Weniger isst mehr

Weniger isst mehr

Darf`s ein bisschen weniger sein fragte sich Julian Stock im Magazin von Alnatur. Für mich ein Wink, ihm auf diese Weise zu antworten.

Wiederholungstäter

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir aus dem Bio-Laden an der Neuserstraße in Nippes das Alnatura Magazin mitnehme. Und es ist auch nicht das erste Mal, das ich darüber schreibe. Manche der Artikel sind einfach eine zu schöne Steilvorlage, als das ich sie links liegen lassen könnte. Zudem freut man sich als Blogger immer, wenn einem die Themen dermaßen vor die Füße fallen.
Anders als beim letzten Mal kann ich diesmal eigentlich dem Artikel beziehungsweise der Kolumne nur zustimmen. Im Kerne geht es darum, dass wenn jeder sich auf dem Planten (beziehungsweise hauptsächlich in der so genannten 1. Welt) mit weniger zufrieden geben würde, es für alle Menschen reichen würde. Den lesenswerten Text von Julian Stock kann man im Original an dieser Stelle nachlesen. Er hat, anders als es die URL nahelegt, erstmal nichts mit veganer Ernährung zu tun.

Weniger wäre sinnvoll
_Marion / Pixabay

Weniger reicht für alle

Uns treibt der beständige Drang nach mehr an, ohne jemals zufrieden zu sein. Dabei sind wir längst mehr als satt. Wir haben uns an unserem Luxus überfressen. Sicherlich auf Kosten anderer, denen es erheblich schlechter geht als uns. Gleichzeitig versuchen wir aber unseren Überfluss zu verteidigen. Teilen bedeutet für viele von uns, das ihnen etwas weggenommen wird — siehe die Debatten über Flüchtlinge.
In der gesamten Intention seins Textes bin ich voll bei Herrn Stock. Ja, weniger wäre wirklich besser. Man muss tatsächlich nicht immer das neuste haben. Auch ist es nicht notwendig, jeden Gegenstand sofort durch einen neuen zu ersetzen, wenn der alte leichte Macken hat, ansonsten aber noch funktionstüchtig ist — insbesondre ich muss mir an dieser Stelle ganz fest an die eigene Nase packen. So wie wir mit den Ressourcen umgehen, reicht es auf Dauer nicht für alle. Da hat Julian Stock vollkommen recht.

Falsche Folgerung

Auch wenn ich ihm in allen Punkten zustimmen, so zieht er doch einer Stelle die falsche Folgerung. Ein Satz, der mir gerade so ins Auge springen musste, weil mich genau dieses Thema immer wieder umtreibt.

Wenn wir mit steigender Weltbevölkerung in Frieden leben wollen, werden wir uns an den Gedanken gewöhnen müssen, weniger zu konsumieren, weniger zu besitzen und mehr zu teilen.

Grundsätzlich richtig. Was hier aber nicht in Frage gestellt wird, ist die einleitende Bedingung, „mit steigender Weltbevölkerung“. Aus meiner Sicht ist nämlich genau das der Kern eines riesigen Problems. Drastisch gesagt, verwehren wir uns global betrachtet wie die Karnickel. Hier wäre weniger auch mehr und hier würde ich auch die Frage begrüßen, ob es denn ein auch ein bisschen weniger sein darf. Sicher wird die Welt fairer, wenn wir teilen. Das ist richtig und auch wichtig.

Zu Ende denken

Wenn man aber das ganze Szenario zu Ende denkt, dann wird es über einen langen Zeitraum dazu führen, dass wir uns immer mehr einschränken müssen, damit es für alle reicht, weil „alle“ immer mehr geworden sind. Die Lösung wäre hier die Anzahl der Geburten zu kontrollieren und auch zu reglementieren. Ich weiß ,daß dies unpopulär ist, deswegen taucht dieser Gedanke in dem Artikel von Julian Stock vermutlich auch nicht auch. Wer Geburtenkontrolle fordert, bekommt ganz schnell einen Stempel verpasst und wird in eine Schublade einsortiert, aus der er nicht mehr herauskommen wird.
Aber man muss es zu Ende denken. Wer schon mal selbe Sprossen gezüchtet hat weiß, dass man nur eine bestimmte Menge in einem Behälter aufziehen kann. Sie haben ansonsten keinen Platz mehr, weil der Behälter zu klein wird. Unbegrenztes Wachstum kann es in einer begrenzten Umgebung niemals geben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren