Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Seinen Traumjob muss man nur erkennen. Manche werden per Quereinstieg zum Marktschreier und werfen mit Wurst um sich.

Mangelware zum Frühstück

Gute Nachrichten sind mal wieder beziehungsweise immer noch Mangelware. Beim Aufschlagen der Zeitung hat man meist schon den Kaffee auf. Wobei es in meinem Fall Tee ist und abgesehen davon schlägt man eine Tablet-Ausgabe nicht auf. Jedenfalls nicht mehr als einmal. Panzer gegen Bürgergeld, 73-Jähriger bekommt seinen ersten Job, schnelle Lösung für Scholz-Probleme. Man kommt bei den ganzen Ereignissen auch etwas durcheinander.

Zum Glück gibt es in der Süddeutschen aber auch wirklich nette Artikel, auch wenn so was wie „Sie nennen ihn Wurst-Achim“ Mangelware ist. Ein Text über den Marktschreier Joachim „Wurst-Achim“ Pfaff. Dazu noch mit den Mitteln des digitalen Storytellings aufbereitet. Man sieht Wurst-Achim nicht nur, sondern kann ihn auch hören. Wurst so günstig, die geklaut sei und man nur die Angst von Wurst-Achim beim Klauen bezahlt. Einfach herrlich.

Persönlich könnten meine Frau und ich in einem Monat aber nicht so viel Wurst, wie der Wurst-Achim für 20 Euro in die Tüte packt, aufessen. Lesenswert ist der Artikel auf jeden Fall, der Marktschreier mit dem Einblick in sein Leben wirkt auf mich entspannend. Interessante Erkenntnis beim lesen: Schwaben sind wohl wirklich extrem kritisch.

Wurst vom Marktschreier

Selber würde ich Wurst vom Marktschreier, ohne jetzt Wurst-Achim zu nah zu treten, nicht kaufen. Nicht nur wegen der Menge, sondern weil es zu günstig ist. Wenn der Marktschreier damit wirbt, „ein halbes Schwein für 25 Euro“ dann mag das für manche vielleicht verlockend sein, mich schreckt es eher ab. Zumal Wurst-Achim bei dem Preis auch noch verdient, also muss irgendwo gespart worden sein. Führen wir aber das lieber nicht weiter aus, denn es gibt sicher auch eine Zielgruppe, die auf solche Preise angewiesen ist.

Grundsätzlich aber finde ich Marktschreier schon ziemlich klasse. Einmal bei einem Besuch in Hamburg durfte ich live erleben, was die so drauf haben. Einige werfen so gratis Produkte in die Menge.

Lernen kann man von den Menschen Humor, Durchhaltevermögen und Marketing. Was mir bei Joachim Pfaff gefällt, ist die Art, wie er zu seinem Beruf gekommen ist. Vor seiner Zeit als Marktschreier war er Kraftfahrer. Man muss nicht immer von Anfang bis Lebensende eine gradlinige Biografie haben. Über so was stolperte ich auch vor ein paar Tagen, als ich über einen Fotografen erfuhr, was er vorher gemacht hat. Hoch bezahlter Job im IT-Sektor, aber kurz vor dem Burnout. Das Großraumbüro getauscht gegen Landschaftsfotografie. Schlechter bezahlt, aber glücklicher.

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