Röttgens Ende

Drei Tage. Drei Tage hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gebraucht, um auch noch dieses Amt hinzuschmeißen. Nach dem Wahldebakel am Sonntag, bei dem es der CDU und besonders ihm gelungen war, die Partei in dem Bundesland auf das bisher schlechteste Ergebnis zu bringen, war es wohl ein überfälliger Schritt.

Zuletzt hatte er nichtmal mehr in seiner eigenen Partei genügend Freunde, die ihm den Rücken hätten stärken können. Man kann ihn vielleicht sogar etwas bedauern. Erst zerstob am Sonntag seine Hoffnung, sofern er die noch hatte, Ministerpräsident zu werden. Dann nahm er zurecht jegliche Verantwortung auf sich und trat als Vorsitzender der CDU zurück.

Spulen wir noch mal die Zeit etwas zurück. Röttgen vermied es im gesamten Wahlkampf, sich festzulegen. Hielt sich beide Optionen offen. Bei einem Wahlsieg der CDU als Spitzenkandidat Ministerpräsident werden und im negativen Fall einfach wieder zurück nach Berlin, zu seinem Amt als Bundesumweltminister. Das hätte bei einer respektablen Niederlage vielleicht funktionieren können. Bei einem Wahlergebnis, welches den historischen Tiefpunkt der CDU in NRW markiert, jedoch nicht.

Am Montag war Röttgen nicht nur angeschlagen, sondern angezählt. Wenn man dann noch Parteifreunde wie Horst Seehofer hat, braucht keine Feinde mehr. Öffentlich zog Seehofer über Röttgen her. Nach einer Sendung im ZDF nahm er kein Blatt vor den Mund und gab mit dem Ausspruch

Sie können das alles senden.

dem ZDF die Erlaubnis, die Munition gegen Röttgen auch einzusetzen – wer davon profitierte, dürfte klar sein.

Da in Groleben nur Atommüll gelagerte wird, muss sich die CDU anderweitig umsehen. Den für eine Abwrackprämie ist Röttgen noch zu jung.

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