Beklaut in Köln

Beklaut in Köln

In Köln gehört die schmerzliche Erfahrung beklaut zu werden leider zum Alltag. Besonders ärgerlich, wenn es mehrfach passiert.

Alles nur geklaut

Wer nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, möchte nicht als erstes feststellen müssen, beklaut worden zu sein. Noch schlimmer ist es, wenn man selber erst gar nicht bemerkt hat. So ging es gestern Abend meiner Frau. Über 10 Stunde war sie in der Schule gewesen, eine Zeugniskonferenz-Marathon (wie sinnvoll so was ist, sei dahingestellt).

Vor der Wohnungstür hatte sie trotz des anstrengenden Tages noch gute Laune, erzählte mir von gestern morgen, als sie aus dem Haus ging und der erste Schnee hier in Köln wieder fiel. Ich wollte ihren Rucksack entgegennehmen, als ich sah, dass dieser hinten auf war. Das fand ich irgendwie leichtsinnig, mit offenen Rucksack durch die Gegend zu laufen — allerdings hatte meine Frau den Rucksack nicht selber geöffnet.

Schnell wurde uns beiden klar, warum der Rucksack offen stand. Insbesondere in dem Moment, als das Portmonee nirgends im Rucksack zu finden war. Meine Frau war auf dem Rückweg von der Schule beklaut worden. Entweder in der Zeit, als sie am Bahnhof Köln-Mühlheim auf die Straßenbahn gewartet hat oder aber beim verlassen der Straßenbahn an der Haltestelle Geldernstraße-Parkgürtel.

Beklaut ohne Überwachung
Beklaut ohne Überwachung

Erneut beklaut

Mit größer Wahrscheinlichkeit ist es an genau jeder Haltestelle hier in Nippes passiert. Geldernstraße-Parkgürtel, dass ist einer der Angsträume in Köln, an denen man sich schon tagsüber nicht sicher fühlt. Wenn abends auch noch merkwürdige Gestalten dort herumlungern, ist es mehr oder weniger absehbar, wann man beklaut wird. Vielleicht lag es auch am Wetter, denn die Aufgänge zur Haltestelle waren nicht richtig freigeräumt. Wenn man nur langsam gehen kann, wird man schneller zum Opfer von Diebstählen.

Beklaut zu werden, ohne etwas davon zu merken, ist ziemlich gruselig. Jemand hatte sich von hinten an meine Frau heran geschlichen, genau vom richtigen Rucksackfach die Reisverschlüsse geöffnet und das Portmonee rausgegriffen. Zum Glück nur das, denn das iPhone befand sich an der gleichen Stelle. Diese Eindringen in den Nahraum, Opfer zu werden — das ist deutlich schlimmer als der eigentliche Verlust.

Ärgerlich für meine Frau ist jetzt die ganze Rennerei, das Speeren der Karten und die Neubeschaffung. Im Portmonee waren neben Personalausweis sämtliche Karten, so wie beim ersten Mal vor fünf Jahren. Diesen Ärger niemand einen niemand ab, wenn man beklaut worden ist. Genau so, wie nur wenig gegen das Gefühl der Hilflosigkeit hilft. Die Anzeige bei der Polizei ist obligatorisch, führt aber in den meisten Fällen zu nichts. „Anzeige gegen Unbekannt“ heisst es, nach etwa einem halben Jahr wird das Verfahren dann ergebnislos eingestellt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren