Niederungen

Noch immer war das Treppenhaus verqualmt. Erst als auf der dritten Etage, wo der Rauch am dichtesten gewesen war, das Fenster geöffnet wurde, besserte sich das. Die kalte Mauer im Hausflur roch allerdings immer noch nach dem Vorfall.

Die Reste der Tür des kleinen Appartments in der dritten Etage lagen verteilt im Flur. Ein junger Feuerwehrmann hatte sie aufgebrochen, was ihm nicht gut bekommen war. Als das nur noch schwellende Feuer in der Wohnung neuen Sauerstoff bekam, schoss ihm eine auflodernde Flamme entgegen. Jetzt stand eine Polizistin mit ihrem Kollegen vor dem Haus der Mutter. Mit einem Klos im Hals drückte sie auf die Klingel.

Dem ehemaligen Mieter des Appartments war das alles egal. Seine verkohlte Leiche befand sich noch in der Wohnung. Unter ihr befanden sich die Reste nicht geöffneter Briefe und Rechnungen, die er mit sich verbrannt hatte. Wer genau hinsah, konnte im entstellten Gesicht ein zufriedenes Lächeln erkennen. Von Leben selbst abgesehen gab es keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung.

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