Geschichte der Handwerker

Geschichte der Handwerker

Eine umfassende Geschichte der Handwerker in einen Blogeintrag mit durchschnittlich 500 Wörter zu pressen, wäre mehr als nur ambitioniert.

Dauerurlaub

Daher wird aus der kompletten Geschichte der Handwerker lediglich meine bisherigen Erlebnisse mit dem Typus Handwerker. Selbstverständlich gibt es wie in allen Berufsgruppen solche und solche, allerdings habe ich verstärkt den Eindruck, nur an solche zu geraten. Aber egal zu welcher dieser beiden Kategorien ein Handwerker gehört, eines ist allen gemeinsam. Die unumstößliche Überzeugung, ihre Bittsteller, denn als solches fühlt man sich und weniger als Kunde, würden sich in einer Art Dauerurlaub befinden. Anders sind „Terminvereinbarungen“ mit Zeitangaben wie „wir kommen in der Zeit zwischen 7:30 und 16:30 Uhr“ nicht vorstellbar.
Normale Arbeitnehmer müssen sich in solchen Fällen einen Tag frei nehmen — nicht jeder hat schließlich das Glück, im Home Office arbeiten zu dürfen.
Ob Urlaubstag oder Arbeitstag, problematisch ist der großzügige Zeitrahmen. Man sitzt wie auf heißen Kohlen, weil man nicht genau weiß, wann denn die Herrschaften sich dazu bequemen einzutreffen.

Handwerker mit Hammer
Grieslightnin / Pixabay

Unverbindliche Absprachen

Dabei kann man sich eigentlich noch glücklich schätzen, wenn die Handwerker tatsächlich zum vereinbarten Termin erscheinen. Ob sie dann auch das, wozu sie gekommen sind, auch in Stand setzen können, ist ein ganz anderes Thema. Bleiben wir der Einfachheit erstmal bei den Terminen. Ohne Zweifel ist mir anzumerken, dass ich aktuell ziemlich abgefressen bin. Das hat ganz eindeutig Gründe. Fangen wir aber von vorne an. Hier im Wohnblock soll, soweit ich das als technischer Laie verstanden habe, ein hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizungen stattfinden. Die Heizleistung ist nämlich nicht in allen Wohnungen gleich. Während einige Bewohner sich bereits nach Saunaaufguss mit Fichtennadelduft für den Winter umgesehen haben, orderten andere bereits Eiskratzer für die Innenseite ihrer Fenster.
Wie dem auch sei, die Eigentümerversammlung beschloss Anfang des Frühjahrs, aktiv zu werden und ein Unternehmen zu beauftragen. Der Frühling verstrich, der Sommer kam und ging zur Neigung. Schließlich wurde ein Termin für die umfangreichen Arbeiten für den September angegeben. Zur besonderen Problematik kommen wir dann gleich. Zu einigen Wohnungen gehören Keller, in denen sich Ventile und Absperrungen für die Heizungsstränge befinden. Aus diesem Grund sollten die betreffenden Keller am 11.09. zugängliche gemacht werden.

Handwerker, weder Freund noch Helfer

Es versteht sich von selber, dass ich nicht die Kellertür aufschließe und dann den Tag über nicht zu Hause bin. Sonst könnte ich auch gleich ein Schild an den Keller „zu verschenken“ hängen. Vertrauen ist gut, ich gehöre aber lieber zur vorsichtigen Sorte Mensch. Zudem würde mich meine Versicherung auch für komplett bescheuert erklären (Stichwort Sorgfaltspflicht), wenn denn Sachen aus dem Keller „verschwinden“. Also brachten wir am Keller eine Notiz an, wo zu klingeln sei, wenn man denn ich unseren Keller rein wollte. Zu Hause war ich dank Home Office ja. Der Montag verging. Es kam: kein Handwerker. Meine Frau und ich hatten dann abends schon so eine Vermutung.
Am Dienstag ihr ich dann wieder Richtung Essens ins Büro, meine Frau hatte ganz normal Unterricht. Als sie am Nachmittag von der Schule kam, hing ein Zettel an unserem Keller. Man habe uns nicht angetroffen. Mit besonders gute Laune griff meine Frau zum Telefon und faltete die Handwerker zusammen. Was man halte so macht, wenn die Schülerinnen und Schüler es mal wieder besonders bunte getrieben haben.

Zwischengegner

Am Donnerstag sollte dann in den Wohnungen das Restwasser in den Fußbodenheizungen abgepumpt werden. Dazu hatte ich einen weiteren Home Office Tag vereinbart. Von zwei Nachbarn bekam ich auch noch Wohnungsschlüssel, so dass ich mehr oder weniger abrufbereit auf die Handwerker wartete. Die kamen dann auch fast zur vereinbarten Zeit. Am frühen Morgen war sogar noch derjenige da, der am Dienstag in den Keller wollte. Die Handwerker arbeiteten sich von unten nach oben durch die Wohnungen. Ich bat sie, wenn sie oben bei den Nachbarn fertig waren, mit Bescheid zu sagen. Schließlich wollte ich die entsprechende Wohnung wieder abschließen. Natürlich verschwanden sie einfach ohne ein weiteres Wort.
Über die Qualität der ausgeführten Arbeiten kann ich nichts sagen. Das Ergebnis werden wir dann spüren, wenn es ans heizen geht. Damit sind wir dann bei einem wichtigen Stichwort. Wir erinnern uns. Es gab reichlich Monate bei zunehmender Außentemperatur, um die Arbeiten durchzuführen. Aber nein, es musste ja im September gemacht werden. Wer einen Blick aus dem Fenster wirft, vielleicht auch mal schaut, wie kuschelig es draußen ist, wird sich so seine Gedanken machen. Uns wurde angekündigt, dass die Arbeiten an der Heizungsanlage den ganzen September dauern würden. In dieser Zeit kann und darf natürlich die Heizung nicht verwendet werden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren