Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ohne Brettspiel beim Aufwachsen fehlt einem eine entscheidende Prägung. Nur mühsam lässt sich das später korrigieren.

Aufwachsen ohne Brettspiele

Gestern schrieb ich darüber, was mich in Bezug auf Feminismus beeinflusst hat. Eine Prägung in meinem Leben, die einiges von dem festlegt, was mich ausmacht. Beim Schreiben fiel mir dann ein, dass es eine ähnliche Prägung durch Personen in meinem Leben in Bezug auf Brettspiele gegeben hat.

Auch hier gibt es eine Parallele in Bezug auf das, was ich von meiner Familie mitbekommen habe. Nein, ich bin nicht ohne Brettspiele aufgewachsen. Sie hatten allerdings keine besondere Bedeutung in der Familie. Monopoly, eine dieser großen Spielesammlung. Zu Weihnachten oder Geburtstagen gab es dann auch mal ein Brettspiel, was über die Feiertage gespielt wurde. Mehr eher selten.

Mit Schulfreunden spielte ich dann auch die üblichen Verdächtigen der damaligen Zeit, wie etwa „Spiel des Lebens“ oder „Risiko“. Wenn meine Eltern mit mir so was spielten, dann eher, um mir einen Gefallen zu tun, nicht aber, weil sie selber gerne Brettspiele spielten.

So kam ich dann erst in der Oberstufe richtig in Kontakt mit dem, was die Brettspielwelt zu bieten hat. Meinem damaligen Mitschüler Jens-Peter habe ich dabei die Prägung für Stichspiele zu verdanken. Unvergessen sind die zahlreichen Runden Karriere-Poker und Tichu.

Catan Prägung

Und ja, in der Rund um Jens-Peter herum wurde auch Siedler von Catan gespielt. Ein Brettspiel, welches ich nach wie vor mag — wenn auch am liebsten (untypisch für mich) ohne Erweiterungen. Eine weitere Prägung, die für Go habe ich Christoph zu verdanken. An eine Partie mit viel grünen Tee werde ich bis an mein Lebensende denken — wir fassten im Verlauf der Partie nämlich den Entschluss, uns Ohrlöcher stechen zu lassen.

Erstaunlicherweise gab es dann während der Zeit in Bielefeld kaum etwas, was mich in Bezug auf Brettspiele beeinflusste. Durch Dirk probierte ich die alten 3M-Spiele aus. Magic the Gathering lernte ich in der Uni kennen, aber kann das nicht einer Person zuordnen. So richtig packte meine Frau und mich MtG auch erst einige Jahre später im Kenia-Urlaub.

Insbesondere die letzten Jahrein Bielefeld schmorten wir dann spielerisch mehr oder weniger im eigenen Saft. Erst der Umzug nach Köln brachte dann neuen Schwung. Hier gibt es zwei Personen, die einer Erwähnung wert sind. Ziemlich zum Schluss Antonio, durch den ich Spiele entdeckte, die ich vorher ignoriert hatte.

Richtig geprägt haben mich aber die Spielenachmittage und Abend mit Nic. Ein hervorragender Koch und toller Erklärbär. Aber auch ein herausfordernder Gegner am Spieltisch. Ohne ihn hätte ich zum Beispiel nie Pax Renaissance in die Hand genommen. Oder Spiele wie Paths Of Glory gespielt. Danke nicht nur dafür.

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