Silberstreifen am Horizont

Silberstreifen am Horizont

Seit einigen Monaten habe ich bereits das Gefühl, mir würde die Zeit wie Sand durch die Finger rinnen. Es scheint mir, als würde alles schneller voranschreiten, gleichzeitig schaffe ich subjektiv immer weniger.

Auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass die empfundene wenige Zeit mit einem vollen Terminkalender zusammen hängt. Bis Mitte Oktober hinein sind die Wochenenden verplant — irgendwie hinterlässt das aber auch ein gutes Gefühl.

reginaspics / Pixabay

Böswillig ließe sich behaupten, wenn nur noch wenig Sand in der Sanduhr ist, würde man ihn lauter beim durchrieseln hören. Mit anderen Worten: sieh es ein, du bist alt. Mein Antwort darauf: Na und?

Wirklich lange habe ich gebraucht, um in diesem Alter so zu sein, wie ich bin. Mein Haar habe erste graue Strähnen, ebenso der seit letztem Jahr vorhandene Bart. Man sagt, es sähe bei Männern gut aus. Nun, ich für meinen Teil finde, es sieht auch bei Frauen gut aus. Es gibt nichts schlimmeres als (schlecht) gefärbte Haare. Die Natur lässt sich nicht leugnen, Alter ist eine Auszeichnung, kein Makel.

Bleiben wir bei Silber und dem heutigen Tag, denn er ist etwas besonders. In genau acht Jahren werden meine Frau und ich unseren 25. Hochzeitstag feiern — Silberhochzeit. Anders gesagt, wir sind jetzt bereits 17 Jahre verheiratet und leben 20 Jahre zusammen. Das macht mich glücklich, ja auch stolz. Noch mit Anfang 20 hielt ich so was für unmöglich und jenseits meiner Vorstellungskraft.

Zusammen alt werden ist mittlerweile eine sehr schöne Vorstellung geworden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren