Akute Geekphase

Zwischen alle Schreibpläne platzt bei mir, wenn auch nur sporadisch, der Geekvirus. Man muss sich das so vorstellen wie (Lippen-)Herpes. Selbst wenn die akuten Symptome verschwunden sind, steckt der Erreger noch im Körper. Unterschiedliche Ereignisse wie Stress und Ekel führen dann zu einem Ausbruch. Zumindest bei Herpes. Beim Geek-sein ist das ähnlich.

Beim mir kommt der Geek immer dann zum Vorschein, wenn ich mich für neue Dinge begeistern. Wenn mich bestehende Abläufe ärgern oder ganz bestimmte Tools fehlen. Eine ganz besonders heftige Phase hatte ich vor langer Zeit in Bezug auf Bildergalerien mit WordPress. Zum Glück heilt so was recht gut aus.

Derzeit drehen sich zwar gefühlte 80 Prozent in meinem Kopf um das Thema Krimi schreiben, was aber kein Schutz vor Ausbrüchen darstellt. Vielleicht liegt es gerade auch an meiner Beschäftigung mit dem Schreiben, dass bei mir der Geek wieder die Oberhand gewinnt (gab es nicht auch den Film ‚Dr. Jekyll and Mr. Geek‘?) .

Zwischendurch gibt es immer mal wieder etwas, was ich kurz notieren will, aber nicht für die Ewigkeit gedacht ist. Daher wäre zum Beispiel Evernote der falsche Platz dafür. Meist passiert es, wenn ich im Büro mit Kunden telefoniere und mal kurz etwas aufschreiben muss. Dafür hat man früher diese gelben (oder andersfarbigen) Haftnotizen verwendet. Kann man immer noch machen. Stört aber bei mir mein Büro-Feng-Shui.

Wenn man sich auf die Suche nach einem Tool macht, welches den eigenen Bedürfnissen entspricht, kann man viel Zeit verschwenden. Natürlich gibt es auch ein paar wirklich schicke Browser-Extensions, mit denen man sich zufrieden geben könnte. Otto-Normal wäre wohl auch zufrieden. Ein Geek eher nicht. Das ist beim mir auch ein Stück weit bedingt durch meinen Brot-und-Butter-Beruf in einer Internetagentur.

notepad_wildbits

In einer ruhigen Stunde habe ich mir daher einen Brwoser-Notizblatt gebastelt. Zumindest in auf Webkit basierenden Browsern lässt sich damit wirklich mal eben etwas aufschreiben. Eine einfach HTML-Seite, die durch contenteditable="true" editierbar ist. Über die Möglichkeiten, per Javascript den lokalen Speicher des Browsers anzusprechen, wird das Geschriebene sogar gespeichert und überlebt damit ein Neuladen der Seite. Das Ganze ist sicher nicht perfekt und vor allem ausbaufähig, reicht aber erstmal für meine Zwecke aus.

Zu finden ist der Notizblock unter notepad.wildbits.de. In einem festgehefteten Tab bleibt mein Browserfenster damit ständig für den Fall der Fälle auf.

Damit könnte ich mich zufrieden zurück lehnen, wenn mich nicht noch eine Schlange gebissen hätte. Für das Bist gibt es ein gute iOS App namens Pythonista (universal). Jetzt muss ich nur noch ein Upgrade installieren, da mein Tag derzeit immer noch nur 24 Stunden hat.

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