Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Brettspieler konnten am 1. Januar auf ein merkwürdiges Jahr zurückblicken. Der Lockdown wirkte sich auch auf den spielerischen Endstand aus.

Spielen in der Pandemie

Pandemie und Lockdown wirkte sich im vergangenen Jahr auf alle Lebensbereich aus. Auch auf das Hobby Brettspielen. Was sich für manche möglicherweise wie Jammern auf hohem Niveau anhört, ist für andere ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. „Der Mensch ist erst dort Mensch, wo er spielt“. Die Tücke bei vielen Brettspielen ist die dafür benötigte Spielerzahl. Obwohl es immer mehr Spiele gibt, die sich auch gut zu zweit (oder solo) spielen lassen, fehlt am Spieltisch das, was über das Brettspiel hinaus geht. Geselligkeit und soziale Interaktion.

In Bezug auf Interaktion kann man bei Brettspielen trefflich streiten. Bei nicht wenigen Exemplaren ist es herzlich egal, wie viele menschliche Mitspieler mit einem am Tisch sitzen. Die meiste Zeit baute jeder für sich sein Tableau, Imperium oder was auch immer auf, ohne anderen dabei in die Quere zu kommen.

Spiele mit Versteigerungen, Verhandlungen, Handel oder Diplomatie funktionieren dagegen am besten in größerer Besetzung. Wer zum Beispiel „Virgin Queen: Wars of Religion 1559-1598“ von GMT Games mal spielen durfte, weiß, was hier gemeint ist. Es muss aber nicht so ein Brecher sein. Auch Catan oder Bohnanza funktionieren nur mit mehr Spielern am Tisch (beide benötigen mindestens drei Spielerinnen bzw. Spieler).

Erwarteter Endstand

Persönlich erwarte ich bereits im Januar 2020 einen eher mageren Endstand in Bezug auf die gespielten Partien in dem Jahr. Das lag nicht an einer Vorahnung auf das, was uns erwarten würde bezüglich Corona. Sondern an der Lebensplanung von meiner Frau und mir. Bedingt durch den Umzug im Sommer rechnete ich mit Ausfällen am Spieltisch.

Dennoch, der tatsächliche Endstand sieht nicht so düster aus. Insgesamt spielten wir 344 Partien. Im Jahr 2019 waren es 508. Interessant ist dabei auch, die gespielte Zeit zu vergleichen. Während es 2019 rund 644 Stunden waren, reduzierte sich das ein Jahr später auf 405 Stunden.

Insgesamt betrachtet wurde der erwartet Einbruch im Sommer gut aufgefangen. Was den Lockdown-Effekt angeht, kann ich auch etwas an der Statistik ablesen. Das, was an Partien mit mehr als zwei Spieler fehlte, wurde durch vermehrtes spielen zu zweit nahezu kompensiert. Gerade auch deshalb, weil man häufiger zu Hause in der eigenen Wohnung war.

Spitzenreiter bei den Spielen wurde Root mit insgesamt 28 gespielten Partien. Gefühlt ist bei Root noch längst nicht die Luft raus. Häufig auf den Tisch (15 bzw. 14 Mal) kamen auch Tapestry und Auztralia, dicht gefolgt von Tiny Towns (12) und Glen More II: Chronicles (11).

Ausblick auf 2021

In Bezug auf die Pandemie wage ich mich lieber nicht an einen Ausblick, wohl aber hinsichtlich der Brettspiele. In diesem Jahr werden es wohl ähnlich viele Partien werden wie im letzten Jahr, möglicherweise sogar weniger. Die Spielzeit insgesamt dürfte sich aber erhöhen. Das liegt daran, was mir so als Fahrplan vorschwebt. Aktuell liegt „High Frontier 4 all“ auf dem Tisch. Ein Spiel, in das sich meine Frau und ich uns gerade einarbeiten, nachdem wir „Space Diamonds“ gespielt haben. Klingt wie ein eigenständiges Spiel, ist es auch. Nur das es als Einführung zu „High Frontier“ konzipiert ist und Bestandteil der Schachtel ist. Man kommt für sein Geld auf jeden Fall viel Spielwert.

Genau um den geht es mir in diesem Jahr. Ziel ist es nicht, möglichst viel quer durch den Garten zu spielen, sondern insgesamt das Spielerlebnis zu intensivieren, zu vertiefen. Je häufiger man ein Spiel spielt, desto mehr Feinheiten werden einem bewusst und desto sicherer wird man in Bezug auf die Spielregeln.

Abgesehen davon schlummern im Spieleregal noch einige ungespielte GMT Spiele. Auch das zeigte der Endstand von 2020: Viel zu wenig davon kamen auf den Tisch. Es sind halt Spiele, auf die man sich einlassen muss.

Animal Crossing

Noch ein kurzer Schwenk in die digitale Spielwelt. Während ich über die Feiertage „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ durchgespielt habe, wurde meine Frau von Animal Crossing in den Bann gezogen. Persönlich reicht mir das zusehen und erzählt bekommen. Wobei das Spiel schon verdammt genial gemacht ist — inklusive Bankautomat zum Geld einzahlen und eigener Fluglinie, von der sogar ganz real Merchandise Artikel verkauft werden.

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