Völkerball unter Mobbingverdacht

Völkerball unter Mobbingverdacht

Die Vorausläufer des Sommerlochs machen sich bemerkbar. So wurde etwa von einer Forscherin Völkerball als Mobbing bezeichnet.

Dünne Bälle und dicke Kinder

„Ihr Völker der Welt, schaut auf diesen Ball!“ — oder so ähnlich. Wenn es um so was wie Völkerball geht, sollte man eigentlich die Kirche im Dorf lassen. Schauen wir der Einfachheit halber mal zurück in meine Kindheit beziehungsweise Schulzeit. Denn erst nach der Einschulung lernte ich den sogenannten Sportunterricht kennen. Fester Bestandteil dabei war auch Völkerball, welches wir sogar freiwillig während der Pausen spielten

Ganz kurz zu den Spielregeln, die Details kann man sich bei Bedarf ja jederzeit selber bei Wikipedia anlesen. Ein in zwei Hälften geteiltes Spielfeld, zwei Teams mit jeweils einem König. Ziel des Spiels ist die Eliminierung des anderen Teams und dessen König. Dies geschieht durch „abwerfen“. Wer vom Ball getroffen wird, ohne ihn zu fangen, muss das Spielfeld verlassen. Je nach Variante gibt es für die ausgeschiedenen Mitspieler noch eine Möglichkeit, wieder ins Spielfeld zu kommen. Schaut man sich die Regeln genau an, staunt man über die Komplexität des Spiels.

Wie dem auch sei, als Schüler mochte ich damals Völkerball, hatte aber auch gleichzeitig Angst. Nicht etwa davor, von einem Mal getroffen zu werden und lange am Spielfeldrand zu stehen, sondern meine Angst richtet sich auf die Phase vor dem Spiel.

Völkerball unter Mobbingverdacht
Mobbing unter Bäumen

Mannschaftswahl beim Völkerball

Auch in den Klassen der Grundschule gäbe es die Alphatiere. Diejenigen, die bestimmen durften. Die beim Sport immer Kapitän einer Mannschaft waren und sich ihr Team wählen konnten. Wenn etwas wirklich grausam war beim Völkerball dann die Mannschaftswahl vor dem Spiel. Nämlich genau dann, wenn man nicht gewählt, sondern als Letzter mehr oder weniger einem Team zugeteilt wurde. In der Hinsicht unterscheidet sich Völkerball von keiner anderen Mannschaftssportart. Hauptgrund dafür, warum ich diese eigentlich gehasst habe und Einzelsportarten wie etwa Schwimmen oder Einzelrudern immer besser fand.

Wenn jetzt so eine Pädagogikprofessorin wie Joy Butler daherkommt und behauptet, Völkerball vermittle die Botschaft, „dass es okay ist, den anderen zu verletzten und zu entmenschlichen“ (SZ), dann ist das in meinen Augen großer Blödsinn. Den Kommentar bei Twitter von @Knusperholz

Mobbing braucht kein Ballspiel!
Gemobbt wird überall, vor allem aber im Klassenzimmer, in der Pause, nach der Schule.

Kann ich so unterschreiben. Genau so ist es nämlich auch in meiner Wahrnehmung. Im Übrigen war ich genau wie Frau Schneewittchen eigentlich ganz gut beim Völkerball. Spielte aber keine Rolle, wenn einem der Klassenprimus auf dem Kieker hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren