Die letzte Grenze

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich erst gestern angefangen habe, zum ersten Mal einen Roman von Terry Pratchett zu lesen: „Voll im Bilde”.
Davor gab es nur eins von Dirk Bach gelesenes Hörbuch mit dem Titel „Der fünfte Elefant”.

Auch wenn mir das Hörbuch selber ganz gut gefallen hatte, so wurde mir schnell klar, daß ich kein Mensch bin, der mit Hörbüchern was anfangen kann. Ich bestimme mein Lesetempo lieber selber. Zudem lenken mich Umgebungsgeräusche (zum Beispiel andere Mitreisende im Zug) so stark ab, daß ich der Stimme des Erzählers nicht mehr richtig zuhören kann.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Also wieder zurück zu dem Buch, was ich angefangen habe zu lesen. Es beginnt mit folgenden Sätzen:

Seht nur…
„Dies ist der Weltraum. Manchmal wird er auch als letzte Grenze bezeichnet.”

Das auffallende an diesem Satz ist der Zaunpfahl, der einem einen leichten Schlag auf den Hinterkopf versetzt und ruft: „Na, kommt dir das nicht bekannt vor?” Wem der Satz nicht bekannt vor kommt, der hat entweder eine Bildungslücke oder kennt nur die deutsche Übersetzung von Star Trek. In der deutschen Fassung heißt es lediglich „ Der Weltraum, unendliche Weiten”, was gemeinhin wenig Sinn ergibt.

Im Original fängt jede Folge mit den Sätzen „Space. The final frontier” an. Bei der letzten Grenze handelt es sich um eine Allegorie. Verstehen lässt sich das nur im Zusammenhang. Die Anfänge der Serie gehen zurück auf die Zeit des Kalten Krieges, wo eine eindeutige Grenze die Welt in Ost und West teilte. Osten und Westen, das waren auch für die amerikanischen Pioniere Kategorien, in denen sie dachten. Die Zähmung des so genannten wilden Westen, die Urbarmachung des Landes verschob im 19. Jahrhundert die Grenze von der amerikanischen Westküste immer weiter nach Westen. Das berühmte „Go West” bezeichnet damit auch das Voranschreiten der Zivilisation.

Wobei allerdings nicht vergessen werden sollte, daß diese die sehr einseitige Sicht der Pioniere war, die nicht unbedingt mit den Ureinwohnern des Kontinents geteilt wurde.

In dem Terry Pratchett dieses Zitat gekonnt ins lächerliche zieht, gibt er seinen Lesern ein Versprechen. Soweit ich das im Rahmen der ersten 40 Seiten sehen und beurteilen kann, wird es auch durchaus eingehalten. Wer wissen möchte, warum es keine letzte Grenze geben kann und was es mit dem Heiligen Wald auf sich hat (zum Glück leidet er nicht ganz so arg in der Übersetzung), der sollte das Buch unbedingt lesen.

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