Aderlass, Teil 12

Aderlass, Teil 12

Wieder saß Elke Lonz auf dem Sofa bei Gröger im Büro. Wie schon beim ersten Mal stand eine Kanne Tee vor Elke, die sie nicht anrühren würde. Diesmal jedoch richtet sich die Wut von Elke nicht gegen den nächtlichen Angreifer im Büro, sondern gegen die Frauenbeauftragte Ulrike Gröger. Sie hatte sich in etwas eingemischt, was sie nichts anging. Die Umwandlung des Gartengrundstücks in einen Parkplatz hielt Elke nach wie vor für eine gute Idee. Wie sehr das ihrer ehemaligen Freundin Ilona getroffen hatte, wusste Elke auch ohne fremde Einmischung. Ilona würde für den Überfall bezahlen und das würde Gröger nicht verhindern können. Die ganze Unsicherheit vom gestrigen Abend war von Elke gefallen. Sich einschüchtern lassen kam nicht in Frage.

Aderlass
meineresterampe / Pixabay

 

„Glauben heimst nicht zu wissen.“

„Frau Gröger, warum kommen sie mir mit solchen Allgemeinplätzen?“

„Du kannst mich auf duzen.“

„Das wäre wohl das Letzte, was ich jetzt noch tun würde.“

„Dann wäre ich mit einem Dankeschön zufrieden.“

Zwanzig Minuten später bekam Ulrike Gröger ihr Dankeschön. Sogar noch etwas mehr. Ein halbes Jahr lang war sie mit Michael Kaut zusammen gewesen. Mehr ein Versehen, denn im Bett erwies er sich genau so wie in seinem Studium als Niete. Grögers Überzeugung nach hing das mit der Person zusammen, in die er wirklich verliebt war. Eine Person, dessen Tutor er am Anfang ihres Geschichtsstudiums er gewesen war und die ihn seiner Meinung nach eiskalt zurückgewiesen hatte.

Menschen sind sehr erfinderisch, um sich für eine Verletzung zu rächen. Manche gehen sogar Beziehung ein, nur um an Kleidungsstücke zu kommen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren