlich so weit ist.

Heute jedenfalls ist der 1. Advent, morgen öffnet sich bei uns das erste Türchen — zum allerersten Mal von einem nicht mit Schokolade gefüllten Kalender, denn wir haben uns dieses Jahr für einen Poetry-Slam Kalender entschieden. Mal sehen, wie das so ist. Während einige vielleicht den heutigen Tag etwas beschaulicher angegangen sind, begann unserer mit aufstehen um 8 Uhr. Es gab zu viel zu erledigen, als das ausschlafen in Frage gekommen wäre. Eigentlich hatte ich mir bereits für den Samstag einiges vorgenommen, aber wenn innerhalb von zwei Wochen der Drucker, der Router und auch noch der Wasserkocher ihren Geist aufgeben, muss das alles neu angeschafft und im Falle des Routers auch noch konfiguriert werden — was erheblich schwerer war als angenommen.

Da bei der Telekom alles auf IP-Anschlüsse umgestellt wird, vertreibt man dort auch nur noch Router, die keinen ISDN-Anschluss mehr haben. Somit musste bei uns auch noch ein neues Telefon gekauft und ebenfalls richtig eingestellt werden. Zum Glück haben wir bereits alles Geschenke gekauft — die Versuchung war gestern groß, auf weitere Anschaffungen in diesem Jahr zu verzichten.

Trotz des vollen Programms heute, Wohnung sauber machen eingeschlossen, habe ich den Tag genutzt um die erste Ladung Plätzchen zu backen. Zwei Dosen sind gefüllt. Für die nächsten Bleche muss erstmal Platz geschaffen werden. Entweder durch verschenken oder selber essen.

Essen ist das richtige Stichwort. Dadurch, dass es jetzt endlich mal richtig kalt draussen ist, schmeckt der heute gekochte Grünkohl besonders gut. Heizt schließlich auch ordentlich ein. Von den vielen Punkten, die ich als erledigt abhaken konnte, gab es auch einen, bei denen es richtig zur Qual wurde. Ich hätte lieber das Klo zweimal geputzt als die letzten Texte aus einer Kurzkrimi-Sammlung zu lesen. Keine Ahnung, warum ich mir so was immer noch antue. Schob beim Kauf hätte ich wissen müssen, das Orte wie Ahrenshoop allenfalls in homöopathischer Dosis vorkommen. Geschichten, die Lustlos geschrieben wirkten, gekrönt von einem Text, der einfach nur eine Idee anreizt. Schade um das Papier. Rezensieren werde ich das Buch nicht, denn ein Verriss ist derzeit unmöglich — es dient derzeit dazu, ein wackeliges Regal zu stabilisieren, ist also doch zu etwas zu gebrauchen.

Ohne Unfall habe ich es zudem geschafft, ein Bild aufzuhängen. Unwahrscheinlich wäre ein blauer Daumen nicht gewesen, denn als Platz für das Bild hatte ich mir ausgerechnet die einzige wohl tragende Wand ausgesucht. Es gibt Gründe, warum ich um bohren und hämmern sonst einen großen Bogen mache. In das Loch habe ich, nach dem der Nagel definitiv nicht weiter wollte, schließlich eine kleine Schraube rein gedreht. Hält auch. Und wenn nicht, bin ich es zumindest Schuld, wenn Deutschland fällt — das Bild ist eine Karte unseres Landes.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren