Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der zweite Lockdown wird auch für viele Brettspieler eine Herausforderung. Gefragt sind jetzt technische Lösung sowie Solospiele.

Ausgefallene Spieleabende

Vorweg schon mal der Hinweis bezüglich technischer Lösungen als Ersatz für echte Brettspielrunden. Mir persönlich liegt so was überhaupt nicht. Das liegt weniger an fehlender technischer Affinität, sondern einfach dran, dass ich tagsüber während der Arbeitszeit schon genug Zeit am Bildschirm verbringe. Zudem verbinde ich Brettspiele mit einem haptischen Erlebnis, was mir am Bildschirm fehlt.

Für mich sind Spieleabend etwas, wo man Menschen einlädt oder sich woanders trifft, gemeinsam am Tisch spielt, isst und trinkt. Ich bin bekennender Hobbykoch und als solcher mag ich es, für andere Menschen zu kochen. Abgesehen davon greifen satte Menschen nicht zu fettigen Chips, die Spielmaterial ruinieren können.

Genug aber der Vorrede. Nicht jeder von uns hat das Glück, in einem Haushalt mit anderen Mitspielern zu leben. Das ist gerade während eines Lockdowns (oder aber bei Spielen wie Gloomhaven) ein enormer Vorteil. Wieder mal gefragt sind daher Spiele, die sich auch gut alleine spielen lassen. Tendenziell, daher auch die Überschrift, neigen meine Frau und ich dazu, auch Solospiele zusammen zu spielen. Aber das ist ein anderes Thema. Streifen wir also durch meine Sammlung und halten Ausschau nach brauchbaren Titeln.

Mehrspieler alleine zu Haus

In Bezug auf Solospiele sollte man eine nicht unwichtige Unterteilung vornehmen. Es gibt welche, die eine zusätzliche Variante für einen Spieler bieten und solche, die grundsätzlich nur als Solospiel konzipiert wurden. Davon wiederum gibt es dann welche, die eine Variante für zwei oder mehr Spieler bieten. Halten wir fest: Mehrspielerspiele mit Solo-Modus oder Solospiele mit Variante(n) für mehr als einen Spieler. Von dieser Sorte befindet sich genau ein Spiel in meiner Sammlung Peloponnesian War von GMT Games. Daher konzentriere ich mich nachfolgend auf die erste Kategorie.

Ob ein Mehrspieler Spiel auch für Solospieler interessant ist, hängt meiner nach vom Konzept der Variante ab. Sind die Regeln lediglich mit der heißen Nadel gestrickt worden, weil er Markt Solo-Varianten erwartet oder aber gibt es ein eigenes Konzept für den Solomodus?

In Mode gekommen sind ja Automa wie bei Scythe, die nicht immer für einen funktionieren. So spiele ich zum Beispiel gerne Scythe, aber alleine mit dem Automa artet das in Arbeit aus, die mir keinen Spaß macht. Ganz anders dagegen Architekten des Westfrankenreichs. Hier ist die Variante pfiffig und spielt sich schnell. Das gilt auch für Root mit dem Mechanical Marquise (die Uhrwerkerweiterung muss ich noch testen).

Empfehlenswerte Solospiele

Kommen wir aber wie versprochen auf meine Sammlung zurück. Mittlerweile habe ich den zunehmenden Eindruck, dass es eine recht überschaubare Menge an Verlagen gibt, die sich ernsthaft Gedanken macht im Hinblick auf die Spielbarkeit ihrer Spiele für einen alleine.

Einer davon ist GMT Games. Hier merkt man den Regeln an, wie viel Zeit und Mühe ins Solospiel gesteckt wurde. So gibt es für SpaceCorp ein eigenes, dickeres Regelheft für den Einzelspieler. Die Titel aus der COIN-Reihe von GMT haben ebenfalls gute Regeln für Einzelspieler.

Bei Ancient Civilizations of the Inner Sea gibt es eine ganze Reihe von Szenarien nur fürs Solospiel. Allein die beiden GMT Titel sollten für die ersten vier Wochen Lockdown reichen.

Grundsätzlich gilt aber auch für andere Spiele ohne expliziten Solomodus, dass man sie gegen sich selber (etwa zum Regelstudium) spielen kann. Die wichtigste Voraussetzung dabei ist, dass es keinen verdeckten Informationen im Spiel geben darf. Beispiel: Der Klassiker Stratego funktioniert einfach nicht alleine.

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