Pizzateig Philosophie

Pizzateig Philosophie

Pizza ist ein Gericht verbunden mit einem Mythos. Angeblich schmeckt der Pizzateig nirgends besser als im Restaurant.

Auswärts oder Selbermachen?

Es gibt einen großen Kreis von Personen, die halten es für ausgeschlossen, dass man eine gute Pizza  überhaupt zu Hause selber machen kann. Dabei ist sie im Laufe ihrerer kulinarischen Entwicklung vermutlich häufiger in Neapel von Mamas gemacht worden als von dubiosen Pizzabäckern in schmierigen deutschen Imbissbuden. Ja, auch das zumindest ist die eine, bittere Wahrheit. Pizza ist nicht Pizza. Abgesehen von Kaffee fällt mir spontan nichts anderes ein, was so häufig grundsätzlich schlecht und falsch gemacht wird. Selbstverständlich gibt es bei ihr den Mythos, sie würde am besten aus dem Steinofen schmecken und überhaupt erst dann, wenn sie bei 485 Grad gebacken würde. Das sind, wie jedes Kind weiß, die haushaltsüblichen Temperaturen in den Öfen in Neapel.
Es ist völliger Blödsinn, so was zu behaupten. Pizza schmeckt nicht besser oder schlechter, wenn man eine andere Zubereitungsform wählt, sondern anders. Und machen wir uns nichts vor, im Grunde genommen ist sie eine Art der Resteverwertung und wurde erst außerhalb ihre Herkunftsregion in den Adelsstand eines Hauptgerichts erhoben. Bevor sie dann, traurig genug, abgestempelt wurde als schnelles, billiges Fastfood. Die Bandbreite bei Pizza ist wirklich erstaunlich.

Pizzateig mit Tomatensauce
Pizzateig mit Tomatensauce

Richtiger Pizzateig

Selbst wenn man die unselige Tiefkühlpizza betrachtet, dann findet man dort Unterschiede im Pizzateig vor. Die Original, die Ofenfrische, die leichte, die Knusprige oder die mit extra viel Luft im Pizzateig (angeblich amerikanisch).
Tiefkühlpizza ist schnell zubereitet und vergleichsweise billig, kostet sogar weniger als ein kleineres Exemplar eine Pizzeria, die nur noch in wenigen Fällen von echten Italienern geführt wird. Die Diskussion in Hinblick auf gesunde Ernährung lassen wir an dieser Stelle mal beiseite. Nimmt man eine mit viele Gemüse, ist das vermutlich mehr, als viele ansonsten in der Woche zu sich nehmen. Schlimmer als Tiefkühlpizza ist ehedem eine aus einem Trockenfladen zum selber belegen. Wenn schon selber belegen, dann auch den Pizzateig selber machen. Wenn es schneller gehen soll, greift man zu einer Fertigmischung — und greift damit ziemlich daneben. Fertigmischung für Pizzateig sind selten eine gute Wahl. Hefe benötigt Zeit zum aufgehen und wenn der Fertigteig Wunder verspricht, werden diese nur mit Helfern eingehalten, die nichts in einer Pizza zu suchen haben.
Meiner Meinung nach ist die bessere Alternative daher Pizzateig aus dem Kühlregal. Die kann man selber kreativ belegen wie etwa die Pizza Augusta. Hauptsächlich ist es nämlich der Belag, der eine gute Pizza ausmacht. Jedoch, noch mal zurück zum Teig selber und zur Frage, ob man eine gute Pizza in haushaltsüblichen Backöfen zubereiten kann. Ja, kann man. Wenn man eine knusprig dünne Pizza will, dann gelten zwei einfache Regeln. Auf keine Fall den Boden bis zur Unkenntlichkeit belegen. Vor allem aber, gut ausrollen. Am besten fährt man, wenn man einen Flammkuchenteig dafür verwendet — wobei der auch wieder ein eigenes Thema für sich ist.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren