Gabriel trägt Fracking

Gabriel trägt Fracking

Anfang Juni wurden im Landtag von Nordrhein-Westfalen einstimmig die Pläne der Niederlande abgelehnt, in der Grenzregion Erdgas durch die umstritten Fracking–Technologie zu gewinnen. Einstimmig bedeutet, dass die Ablehnung quer durch alle Parteien ging. Von dieser Art der Gas-Förderung geht ein hohes Risiko insbesondere für das Trinkwasser aus. Noch unklar ist zudem, welche weiteren Folgeschäden durch Fracking entstehen können. Für mich war es daher recht einfach, meine Position gegenüber dieser Technologie zu finden. Ich lehne sie auf Grund der damit verbunden Gefahren ab. Hinzu kommt noch, dass diese Art der Energie-Gewinnung, denn genau dafür wird das Gas letzten Ende benötigt, alles andere als Nachhaltig ist. Durch Fracking soll der letzte Rest an vorhandenen Ressourcen aus dem Boden quetscht werden.

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Nur durch den Kommentar von Sven gestern hier im Blog bin ich auf etwas aufmerksam gemacht worden, was ich bis dahin überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Entweder ist es mir tatsächlich komplett durchgerutscht oder aber die Berichterstattung dazu war zu versteckt.

Sigmar Gabriel will im Eiltempo eine gesetzliche Regelung zur Erdgasförderung durch Fracking durchsetzen

In der SPD ist Fracking durchaus umstritten, was sich auch an der ablehnenden Haltung der Genossen im Landtag von NRW zeigte. Das hier im „Schatten der Fußball-WM“ Entscheidungen getroffen werden sollen, die erhebliche Konsequenzen auch für kommende Generationen haben werden, ist schlichtweg ein Skandal — auch wenn es mittlerweile als sehr unwahrscheinlich gilt, dass das Thema vor der Sommerpause auf den Kabinettstisch kommt. Es spielt keine Rolle, welche möglichen Auflagen für das Fracking gelten sollen. Noch in der Opposition hat die SPD das Fracking aus guten Gründen abgelehnt. Diese Position gilt anscheinend nicht mehr, so dass sich Sigmar Gabriel über die Bedenken seiner eigenen Genossen hinwegsetzt. Damit scheint er leider nicht der Einzige zu sein. So konnte man von Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit noch im März folgendes lesen:

Fracking wird es auf absehbare Zeit in Deutschland nicht geben. Die Forderungen des Koalitionsvertrags nach einer nicht wassergefährdenden Lösung sind schlichtweg nicht gegeben. Alle Versprechen einer solchen Lösung sind nachweisbar gebrochen worden.
Quelle: Pressemitteilung / SPD-Bundesfraktion

Zu den aktuellen Vorgängen im Bundeswirtschaftsministerium heisst es dagegen lediglich:

Alle Gerüchte, dass beim Fracking noch vor der Sommerpause irgendwelche Entscheidungen getroffen werden sollen, entbehren jeglicher Grundlage. Es gilt weiter Gründlichkeit vor Schnelligkeit und die Notwendigkeit einer intensive Diskussion. Schnellschüsse wird es nicht geben
Quelle: Homepage Frank Schwabe

Sowohl ein Dementi als auch eine weiterhin klare ablehnende Haltung sehen anders aus.

Für die Pläne von Sigmar Gabriel kann es nur eine Reaktion geben — ihm ganz deutlich die Rote Karte zeigen! Auf campact.de gibt es einen Appell gegen das Fracking — Unterstützer werden dort noch benötigt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren