Philosophie im Keller

Philosophie im Keller

Gelegentlich hört man von Dachbodenfunden Ungeahnte Hinterlassenschaften mit Wert. Das ein Erbe etwas Wertvolles im Keller gefunden haben, liest man dagegen nicht.

Magische Orte

Der Dachoden scheint einer der magischen Orte zu sein. Er wird in der Werbung und in Filme aufgegriffen. Man verbindet Bilder mit ihm, wo warmes Licht der Herbstsonne durch Fensterscheiben bricht. Staubkörner tanzen in den Lichtstrahlen und Menschen entdecken in alten Überseekoffern faszinierende Gegenstände. Gut, es gibt auch die Momente, wo sich ein Familienangehöriger auf den Dachboden erhängt hat. Oder voll ausgebaute Dachböden, die als zusätzliche Wohnfläche genutzt werden. Ansonsten aber gilt das Positive, was wir mit Dachböden verbinden. Es heisst ja auch, man wolle hoch hinaus. Sie sind auch Orte der Sehnsüchte und Träume.
Im Keller dagegen sieht es anders aus. Dunkel. Modrig. Nass und kalt. Hier wird Geheimnisse versteckt, die nicht wieder ans Licht kommen sollen. Dort stehen auch die großen Kühltruhen, in denen sich gewisse Teile lagern lassen.

Wein im Keller
jraffin / Pixabay

Hobbykeller

Dinge, die man nicht mit anderen teilen will, werden im Keller versteckt. Der Begriff „Hobbykeller“ hat auch immer einen anrüchigen Beigeschmack. Nicht nur die Eisenbahn steht im Keller, sondern vielleicht auch etwas, wofür man sich in Lack und Leder wirft. Genaueres will man lieber nicht wissen. Unsere Triebe lasen wir lieber auch im Keller. Genau wie Dachböden lassen sich Keller auch ausbauen. Man macht ein Wirtschaftsraum draus, da mit der Mann des Hauses dort in Ruhe die Wäsche bügeln kann. Oder aber es wird so ein berüchtigter Partykeller angelegt. Das wäre dann ein Ort, der für mich noch gruseliger als ein nicht ausgebauter Keller ist.
Häufig genug ist ein Keller aber ein Ort, an dem wir Dinge verschwinden lassen. Eigentlich lassen wir sie nicht verschwinden, sondern wir lagern sie ein. Im festen Glauben, sie irgendwann noch mal zu verwenden.

Was im Keller ist

An der einen oder anderen Stelle habe ich mir hier im Blog bereits Gedanken über den eigenen Keller gemacht. Bei meiner Frau und mir hat sich mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt, dass wir überwiegend die Dinge in den Keller packen, mit denen wir bereits abgeschlossen haben. Ausnahmen sind hier Werkzeug, Gartenmöbel und Saisonale Dekoration — und Reisekoffer, für die in der Wohnung kein Platz ist. Alles andere, und das ist bei uns eine ganze Menge, könnte eigentlich weg. Man hat sich nur noch nicht dazu überwunden. Dieses dann doch noch aufheben fällt mir mittlerweile ziemlich auf die Nerven. Zumal es drei gute Gründe für einen aufgeräumten, nahezu leeren Keller gibt.
Wenn weniger im Keller steht, kann auch weniger nass werden, wenn mal wieder der Keller voll Wasser läuft. So was passiert in Nippes je nach Wetterlage schon mal. Wir hatten ja bereits zum zweiten Mal das „Glück“. Der zweite Grund ist schon etwas philosophisch. In Anlehnung an „simplify your life“ tut es gut, das Leben beziehungsweise den Keller zu entrümpeln.
Randbemerkung an dieser Stelle: Als Tiki Küstenmacher noch Zeichnungen für die evangelische Kirche machte statt Ratgeber herauszubringen, fand ich ihn sympathischer.
Zweite Randbemerkung: Ein Javascript, welches Kopieren auf der Webseite mit den Hinweis aufs Urheberrecht verhindern soll, ist schon etwas albern.
Der dritte Grund für einen von Altlasten befreiten Keller sind die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. So ließe sich im Keller ein Weinregal unterbringen. Wein, Wahrheit, Philosophie und Keller — auf dieses Weise schließt sich dann der Kreis.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren