Die Hochzeit eines Freundes

Der Titel enthält eine Lüge. Tatsächlich war es kein Freund von mir, der geheiratet hat. Genauer gesagt, habe ich ihn genauso wie der größte Teil der deutschen Bevölkerung, nicht mal gekannt, diesen Herren, der am Wochenende in Potsdam geheiratet hat.

Mir ist es daher ein Rätsel, warum die Süddeutsche Zeitung eine halbe Seite über diese Hochzeit berichtet, und das auch noch in einer Art und Weise, die ich eher der Regenbogenpresse zugetraut hätte. Versuchen wir es mal anders zu sagen. Ich persönlich interessiere mich nicht für Fußball, halte es aber für legitim, wenn über die Hochzeit eines deutschen Fußballers berichtet wird. Nicht nur, weil es genügen Fans gibt, sondern auch, weil ein Fußballer jemand ist, der etwas eigenständig geleistet hat. Man wird nicht allein auf Grund seiner Geburt Spieler in der Nationalmannschaft oder beim 1. FC Köln.

Das ich mit Adelstitel nichts, aber auch wirklich nichts anfangen kann, daraus mache ich kein Geheimnis. Der Herr, der Georg Friedrich Prinz von Preußen gennant wird, hat vermutlich in seinem leben nichts geleistet, was eine solche Berichterstattung rechtfertigen würde. Er trägt nur eine Adelstitel. Man möge mir es nachsehen, aber ich halt es für unangemessen für eine Demokratie, wenn um solche Titel noch so ein Trara gemacht wird. Meiern Meinung nach müssten die Titel abgeschafft werden. Sie haben keine Berechtigung mehr – und wenn man es ganz genau nimmt, hatten sie die auch nie gehabt.

Das aber ist nur eine Meinung, mehr nicht. Auf einem ganz anderen Blatt steht jedoch, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender live von der Trauung berichtet hat. Das ist eine unzumutbare Verschwendung von Steuergeldern und GEZ-Gebühren. Es gibt kaum Punkten, an denen ich mit der sogenannten „Linkspartei“ in meinen Ansichten übereinstimmen, aber in Bezug auf den „Adelskult“, die sie in der Veranstaltung sehen, muss ich ihnen recht geben.

Vielleicht sollte man das ganze etwas gelassener hinnehmen. Hätte ich vermutlich auch getan, wenn ich nur den Artikel darüber im Kölner Stadt-Anzeiger gelesen hätte. Der war ok. Ein knapper Bericht. Aber diese Art der Hofberichterstattung in der Süddeutsche Zeitung – ich verstehe es einfach nicht.

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