Magic the Gathering

Magic the Gathering

In diesem Jahr feiert das Spiel Magic sein 10-jähriges Jubiläum. Seit den letzten zwei Jahren gehöre selber zu denjenigen, die es regelmäßig spielen. Dabei gab es allerdings schon einen Erstkontakt mit dem Spiel, der etwas länger zurück liegt und nicht ansteckend war. Das lag wohl damals daran, dass die Regeln für Einsteiger noch nicht die Qualität hatten. Die 7te Edition, mit der ich anfing, dass Spiel zu lernen, bot einen sehr schönen und einfachen Einstieg in das Spiel.

Für jemanden, der Magic the Gathering nicht kennt, erscheint das alles wahrscheinlich sehr rätselhaft, daher sollte ich ein paar Worte zum Spiel verlieren. Magic ist ein Kartenspiel, welches einen Fantasyhintergrund hat. Zwei Zauberer kämpfen gegeneinander, in dem sie sich Zaubersprüche um die Ohren hauen und Monster beschwören, die sie ihren Gegenspieler hetzen. Der Reiz dieses Spiels besteht darin, das es ein Vielzahl von Karten gibt, die man immer wieder neu zusammenstellen kann, um damit dann zu kämpfen. Jede Karte hat dabei andere Möglichkeiten. Zum Teil ergänzen oder ersetzen die Regeln auf den Karten auch Teile der eigentlichen Spielregeln. Der Hersteller Wizards of the Coast hat sich zwei Dinge ausgedacht, um das Spiel auch dauerhaft interessant zu machen. Zum einen erscheinen jedes Jahr neuen Kartensets, sogenannte Themenblöcke. Zum anderen handelt es sich bei den Karten um Sammelkarten, d.h., wenn man Karten kauft, kauft man immer eine zufällig zusammengestellte Mischung. Es gibt dabei häufige, weniger häufige und seltene Karten. Einen guten Einstig und einen Überblick bietet die Webseite von Amigo, ein Spieleverlag, der die deutsche Ausgabe vertreibt oder aber Wizards of the Coast.

Tageszeitung

Tageszeitung

Seit über 10 Jahren lese ich die Süddeutsche Zeitung und habe sie auch ebenso lange im Abo. Vielen Höhe und Tiefen habe ich dabei miterlebt. Über die Einführung des NRW-Teils habe ich damals riesig gefreut – bis er dann ein Jahr später wieder abgeschafft wurde.
In letzter Zeit denke ich allerdings immer stärker darüber nach, das Abo zu kündigen und die Zeitung nicht mehr zu lesen, besser eigentlich keine Zeitung zu lesen. Schuld daran ist die Tatsache, dass die Anzahl der betrüblichen Nachrichten meinem Empfinden nach rapide zugenommen hat. Jeden Morgen, bevor ich die Zeitung in die Hand nehme, geht mir die Frage durch den Kopf, was wohl diesmal für Katastrophen und Ungerechtigkeiten in der Zeitung stehen, die einem dem Tag verderben.

Hinterfragen muss man auch die Sinnhaftigkeit seines Tuns, also des Lesens einer Tageszeitung. Ganz nüchternd gilt es zu betrachten welchen Nutzen man aus dem zieht, was man dort liest. Es kann unter Umständen der Algemeinbildung dienen, im schlimmsten Fall aber nur dazu, dass man bei Günther Jauch oder Trivial Pursuit gut abschneidet. Natürlich ist es wichtig, über das politische Geschehen informiert zu sein. Man kann zwar nicht viel ändern, mit seinem Wissen aber bei Bewerbungen und auf Partys glänzen.

Trotz der vielen Zweifell werde ich die Zeitung nicht abbestellen – aus alter Gewohnheit. Seit meine siebten Lebensjahr lese ich zum frühstück die Tageszeitung. Ohne sie blieben mir nur die Verpackungshinweise der Marmelade zum lesen

Sixpack

Sixpack

Lange, sehr lange habe ich darüber nachgedacht, über ich zu diesem Thema überhaupt etwas schreiben soll. Jeder Kommentar mehr führt letztendlich doch nur dazu, dass sich der unsägliche Ruhm der sechs Frauen aus Gütersloh vermehrt wird. Die sind durch die Idee, sich selbst und einen Kasten Bier bei ebay zu versteigern berühmt geworden. Der Zuschlag für ihr Angebot erfolgt nämlich bei stolzen 25.050 Euro und hat zahlreiche Nachahmer gefunden. Jetzt gibt es Exklusivverträge, große Zeitungsartikel und mehr. Wenn man höfflich ist, unterstellt man den sechs Frauen nur Naivität. Die Bieter sind vermutlich nicht sabbernde Testosteron gesteuerte Trainingsanzugsträger, sonder auch ganz normale Idioten. Bei den Nachfolgeauktionen wurden sogar mehrer Hunderttausend Euro geboten, bevor die Auktion von ebay gestoppt wurde. Für ebay sind solche Auktionen nämlich pures Gift, weil sie die Seriosität der Onlineplattform untergraben.

Klar, man kann natürlich behaupten, das Ganze sei geschicktes Selbstmarketing und austesten des eigenen Marktwertes. Aber es gibt Grenzen und die sind in diesem Fall eindeutig überschritten worden. Es muss nicht immer Niere sein, sonder auch solche Aktionen sind geschmacklos und menschenverachtend, selbst wenn sich Leute freiwillig zum Narren machen. Vielen aber ist jedes Mittel recht, nur um für kurze Zeit berühmt zu werden. Unsterblich wird man dadurch nicht und in die Geschichte geht man auch nicht ein. Bestenfalls taugt man für einen Witz:
Was ist der Unterschied zwischen Sixpack und Kasten Bier? Die Anzahl der Flaschen.

Gottschalk im Bundestag

Gottschalk im Bundestag

Nach einer verloren Wett in der Sendung Wetten das…? flammte die Diskussion auf, ein einer wie Thomas Gottschalk, also nur ein einfacher Fernsehmoderator und kein Bundestagsabgeordneter, dass Recht hätte, im Bundestag zu sprechen. Es ist einleuchtend, das das Parlament keine Shownummer, kein Wanderzirkus ist, vor dem man mal eben nach einer verlorenen Wette auftreten kann. Vor dem Bundestag dürfen nur Abgeordnete oder Staatsoberhäupter sprechen – wo bei ich meine, das es auch in der Vergangenheit Personen gab, die im Bundestag gesprochen und auch nicht einer dieser beiden Gruppen angehört haben.

Eine Geschäftsordnung, die vorsieht, dass nur Abgeordnete und Staatsgäste im Bundestag reden dürfen, macht durchaus Sinn. Schließlich geht es im Bundestag um die Politik unseres Landes, also durchaus um ernste und wichtige Dinge. Würden man einem Fernsehmoderator Rederecht einräumen, so könnte das dem Ansehen Schaden. Zudem wäre das vermutlich auch ein Signal für Andere – wenn schon Gottschalk sprechen darf, warum sollte man dann anderen Personen die Möglichkeit verwehren, im Bundestag zu reden. Möglicherweise würde dann das Rederecht meistbietend versteigert oder man hätte plötzlich Sponsoren und Bandenwerbung.

Auf der anderen Zeit ist Politik – Polis – von und für die Öffentlichkeit. Was teilweise im Bundestag geschieht, erweckt nicht immer den Eindruck, es wäre für die Öffentlichkeit oder zum Wohle der Menschen in diesem Land. Oft sieht es für Aussenstehende so aus, als ob der Bundestag auf der Insel Bundestag sich um sich selbst dreht. Die Meinung der Bürger ist nur Nebensache, zumindest wenn keine Wahl ansteht. Der Abgeordnete wird so zu einer im Stillen agierenden Elite, die abgehoben vom Rest der Bevölkerung agieren, ohne selbst davon betroffen zu sein. Währe es da nicht gut, wenn dann mal jemand wie Thomas Gottschalk im Bundestag reden würde? Es führte sicher dazu, das sich mehr Menschen wieder für das, was im Bundestag eigentlich passiert, interessieren würde. Vor allem aber bringt es die Welt von Draußen nach drinnen. Vielleicht führte eine solche Öffnung zur bessere Verständigung, zu mehr Transparenz und zu einer Belebung des griechischen Polis-Gedankens. Die Frage also, ob Gottschalk im Bundestag reden darf, würde ich mit „ja, warum nicht“ beantworten.

Politiker sollten sich und ihre Arbeit nicht wichtiger nehmen als die Menschen des Landes, welches sie zu vertreten und zu regieren vorgeben.

Telefonbuch

Telefonbuch

Jedes mal, wenn es neue Telefonbücher gibt, kommt von mir der Kommentar, dass ich doch das alte noch nicht ausgelesen habe. Zugegeben, ein flacher Witz, aber etwas Wahres ist dran. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in eine Telefonbuch geschaut habe, wenn man mal die gelbe Seiten ausnimmt. Von Leuten, die ich kenne, habe ich die Telefonnummer. Leute, die ich nicht kenne, ruf ich nicht an. Sollte ich dennoch mal eine Nummer nachschlagen müssen, nutze ich das Online-Telefonbuch. Selbst für die Leute, die keinen Internetzugang haben, gibt es eine Lösung: die Telefonauskunft. Wozu also Telefonbücher? Vor allem, wenn man mal überlegt, wie Tonnen Papier das jährlich sind. Mir fällt auf Anhieb kein sinnvoller Verwendungszweck ein. Vielleicht kann man mal ein Spiel erfinden, bei dem man ein Telefonbuch braucht. Oder ein Fernsehshow, bei dem man raten muss, welche Nummer auf Seite 67, Zeile 12 der Bielefelder Ausgabe steht.

Captain Future

Captain Future

Dank amazon kann ich mir ein Stück Kindheit ins Wohnzimmer holen. Captain Future, der Comicheld meiner Kindheit, gibt es auf DVD. Sicher, die technische Qualität einer Serie, die Ende der 70’er des letzten Jahrhunderts produziert wurde, läst sich nicht mit heutigen Filmen vergleichen. Dennoch begeistert mich die DVD. Zahlreiche Fans der Serie beschweren sich natürlich über die gekürzte deutsche Fassung. Mir ist das als Kind schon nicht aufgefallen. Wichtig war für mich immer das Miterleben von Captain Futures fantastischen Weltraumabenteuern. Mit der packenden Titelmusik werden auch noch heute Erinnerungen geweckt.

Ein Wermutstropfen hat das Ganze allerdings. Captain Future verhält sich nicht nur wie ein Superheld, sondern auch wie ein Super Macho. Einige frauenfeindlichen Sprüche lassen einen ganz heftig schlucken.
So heißt es zum Beispiel in der Folge Unter Zirkuskünstlern, als der Captain eine Gegenspielerin überrumpelt: „Sie sind und bleiben nur eine Frau„. Darüber kann man sich aufregen, nicht über Szenen, die raus geschnitten worden sind oder eine nicht 100% Bildqualität.

Trotzdem macht es Spaß, sich alte Serien anzusehen. Neben Capatin Future warten auch noch andere Helden und Anti-Helden von Damals darauf, gekauft zu werden. So zum Beispiel auch jemand, der sein Glück sucht – Herr Rossi.

Schreibtischhintergrund

Schreibtischhintergrund

Von Zeit zu Zeit wechsele ich den Bildschirmhintergrund meines Computers aus. Es ist ein großer Vorteil, dass man den Hintergrund eines Fensters in das man reinschaut, austauschen kann – völlig ohne Umzugskosten und ohne Probleme. Mittlerweile ist eine richtige Sammlung mit unterschiedlichen Motiven auf meiner Festplatte entstanden. Was ich allerdings immer wieder bemerke, ist meine Vorliebe für dezente Motive. Ein Schreibtischhintergrund ist ein Hintergrund und sollte sich nicht in den Vordergrund drängen. Grelle Farbe oder nervöse Muster stören nur, besonders dann, wenn man selber grafisch am Computer arbeitet. Am liebsten mag ich daher ruhige Farbe oder Pastelltöne. Natürlich könnte ich mir einfach irgendwelche Farbmuster aussuchen und damit zufrieden sein. Ein Hintergrundbild drückt aber auch etwas über den Charakter oder zumindest über die Interessen und Vorlieben des Computerbesitzers aus. Es ist sozusagen ein Stück „Wohnungseinrichtung“. Motive, die ich auswähle, müssen originell, besonders und eben nicht aufdringlich sein. Am besten gefällt mir eine Motiv, wenn ich dafür auch noch Icons bekomme, mit denen ich die Verknüpfungen auf meinem Schreibtisch anpassen kann. Im Internet gibt es eine schier unendliche Auswahl. Mit viel Zeitaufwand muss man sich aber durch die Berge von Unbrauchbaren und lieblosen Motiven wühlen.

Daher möchte ich an dieser Stelle ein kleines Juwel vorstellen. Mein aktueller Hintergrund – und er wird es auch noch lange bleiben -ist von David Lanham. Auf seiner Internetseite www.dlanham.com findet man Bilder, die sowohl originell, witzig als auch dezent sind. Mit den passen Icons dazu schafft man sich eine Umgebung, in der sich das Auge wohl fühlt.

Kunst

Kunst

Über Kunst ist bereits viel geschrieben worden und wird sicher auch noch viel geschrieben werden. Trotzdem stellt sich mir immer wieder die Frage, was Kunst ist und vor allem, wer bestimmt was Kunst ist. Von meinem naiven Standpunkt aus betrachtet ist Kunst eine Definition. Als Kunst gilt zum einem etwas, was zu einem tradierten Kanon gehört. Ein Bild von van Gogh gilt als Kunst, ohne das man innerhalb unserer Gesellschaft darüber streiten müsste. Werke, die in diese Kategorie der tradierten Kunst fallen, bleiben in der Regel Kunst, bis sich die gesellschaftlichen Werte so weit verändern, das der gesamtgesellschaftliche Konsens etwas nicht mehr als Kunst betrachtet oder aber eine herrschende Gruppe auf Grund ihrer Macht ein Werk verbietet oder zu Un-Kunst erklärt. Dieses Herausfallen aus dem Kanon kann entweder endgültig oder zeitlich begrenzt sein. Werke von Ernst Barlach galten während der Diktatur der Nationalsozialisten nicht als Kunst – sie wurden als „entartet“ bezeichnet. Nach dem Krieg ändert sich dies wieder.

Während es auf der einen Seite also die „schöne“ Kunst gibt, die im Regelfall keiner Diskussionsbedarf, gibt es auf der anderen Seite Werke, die zu heftigen Kontroversen führen. Die Meinungsverschiedenheiten bleiben über längere Zeiträume bestehen bzw. lösen sich nicht auf. Als eines von vielen Beispielen kann man hier die Werke von Beuys anführen. Am Fettklumpen, der vom Meister geformt wurde, entzünden sich die Gemüter. Für die einen ist es ohne Frage Kunst. Andere wiederum sehen darin Fett, eine Verunreinigung, die man entfernen darf. Dazwischen gibt es noch eine Haltung, die vor allem dadurch gekennzeichnet ist, dass man sich raus hält und nicht an der Diskussion beteiligt. Wiederum von meinen naiven Standpunkt aus betrachtet könnte man trotz der Tatsache, das solche Werke umstritten sind, dies gerade deshalb als Kunst bezeichnen, weil Kunst etwas bewegt – im diesen Fall die Gemüter.

Verbunden mit der Definition von Kunst ist auch die Frage, wer ein Künstler ist. Eine Ausbildung zum Künstler gibt es nicht. Natürlich kann man Kunst studieren, oder Bildhauer werden. Über die Qualität und die Anerkennung entscheiden die anderen, die das eigene Schaffen zur Kunst erklären oder aber zur Zeitverschwendung, weil der Arme frei von Talent ist. Das wiederum führt zur nächsten Definition: Talent. Auch hier lässt sich in Bezug auf Kunst darüber streiten, wer Talent besitzt und wer nicht.

Für den Betreffenden „Künstler“ ist es oft das Existentielle, was bei der Erstellung seiner Werke entscheiden ist. Wenn er von seiner Kunst, seiner Arbeit leben muss, will er für seine Werke auch Geld habe. Er wird daher versuchen, einen Geschmack oder ein Bedürfnis eines Dritten zu befriedigen mit seinem Werk. Abgeleitet daraus könnte man soweit feststellen, dass derjenige, der das Geld gibt, bestimmt was Kunst ist und was nicht. Das allerdings erfasst nur die „Brot und Butter“-Künstler, also diejenigen, die ihren Lebensunterhalt mit der Erschaffung von Kunst bestreiten. An dieser Stelle könnte man auch den Standpunkt einnehmen und sagen, dass solche Form der Kunst keine Kunst sein kann, da Kunst zweckfrei zu sein hat. Kunst wäre demnach nur das, was man ohne ein direktes materielles Bedürfnis erstellt. Dennoch hat Kunst auch dann einen Wert, nämlich den Betrag, den jemand bereit ist für den Erwerb des Werkes zu zahlen. Dadurch, das man so auch mit Kunst handeln kann, gibt es entsprechend auch Menschen, die von Kunstleben können ohne das es das Kunstwerk entwertet.

Kunst kann also direkt oder indirekt ein materielles Bedürfnis befriedigen. Davon ableiten kann man die Frage, ob Kunst materiell sein muss. Oder anders gefragt, muss Kunst sich einem physikalisch vorhandenem Werk manifestieren? Mit Blick auf Literatur oder auf Musik, die ja zunächst erstmal aus Noten auf dem Papier steht, lässt sich behaupten, dass das entscheidende an der Kunst die Idee ist. Letztendlich ist es egal, in welcher Form sich dann diese Idee manifestiert. Auch dieser Text ist die Manifestation einer Idee. Wenn das zu zutreffend ist, kann dann Kunst auch nur als Idee bestehen, ohne des es eine Manifestation gibt? Kann ich ein Kunstwerk nur dadurch erschaffen, dass ich die Idee habe? Werden diese Fragen positiv beantwortet, könnte demnach eine Idee vorstellen, dies wird dann von anderen als Kunst betrachtet und hat dann in letzter Konsequenz dann auch einen Wert, der sich quasi als Betrag in Euro kondensiert.

Versuchen wir es mal mit der Beschreibung einer Idee, die ein Kunstwerk auch in physikalischer Form werden kann, aber nicht muss. Die Existenz und die Veröffentlichung dieser Idee ist es, was in erster Linie interessant sein wird. Stellen wir uns vor unserem geistigen Auge eine typische Krippenszene vor. In dieser Szene werden aber die üblichen Verdächtigen durch Actionfiguren (H-Man oder Big Jim etc.) dargestellt. Das Installationen, und es wäre eine Installation, auch einen Namen haben, der nicht nur beschreibt kann, sondern auch erst die Kunst ausmachen kann, geben wir auch dieser Krippenszene einen Namen: Batteries not includ.

Abhängen

Abhängen

Am Freitagabend nach einer anstrengenden Woche erwischt es mich immer voll. Statt den Feierabend zu nutzen endet es meistens damit, dass ich nur abhänge. Am liebsten vor dem Fernseher, wo man mich bei zappen durch die Programme erwischen kann. Wenn ich irgendwo länger hängen bleibe, dann ist es entweder GIGA oder Arte. Auf den ersten Blick haben beide nichts gemeinsam. Beide bieten aber Unterhaltung. Auf dem eine wird anspruchsloses und auf dem anderen anspruchvolles serviert. Beide verhindert durch ihre besondere Art das Wegschalten. Nach einer Stunden habe ich dann allerdings genug und wende mich müde dem Bett zu. Schade eigentlich, denn der Freitagabend ist das schönste an der ganze Woche. Die Arbeit liegt hinter einem und das ganze Wochenende noch vor einem. Vielleicht aber ist mein Abhänge die Form, das richtig zu genießen. Alles andere kann man ja noch am Samstag oder Sonntag machen, schließlich hat man frei. Also weiterhin sinnfrei vor dem Fernseher versumpfen?

Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die man alternativ am Freitag machen kann. Die sind aber meistens laut, mit Alkohol oder Nikotin verbunden oder wahnsinnig anstrengend. So gesehen ist Abhängen nicht die schlechteste Wahl. Mit ein wenig Glück läuft dann wie heute ein guter Film bei Arte und man kann dann voller Überzeugung sagen, das man ein Stück Kultur genossen hat. Vor dem Film, der diesmal lief, habe ich allerdings ein Steak und Prosecco genossen. Das ist dann wie ein Weichzeichner für den Abend ohne einen dicken Kopf am nächsten Tag zu machen. Man fühlt sich einfach beschwingt und kann dann auch später über die flache Moderation bei Giga-Games lachen.

Verloren im Staub

Verloren im Staub

Wenn ich blind mit 10 Fingern schreiben könnte, müsste ich nicht immer auf die Tastatur schauen. Dann würde ich auch nicht sehen, wie staubig und dreckig sie ist. Vermutlich hat sich dort unter den Tasten schon eine Milben-Metropole angesiedelt. Erschwerend kommt noch dazu, dass ich dank Apple eine schwarze Tastatur habe. Darauf sieht man wirklich jedes einzelne Staubkorn. Zudem zieht Schwarz Staub auf magische Weise an. Kaum hat man sauber gemacht, trudeln mit dem Sonnenlicht schon die ersten Staubflocken an. Wenn man dann noch dazu neigt, sich beim Programmieren durch die Haare zu gehen, weil das bekanntlich beim Denken hilft, hat man auch Haare und Haarreste zwischen den Tasten. Der Rest besteht dann aus undefinierbarem Schmader (Teereste, Brösel etc.) Ich sollte wohl mal am kommenden Wochenende mit einem Sauger zumindest die größeren Teile entfernen, sonst muss ich wohl demnächst meine Texte mit Einweghandschuhen schreiben. Eins werde ich aber auf jeden Fall nicht machen – mit Wasser zu versuchen, die Tastatur zu reinigen.

Schlaftabletten

Schlaftabletten

Nach einer aus unerklärlichen Gründen schlaflosen Nacht verspürt man das tiefe Bedürfnis, endlich mal durchzuschlafen. Ein Blick in den Spiegel offenbart dunkle Ränder unter den Augen und bestärkten den Wunsch nach Schlaf. Dann im Bett befällt einen die Angst, trotz der erheblichen Müdigkeit nicht einschlafen zu können. Man liegt wach und denkt an den Schlaf, an den nächsten Morgen, wenn das Schlafdefizit noch größer geworden ist. Wie lange noch bis zum Zusammenbruch?

Die Lösung wäre doch so einfach. Eine kleine Tablette verspricht den ersehnten Schlaf. Dennoch hält mich etwas zurück. Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, nicht zu wissen, was die Tablette mit dem eigenen Körper anstellt. Besser nicht schlafen, als nicht zu wissen, wann und ob man wieder aufwacht.

Mit müden Augen blicke ich daher noch mal in den Spiegel, fest entschlossen, meine Angst zu überwinden – die Angst, nicht schlafen zu können. Am nächsten Morgen wache ich dann auf, nicht mehr so müde wie noch am Abend. Der Schlaf kam irgendwann in der Nacht – auch ohne Tablette.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren