Die letzten Jedi

Die letzten Jedi

Über Star Wars und den achten Teil, Die letzten Jedi, am 2. Tag nach der Premiere zu schreiben, ist ein gefährliches Unterfangen. Schnell gerät man an eine lynchwütigen Mob.

Dein Vater

Es gibt die Legend von Kinobesuchen im Rahmen von Teil fünf der Saga — eigentlich der zweite Star Wars Film der gedreht wurde. Besucher, die aus dem Kino kamen, sollen anderen davor stehenden zugerufen haben, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker sei. Ein schwerer Frefel. Genau das war der erzählerische Höhepunkt in „Das Imperium schlägt zurück“ gewesen. Wobei ich nach wie vor in meinem Lieblingsteil von der Schlacht auf Hoth begeistert bin. Davon gibt es aktuellen Teil ein kleines Echo — aber dazu später mehr.
Wenn ich hier über Die letzten Jedi schreibe, dann versuche ich, so wenig wie möglich an Geheimnissen zu verraten, die einen möglicherweise eigenen Kinogenuss trüben könnten. Das ist eine Art Balance-Akt. Der wird mir am besten gelingen, in dem ich das beim schreiben dieses Textes durchhalte, was ich seit einigen Tagen praktiziere. Abstinenz von anderen Texten zum Film. Medien und der Internet sind nämlich voll davon. Ich für meinen Teil wollte einen vorurteilsfreien und unbelasteten Kinoabend verbringen.

Die letzten Jedi
hansbenn / Pixabay

Die letzten Jedi in Ehrenfeld

Wer wie meine Frau und ich sogar in eine Star Wars Ausstellung geht, der ist sicher kein Kostverächter in Bezug auf die Saga. Wir mögen beide Star Wars. Was dazu führt, dass wir in der Vergangenheit ein Teil des Merchandising mitgenommen haben. Wir Spiel das X-Wing Spiel, genauso wie das großartige Star Wars: Rebellion und haben dieses Jahr sogar einen Lego Star Wars Adventskalender. Was wir jedoch nich wollten, war ein Kinobesuch in der Kölner Innenstadt — zumal dort meines Wissens nach Star Wars nur in 3D läuft. Ich hatte mich entsprechend nach einer Altnative umgesehen und in Ehrenfeld eine gefunden. Die nennt sich Cinenova und hat neben der guten Erreichbarkeit ein paar weitere Vorteile. Es gibt an angeschlossenes Bio-Restaurant und ein extrem unkompliziertes Verfahren, seine Kinokarte online zu kaufen. Man bekommt einen QR-Code, den man dann nur beim Einlass in den Kinosaal vorzeigen muss. Bei meinem letzten Besuch im Cinedom musste ich mit einem Ausdruck die eigentliche Karte an einem Automaten abholen.
Wir hatten den Freitag entsprechend so geplant, dass wir vor dem Kinobesuch noch essen konnten — im Restaurant des Kinos. Man brauchte dann zur Vorführung selber quasi in Hausschuhen nur eben ein paar Meter weiter zu schlurfen. Sehr Praktisch. Vom Publikum her ein eher gehobener Altsersdurchschnitt, in jedem Fall Menschen, die ziemlich genau wussten, warum sie im Cinenova sind und nicht etwa im Cinedom. Meine Frau meinte diesbezüglich: wir haben unser Lieblingskino gefunden.

Abriss ohne Geheimnisse

Selbst einen kurzen Abriss von Die letzten Jedi zu geben ohne etwa essentielles zu verraten, ist eigentlich schwer. Und mir deutlich zu heikel, angesichts des imaginierten Lynchmobs. Daher beschränke ich mich auf meine Meinung zum Film. Auf den Punkt gebracht kann ich mir ein “Nett“ abringen. Er war streckenweise komisch, an der Grenze zum Slapstick. Die Figuren wirkte auf mich etwas blasser als im siebten Teil. Immerhin, ich werde wohl nie wieder ein Wort über Jar Jar Binks verlieren. Die Teile 1 bis 3 gewinnen mit Abstand betrachtet eine deutliche Tiefe. Zumindest im Vergleich zu Teil 8. Oder anders gesagt, selbst für mich als „Fan“ läuft sich es langsam tot.
Muss man Die letzten Jedi gesehen haben? Nicht unbedingt. Aber wirklich falsch macht man auch nichts, wenn man dafür ins Kino geht. Für mich die wirklich spannende Frage (und eine großartige Szene) ist eigentlich die: Wird Chewbacca Veganer?
Wer wissen will, was es mit der Frage auf sich hat, kommt am Film nicht vorbei.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren