Die Raucherlüge

Die Raucherlüge

Bei der Einführung des im internationalen Vergleich recht milden Rachverbotes in Deutschland rasste ein von Lobbyisten entfachter Sturm der Empörung übers Land.

Ein massenhaftes Kneipensterben wurde menetekelt. Restaurants würde in den Ruin getrieben, wenn dort Raucher die Möglichkeit genommen würde, andere Menschen durch Passivrauchen zu töten.

Voreiligt knickte die Politik ein und machte großzügige Zugeständnisse, was von der Zigarettenindustrie ebenso wie von Lobbisten begrüßt wurde.

Jetzt hat das Rheinisch-Westfälische Institut in Essen eine Bilanz gezogen. In einer Untersuchung wurde festgestellt, dass es statt des befürchteten 30 Prozent Umsatzrückung lediglich zwei Prozent waren. Angesichts des enormen gesundheitlichen Schadens, der durch Passivrauchen entsteht, ist das mehr als vertretbar. Zumal die durchs rauchen hervorgerufen Erkrankungen in nicht unwesentlichem Umfang auch das Gesundheitssystem belasten.

9 Replies to “Die Raucherlüge”

  1. Statistiken…

    Wenn ich mir hier in Oldenburg die Kneipen anschaue, so haben die inzwischen fast alle große Glasscheiben die Raucher von Nichtrauchern trennen.

    Will sagen, natürlich funktionert eine Kneipe weiterhin und natürlich ist der Nichtraucher (also auch ich) jetzt vor dem passiv qualmen geschützt und natürlich liebe ich das aber ich bin mir sicher die Kneipen haben darunter gelitten und und und…

    was wollte ich sagen?

  2. Vorweg, ich bin Nichtraucher. Allerdings gibt es zur Belastung des Gesundheitssystems durch Raucher recht unterschiedliche Aussagen. Demnach sollen nämlich Nichtraucher, die im Schnitt länger leben als Raucher und somit alterbedingt andere Krankheitsbilder aufweisen, die Gesundheitskassen unterm Strich wesentlich stärker belasten. Also müsste die Parole eigentlich lauten: Leute raucht mehr, dann sterbt ihr früher und es kommt für uns billiger… Ob´s wirklich stimmt? Keine Ahnung – traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast…

  3. @Boris: Ich denke, dass die gefahren des Rauchens und auch des Passivrauchens mittlerweile nicht nur allgemein bekannt sein sollten, sondern auch wissenschaftlich abgesichert sind.

  4. Bei den Gefahren des Rauchens bin ich ja voll bei Dir, das war aber nicht die Frage die ich aufgeworfen habe. Ich finde das Gedankenspiel hochinteressant, ob nun der Nichtraucher die Gesundheitssysteme kostenmässig mehr belastet oder der Raucher. Was kostet der Nichtraucher die Gesundheitssysteme, der vielleicht 10 Jahre länger lebt und was hat der Raucher in seiner Lebenszeit vorher vielleicht mehr gekostet? In der Raucher vs. Nichtraucher Debatte wird ja auch immer gerne ökonomisch argumentiert und da würde mich eine nüchterne und objektive Analyse solcher Daten mal interessieren.

  5. @boris: Und was kostet der Nichtraucher, der dank Passivrauchen krank wird? Oder sollen wir alle lieber an ein sozialvertägliches Frühableben denken? Nein, mal im Ernst. Ich bin mir nicht sicher, ob es fair, ist, dass so gegen zu rechnen wie du vorschlägst.

  6. Klar, müsste in einer solchen Betrachtung der Passivraucher kostentechnisch mit einbezogen werden. Mir geht es ja nur darum zu verdeutlichen, dass die Zahlenwerke und Kostenbeträge mit denen so oft und publikumswirksam jongliert wird durchaus ihre Schwächen haben und im Regelfall von den jeweiligen „Seiten“ entsprechend gefärbt.

  7. Der Tübinger Wirt, der gegen das Rauchverbot bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen war, ist inzwischen pleite. Vielleicht hätte er mal lieber auf die Bedürfnisse seiner Gäste eingehen sollen. Nach einem kurzen Kneipenbesuch die gesamte Kleidung waschen zu müssen gehört nämlich schon lange nicht mehr dazu.

  8. Lesen Sie mal den Bericht von Professor Gerhard N. Schrauzer., President der „International Association of Bio-Inorganic Chemists“ vor dem Komitee des U.S.-Kongresses im Jahr 1982…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren