Janus von 1978

Janus von 1978

Aus ferner Vergangenheit stammt Janus. Nach wie vor gelingt es dem abstraktem Brettspiel, Spielerinnen und Spieler in seinen bann zu ziehen.

Qualität von Edition Perlhuhn

Mit einer DIN-A4 Seite Spielregeln kommt Janus daher. Die Ausgabe in meiner Sammlung stammt aus der „Edition Perlhuhn“ von 1988 und ist opulent ausgestattet. Ein Kunstlederspielplan, Münzen und Spielfiguren aus Holz und die Plättchen aus stabilen Kunststoff. Erfunden wurde von Rudi Hoffmann und erschien erstmalig 1975. Für ein Spiel, welches 44 Jahre alt ist, wirkt es auf keinen Fall altbacken oder verstaubt. Es ist eigentlich ein Gesamtkunstwerk. Um das zu verdeutlichen, kommen wir noch mal zurück auf die Spielregeln zu sprechen.

Der eigentliche Spielablauf wird in fünf Absätzen erklärt. Sonderfälle oder Ausnahmen gibt es nicht. Selbst bei der ersten Partei kam nicht eine Frage auf, wie eine bestimmte Situation zu lösen sei. Eine Anleitung, die keine Fragen offen lässt und dabei so kurz ist, allein das ist bereits eine Leistung für sich.

Die Mechanik von Janus ist dabei verblüffen einfach und bietet doch taktische Tiefe. Auf dem Spielplan werden 100 zuvor verdeckt gemischte Plättchen verteilt, sodass ein Raster von 10 mal 10 Feldern entsteht. Dabei sind immer vier Felder zu einem Quadrat angeordnet und tragen in ihrer Mitte einen Kreis mit Punkten.

Janus in der Edition Perlhuhn
Janus in der Edition Perlhuhn

Plättchen bei Janus

Die Plättchen zeigen die mögliche Zugrichtung und die Anzahl an Felder, um die man seine Spielfigur bewegen muss, an. Bei jeder Bewegung nimmt man das Plättchen aus dem Spiel, auf dem die eigene Spielfigur zuvor gestanden hat. Wurde auf diese Weise ein Quadrat vollständig freigeräumt, platziert man eine seiner Münzen auf das Punktefeld. Eine Partei Janus endet, wenn alle Plättchen abgeräumt wurde oder ein Spieler keine Münzen mehr hat. Münzen muss man nämlich auch an andere Spieler abgeben, wenn man einem Feld landet, welches zu einem bereits freigeräumten Quadrat gehört.

Als besondere Clou haben die Plättchen noch eine von vier Farben. Die ist dann wichtig, wenn man im Verlauf des Spiels eines der acht (für jede Farbe zwei) Janus-Plättchen abräumen konnte. Passt die Farbe des Plättchens, auf das die Spielfigur gezogen wird, zu einem eigenen Janusplättchen, kann die Figur sofort weitergezogen werden.

Während man am Anfang bei Janus noch gemächlich unterwegs ist, entstehen durch die Janusplättchen Mehrfachzüge, die das Spiel enorm beschleunigen. Landet man jedoch auf einem leeren Feld, kann man sich zwar im nächsten Zug die Richtung aussuchen, sich aber nur um ein Feld bewegen. Gegen Ende einer Partei muss man daher höllisch aufpassen, um nicht im Abseits zu landen.

Persönlicher Eindruck

Lange lag Janus ungespielt in meinem Regal, genau gesagt fast 30 Jahre. Um so glücklicher bin ich, diese Perle jetzt wiederentdeckt zu haben. Ausstattung, Material und Spiel selber sind allererste Sahne. Edition Perlhuhn hat zur damaligen Zeit einen Standard gesetzt, an dem sich eigentlich vielen Kickstarterprojekte messen lassen müssen. Und heyj, meine Ausgabe hat mich damals 30 DM gekostet. Das ist nach heutigem Stand in Anbetracht des Materials ein Schnäppchen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren