Metal Gear Solid

Metal Gear Solid

Der derzeit letzte Teil von Metal Gear Solid heisst nicht ohne Grund Phantom Pain. So was wie einen Phantomschmerz spürt man als Spieler auch am Ende.

Lange Geschichte(n)

Zum ersten Mal begegnete ich Metal Gear Solid auf der Playstation, es war zwar nicht der erste Teil überhaupt, aber zumindest der erste Teil in 3D. Und für mich der Anfang einer Serie. Metal Gear Solid spielte ich mit ziemlicher Begeisterung, auch die nachfolgende Teile, bis es dann zum Bruch mit den Konsolen von Sony kam. Für die Xbox gab es kein Metal Gear. Als schließlich meine Phase der Konsolen-Abstinenz begann, geriet Metal gar Solid in Vergessenheit.
Bis ich dann im Spätsommer, nach meinem Wiedereinstieg, in Bonn bei Saturn auf Metal Gear Solid: Phantom Pain für die Xbox one stieß. Lag für 9,90 Euro auf dem Wühltisch. Für den Preis, dachte ich mir, kann man es ja mal mitnehmen. Tat ich auch und zu Hause wanderte es erstmal auf einen „für später“ Stapel.

 

Metal Gear Solid
JarkkoManty / Pixabay

Metal Gear Solid Phantom Pain

Anfang Herbst installierte ich dann das Spiel und legte los. Es packte mich sofort wieder. Die gleichen Sounds wie früher (im Menü, wenn man von Feinden entdeckt wird etc.). Grafisch beeindrucken, eine interessante Story und verdammt viele Möglichkeiten. Kleine Vorwarnung an dieser Stelle, kleine Spoiler werden hier leider nicht ausbleiben. Man hat zwei riesige gebiete zu Erkunden und dort Missionen zu erfüllen. On top darf man auch auf einer Ölplattform eine eigene Basis aufbauen und dafür Mitarbeiter rekrutieren. Das kann auch schon mal über eine Extraktion per Ballon erfolgen.
Das Spiel bietet einem eine unglaubliche Vielfalt, die Missionen zu lösen. Man kann vorsichtig schleichen, mit der Hammermethode alle Feinde erschießen oder einen persönlichen Mittelweg finden. Interessanter Weis stellen sich die Gegner nach einiger Zeit auf die Vorgehensweise ein. Arbeit man mit Scharfschützengewehr und Kopfschüssen, tragen sie Stahlhelme und haben versteckte Wachen, die ebenfalls mit einem Scharfschützengewehr ausgerüstet sind. Da man für den Ausbau der eigenen Basis Unmengen an Rohstoffen benötigt, macht es auch gehörig Spaß, dem Feind diese vor der Nase zu klauen — was später auch bei Basen von anderen Spielern möglich ist. Ist man anfangs noch alleine unterwegs, stehen einem später eine Reihe von Begleitern zur Verfügung, die unterschiedliche Vorteile bringen.

Der Phantomschmerz

Egal was ich gleich noch schreiben werde, das Spiel lohnt sich auf jeden Fall. Vor allem, da es mittlerweile ziemlich günstig zu erwerben ist. Die vielen Wochen habe ich auch ziemlich genossen. Missionen erledigt, mich mit Nebenmissionen beschäftigt oder aber ich bin frei auf den beiden Karten unterwegs gewesen — zum plündern oder Waffen testen.
Steht hatte ich dabei die Fortschrittsanzeige im Auge. Vergangenes Wochenende stand diese noch bei 57 Prozent. Gestern Abend lag sie bei 58 Prozent — und ich habe das Spiel meiner Meinung nach durch. Hört sich komisch an? Ja, genau das ist es, was schmerzt. Ich habe alle Hauptmissionen, die ich erhalten habe, durchgespielt. Aber eben nur die, die ich erhalte habe. Es gibt eine letzte, geheime Mission, die nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen triggert und das eigentliche Ende von Metal Gear Solid Phantom Pain darstellt. Ob man dieses Ende zu sehen bekommt, hängt von der eigenen Spielweise ab. Ich fürchte, irgendwo die falschen Entscheidungen getroffen zu haben. Bei mir taucht die Missionen nicht auf, trotz vollständigem Ausbau der eigenen Basis. Die Mission „Wahrheit: Der Mann, der die Welt verkauft hat“ werde ich nicht zu Gesicht bekommen. Mein Spiel endet bei 58 Prozent und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Es ist, als ob man ein Buch liest, bei dem die letzten Seiten herausgerissen wurden. So wie jetzt hat das Spiel kein Ende, es versandt eigentlich nur.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren