Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Eine Stadt im Stillstand ist dem Untergang geweiht. Nur mit Zukunftsperspektiven bleibt auch Emden attraktiv für Einwohner und Touristen.

Perspektive Emden 2035

Nach Lange Zeit des ungeduldigen Wartens für uns Neu-Ostfriesen (sofern diese Bezeichnung legitim ist, aber man ist hier oben hoffentlich nicht so penibel wie in Köln) gab es gestern endlich wieder eine neue Folge von Emden.TV.

Über 90 Projekte sollen am Start sein und bis 2035 laut Stadtplaner abgeschlossen sein. Nun ja, dann bin ich 14 Jahre älter, aber vermutlich noch immer in Emden, allen bisherigen Erfahrungen zum Trotz. Dennoch, Zukunftsperspektiven für Emden hören sich doch toll an. Kommen wir aber noch mal auf die 14 Jahre zurück. Da bin ich nämlich erst mal skeptisch, denn die Pläne für das ehemalige Ültje-Gelände sind etwas ins Stocken geraten. Erst folgte der (überstürzte) Abriss, jetzt herrscht mindestens für ein Jahr Stillstand. Vorübergehend durften die Grundschule Cirksena und der die Transvaal / Schwabenstraße die Brachflächen mit Wildblumen und Gräsern besähen.

Hier hätte sich aus meiner Sicht ein Urban-Gardening-Projekt Angeboten. Dann müsste man den Kindern auch nicht in einem Jahr erklären, warum ihre schöne Wiese wieder verschwinden muss.

Wie dem auch sei, es gibt ja noch eine Reihe weiter Projekte mit weniger Zündstoff. Die Neutor-Arkaden — ok, ich wollte welche mit weniger Zündstoff nennen. Also das geplante Bauhaus in der Alten Waage (sofern sich der favorisierte Entwurf durchsetzt). Oder die auch im Video von Emden.Tv gestern gezeigte Neugestaltung des Apollo-Theaters. Ziemlich spannend, vor allem mit der Treppe zur Gracht.

Städte brauchen Zukunftsperspektiven

Unabhängig von ihrer Größe brauchen Städte Zukunftsperspektiven, um ihre Attraktivität zu erhalten, vor allem aber auch, um die Lebensqualität zu steigern. Für mich gehört daher eines der im Beitrag genannten Projekte zu den Highlights. Die aus Leer stammenden Kaffeerösterei Baum eröffnet in der ehemaligen Haifischbar einen neuen Standort. Um den Ostfriesen, so wie sich Andreas Baum ausdrückte, die Kaffeekultur ein Stück näher zu bringen.

Darin sehe ich eine Chance, für mich auch eine zweite Chance, es mit dem Kaffee aus der Rösterei noch mal zu versuchen. Bisher bin ich immer wieder zurückgekehrt auf eine Stammmarke aus Köln. Und vielleicht erklärt mir Herr Baum oder wer auch immer dann auch mal vor Ort, warum es so große Unterschied bei der Milch gibt, mit dem ich meinen Espresso aufschäume.

Im Übrigen, Köln hatte ja auch Zukunftsperspektiven. Allerdings welche, vor denen ich mich eher gefürchtet habe, wie die Wahnwitzideen von einer Seilbahn durch die Stadt oder umgestalten der Hohenzollernbrücke zu einer grünen Fußgänger-Oase.

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