Gefälligkeitsinterviews

Nach dem das SZ-Magazin vom letzten Freitag mal wieder länger Zeit unbeachtet im Zeitungsständer verbracht hatte, habe ich es mir heute vorgenommen. Neben einem sehr guten Artikel zum Thema „Anschlag auf das World Trade Center“ (es sind jetzt 10 Jahre her), gab es auch ein Interview.

Nichts besonders eigentlich, denn in der SZ sind häufiger Interviews. Bei diesem hier allerdings habe ich mich ernsthaft gefragt, wozu es geführt wurde. Um Tommy Jaud einen Gefallen zu tun, weil der Film zum Buch „Resturlaub“ jetzt in die Kinos kommt? Keine Ahnung. Jaud ist nicht nur weit davon entfernt, „den Humor der Deutschen zu definieren“, sondern auch davon, lustig zu sein. Sein Bestseller „Hummeldumm“ fand ich nicht witzig, sondern einfach nur peinlich. Für mich ist das ein Buch für Leute, die eigentlich keine Bücher lesen. Alle anderen werden sich vermutlich den Urteil von Denis Scheck anschließen:

Diese im nervtötenden Comedysound erzählte Geschichte über eine deutsche Urlaubergruppe in Namibia ist von der ersten Seite an unerträglich.

Genauso so ist es. Das die beiden Journalisten der SZ Jaud auch noch nach Tipps für angehende Schriftsteller gefragt haben, lässt schlimmes befürchten. Welche Antworten Jaud gegeben hat, blieb mir aber verschlossen, da einem sich solchen Weisheiten nur dann offenbaren, wenn man die iPad-App des Magazins gekauft hat. Die 79 Cent (welche man pro Ausgabe zahlen soll) habe ich mir dann guten Gewissens gespart. Wobei das nicht an Jaud lag, sondern an der Unverschämtheit, mir als Abonnent Inhalt noch mal zu verkaufen, dem ich eigentlich schon bezahlt habe.

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