1. April

1. April

Hatte ich schon gesagt, dass ich den 1. April hasse? Besonders dann, wenn andere Leute Aprilscherze machen, die nur schwer als solche zu erkennen sind. Bisher hatte ich allerdings Glück gehabt – im Gegensatz zu anderen.

Ich kann mich noch gut an mein Praktikum in der 9. Klasse erinnern (Schlosser / Elektriker bei Flachglas). Dort haben sie einen anderen Praktikanten losgeschickt, um einen Glashobel zu holen.

Manchmal braucht man aber keinen anderen Menschen – so wie ich heute zum Beispiel. Vor ein paar Tagen habe ich Nadine noch daran erinnert, rechtzeitig ihre neue Semestermarke aufzukleben. Beim Einsteigen heute morgen in die Stadtbahn ist mir dann siedend heiß eingefallen, dass ich das vergessen hatte. So bin ich dann bis zum Bahnhof ohne Ticket gefahren und habe mir dann für 28,50 eine Fahrkarte nach Dortmund und zurück kaufen müssen. Abends in Bielefeld dann noch mal ein Ticket für die Stadtbahn für 1,05 Euro. Damit war ich dann auch für heute bedient.

Schamlos in Deutschland

Schamlos in Deutschland

Heute war in der Zeitung zu lesen das die Arbeiterwohlfahrt einseitig den Tarifvertrag aufkündigt und zukünftig eingestellte Mitarbeiter mehr arbeiten müssen, gleichzeitig natürlich auch weniger bekommen. Begründet wird dies damit, das man dem gesteigerten Kostendruck und der zunehmenden Konkurrenz etwas entgegensetzen müsste. Warum man nicht seine soziale Verantwortung entgegensetzt, sondern diese über Bord wirft, ist mir allerdings nicht klar.

In einer großen Abwärtsspirale bewegen wir uns momentan immer weiter, bis wir ethische Ansprüche, christliche und moralische Wertevorstellungen hinter uns gelassen haben und nackt dem Tiger des Kapitalismus schutzlos ausgeliefert sind. Zumindest können sich auch Obdachlose momentan wieder was „richtig Gutes“ gönnen, denn Plus bietet ein 500g Bauernbrot für 25 Cent an. Dazu noch die Superstars oder Big Brother im Fernsehen und wir haben wieder alles, was wir brauchen: Brot und Spiele.

Die Barbaren stehen auch schon vor der Tür, um unserer Zivilisation den Rest zu geben, unsere Städte und unsere Kult niederzubrennen. Nur werden sie nicht Barbaren, sondern Terroristen genannt. Unsere Augen sollten sich aber auch auf den Feind im inneren richten, der dabei ist unsere soziale Marktwirtschaft von innen auszuhöhlen, sich an Divenden satt zu fressen wie die Made am Speck.

Studenten als Krebsgeschwür

Studenten als Krebsgeschwür

Zugegeben, die Überschrift ist ziemlich heftig. Aber der Vergleich liegt nah, wenn die Neue Westfälische in ihrer unnachahmlichen in der heutigen Ausgabe auf der Titelseite schreibt:

OWL-Unis schrumpfen sich gesund

Bis zu 20 Prozent weniger Studierende

Da bleibt einem doch das Brötchen im Hals stecken, wenn man so einen Titel liest. Es fehlt nicht mehr viel, und die Zeitung unterbietet BILD. ich hätte nie gedacht, dass man ernsthaft so etwas schreibt. Genauso könnte man schreiben „Bielefeld Innenstadt wird sauberer – Im harten Winter sind 20 Prozent Obdachlose erfroren“. Beide Aussagen liegen auf ein und der selben Ebene und zeigen, wo der Trend hingeht. Der Mensch und mit ihm die Menschlichkeit verschwindet hinter Zahlen. Börsenkurse werden dadurch gesteigert, dass man ein paar Tausend Arbeitnehmer freisetzt (Neudeutsch für die erbärmliche Tatsache, dass man Frauen und Männer auf die Straße setzt und ihnen überläst, wie sie in Zukunft sich und ihre Familien ernähren).

Rund um Ostern

Rund um Ostern

Mir ist heute aufgefallen, dass die letzten Jahre rund um Ostern eine Besonderheit hatten. Immer wieder hatte ich vorher oder nachher eine Dienstreise über mehrere Tage. Dabei fällt es mit schwer, von Nadine auch nur einen Tag getrennt zu sein – ihr geht es genauso.

Dieses Jahr ist anders, aber doch gleich auf eine bestimmte Art. Diese Woche ist es Nadine, die für fünf Tage nicht zu Hause ist. Bei ihr ist es aber keine Dienstreise, sondern ein Krankenhausaufenthalt. Nun sitze ich alleine in der Wohnung, während meine Gedanken um die morgige Operation kreisen.

Das Warten bzw. Abwarten fällt mir schwer, sehr schwer. Nadine ist nicht nur nicht da, sonder sie ist alleine im Krankenhaus und wartet ebenso. Aufgewühlt fühle ich mich und ebenso leer wie die Wohnung. Still, zu still ist es ohne das Geräusch ihres Atmens, ohne ihre Stimme. Wie einschlafen, wenn das Bett kalt ist, die andere Hälfe frei bleibt?

Erträglich leichter Lesegenuss

Erträglich leichter Lesegenuss

Anfang dieser Woche startete die Süddeutsche Zeitung Bibliothek. Insgesamt 50 ausgewählte Romane werden über den Zeitraum eines Jahres herausgegeben. Die Bücher kommen in einer Hartcover Ausgabe mit einem passend zum Roman gestalteten Cover– jeweils ein Schwarzweißfoto und eine dezent ausgewählte Farbe. Über den preis traut man sich fast gar nicht zu schreiben, so günstig ist er. Für 4,90 Euro (bzw. 4 Euro für Abonnenten der Süddeutschen Zeitung) pro Ausgabe kann man an diesem wundervollen Leseabenteuer teilhaben. Den ersten Roman, „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”, gibt es sogar kostenlos.

Ohne den Anstoß durch diese Reihe hätte ich vermutlich nie den Roman von Milan Kundera gelesen –und hätte demnach mein Leben lang etwas verpasst. Alleine schon der Anfang des Buches, der die Erklärung des Titels zum Ziel hat, begeistert mit seinen Sätzen, denen man zustimmen kann.

Dies ist auch das wundervoll verführerische an dem Roman – es führt zum lesen, zum nachdenken und reflektieren zum Beispiel über solche Sätze:

In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung.
[…]
Ist aber das Schwere wirklich schrecklich und das Leichte herrlich?
Das schwerste Gewicht ist also gleichzeitig ein Bild intensiver lebenserfüllung. Je schwerer das gewicht, desto näher ist unser Leben der Erde, desto wirklicher und wahrer ist es.

Wieder Sommerzeit

Wieder Sommerzeit

Ich glaube, ich habe es schon gesagt: Ich hasse die Umstellung auf die Sommerzeit. Ich hasse es, in der Woche statt um 5:30 um 4:30 (gefühlte Zeit) aufzustehen. Diese Umstellung ist völlig unsinnig. Das was man eventuell an Licht gespart hat, gibt man für höhere Heizkosten aus. Davon abgesehen gibt es Menschen, die ihre Medikamente zu festgelegten Zeiten nehmen müssen, Bauern die ihr Vieh pünktlich füttern müssen und viele andere, die unter den Nebenwirkungen der Sommerzeit leiden.

Am ehesten könnte ich mich mit der Sommerzeit abfinden, wenn es darüber einen Volksentscheid geben würde. Wenn die Mehrheit dafür ist, o.k., aber ich denke, der Mehrheit ist es entweder egal oder sie ist dagegen.

Das falsche T-Shirt

Das falsche T-Shirt

Einer unser Auszubildenden (Fachinformatiker), dessen Projektarbeit ich betreue, hatte heute das definitive falsche T-Shirt an. Auf dem unseligen Textil stand der Spruch „Elfen haben doofe Ohren„.

Das höre ich als jemand, der in Everquest Online Adventures einen elfischen Zauberer spielt, sehr ungern. besser fände ich „Zwerge haben kurze Beine“ – aber nun gut.
Alle, die das Elfen diskriminierende T-Shirt bestellen möchten, kann ich die Seite von 3D Supply empfehlen.
Dort bekommt man auch das wichtigste T-Shirt für alle, die immer wieder von Freunden, Verwandten und Bekannten mit Computerproblemen genervt werden:
No, I will not fix your computer„.

Opportunistisch

Opportunistisch

Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich heute ein Mitgliedsantrag für Deutschlands Kuschelgewerkschaft Nr. 1 ausgefüllt: IGBCE. Besser hätte mir ver.di gefallen – oder die GEW. Als Teil eines Konzerns, der „in Kohle macht“, ist aber die IGBCE aber die Haus- und Hofgewerkschaft. Also rein in die Filzpantoffeln und abwarten.

Zumindest kann ich nicht behaupten, dass der Mensch vom Betriebsrat, der mir gestern das Antragsformular gegeben hat, unsympathisch ist. Witzigerweise sieht er so aus, wie man sich einen Aktivisten der Gewerkschaft und Betriebsrat so vorstellen würde.

So satt

So satt

Nach dem ich heute acht Stunden damit verbracht habe, Kaffee für Seminarteilnehmer zu kochen und Geschirr rum zu räumen kann ich nur eins sagen: Ich habe es so satt! Ich stelle mich nun wirklich nicht an, aber ich fühle mich ausgenutzt und ungerecht behandelt. Ein paar meiner Kollegen helfen nicht mit, weil sie sich dafür zu schade sind. Sie machen statt dessen ausgiebige Frühstücks- und Mittagspausen, während ich keine Zeit hatte, etwas zu essen. Auf Dauer lasse ich mir das nicht mehr gefallen. Es wird Zeit, samstags in die Stellenanzeige der Lokalzeitung zu schauen und ein paar Initiativbewerbungen zu verschicken. Mein Problem dabei ist allerdings, dass ich nicht weiß, als was ich mich bewerben soll.

So beleibt mir momentan nur ein anderer Ausweg. Innerhalb der Firma eine andere Aufgabe ergattern. Nach einem Gespräch heute Nachmittag soll ich wohl Schulungsunterlagen für eine E Learning-Plattform bearbeiten. Da das eine Aufgabe ist, die eine sehr enge Zeitvorgabe für die Umsetzung hat, kann ich wohl kaum parallel dazu Kaffee kochen und Kellner spielen. Da wird dann für die Sklavenarbeit ein anderer herhalten müssen – auch wenn ich noch nicht weiß, wer das sein könnte.

Pflaumenwein

Pflaumenwein

Hier sitze ich nun am meinem Schreibtisch, trinke ein Glas Pflaumenwein und lasse mir den Tag durch den Kopf gehen (hoffentlich passiert das nicht zur später mit dem Pflaumenwein). Hinter mir liegt wieder eine erfolgreiche Schulung. Wie immer plagen mich Halsschmerzen, da ich meinen Stimme überanstrengt habe. Das kalte Wetter verstärkt das dann noch. Daher der Pflaumenwein, um den Rachenraum ein wenig zu desinfizieren (zumindest ist das eine brauchbare Ausrede).

Die beiden Tage waren anstrengend, sehr anstrengend. Gerade wenn man Kunde in der Schulung hat, die alles hinterfragen und auch noch pedantisch nachhacken, ob man ihnen einen Locher für die Übungsblätter und einen Textmarker zur Verfügung stellen könnte. Nun denn. So lange sie von mir nicht die Lottozahlen für den kommenden Samstag haben wollen ist das noch erträglich – wenn ich die wüste, müsste ich mir allerdings keinen Gedanken über das Thema Arbeit mehr machen.

Den Vorteil der Seminare für mich möchte ich aber auch nicht verschweigen. Ich mache etwas, was ich kann, was mir auch noch Spaß – zumindest annähernd – macht und mich herausfordert. Ganz im Gegensatz zum Catering für andere Seminare. Aber das Thema hatten wir ja an dieser Stelle schon letzte Woche.

CSS-Unfall

CSS-Unfall

Der Schreck am frühen Morgen. Diese Seiten sehen etwas anders aus, als von mir geplant. Woran das liegt – vermutlich ist die Stylesheet-Datei defekt. Gestern Abend auf dem heimischen Mac ging es noch ohne Probleme. Jetzt im Büro sieht es sehr unschön aus. Dummerweise komme ich von hier aus nicht per FTP auf den Server, um das Problem einzukreisen. Es beleibt also nur das Abwarten bis heute Abend.

Nachtrag: Am Rechner im Schulungsraum sieht alles so aus, wie es aussehen sollte. Sehr eigenartig!

Nachtrag (16:51):Jetzt sieht es auch am Arbeitsplatz so aus. Komisch. Dabei habe ich nur vom IE den Cache geleert, nicht aber von Opera.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren