Schaschlik ohne Spieß

Schaschlik ohne Spieß

„Es gibt sie noch, die guten Dinge“ — der Werbespruch eines Unternehmens, welches Waren verkauft, die etwas anders sind. Nicht nur in Preis, sondern auch im Versprechen ihrer Haltbarkeit.

Gerüchten zu Folge kaufen dort überwiegend gutsituierte Akademiker ein, was ich an dieser Stelle jedoch weder kommentiere noch weiter ausführe. Ebensowenig wie die illustre Geschichte des Firmengründers. Wer mehr wissen will, benutzt einschlägige Quellen wie die Webseite des Unternehmens, Wikipedia und Google.

Mir geht es zudem gar nicht um dieses Unternehmen, sondern um ein völlig anderes — einen Hersteller von Wurstwaren. Hausmacher Wurst suggeriert die Webseite. Man sollte sich allerdings nicht von der furchtbaren Joomla-Installation abschrecken lassen. Ganz ehrlich, die Produkte von Müllers sind erheblich besser als die Seite. Wobei das wahrscheinlich auch eine Geschmacksfrage ist. Ein sich vegan ernährender Joomla-Entwickler hat da eine ganz andere Perspektive.

Adgery / Pixabay

Wie dem auch sei, ich esse Fleisch und mag Dinge wie zum Beispiel WordPress. Warum ich überhaupt über die Webseite gestolpert bin, liegt als ganz klar am Fleisch, also an den Produkten von Müller’s Hausmacher Wurst. Die Currywurst im Glas kannte ich bereits, gestern kam „Schaschlik ohne Spieß“ auf den Tisch zum Abendessen. Die EVAG trifft keine Schuld, Pannen mit der U-Bahn können halt passieren, der Fahrer war redlich bemüht und ob ich jetzt zwei oder zweieinhalb Stunden nach Hause unterwegs sind, ist auch egal — gut, das Letzte ist jetzt wirklich gelogen.

Zum Kochen hatten wir keine Lust, es waren noch Pizza-Reste vom Vortag vorhanden und eben zwei Gläser Schaschlik. Über die stolperte ich beim letzten Einkauf, sah neu aus und neue Produkte probiere ich halt gerne aus. Zudem, die besagte Currywurst kannten wir ja bereits.

Geschmacklich trifft die Schaschlik ohne Spieß meinen Nerv, erinnert mich etwas an 80er Jahre Romantik und gute Pommesbude. Also so, wie Schaschlik schmecken muss. Ich hätte mir allerdings nicht so viel Mühe mit der Einleitung gegeben, wenn es nicht ein Detail gäbe, auf das man wirklich hinweisen sollte. Nämlich die Verpackung.

Das Schaschlik kommt in einem Weckglas daher, samt Deckel und Gummiring. Drumherum nur eine Pappbanderole. Entfernt man die, sieht das Ganze aus wie Eingemachtes von der Oma, also vertrauenerweckend. Die Pappe kann man gut entsorgen, beim Glas ist das allerdings nicht nötig. Nach dem spülen hat man ein einwandfreies original Weckglas zur Wiederverwendung. Darin kann man selbst gemachtes Pesto zum verschenken füllen oder aber Kuchen im Glas backen. Wer nebenbei noch rechnen kann, wird unterm Strich nicht nur eine positive Umweltbilanz haben, sondern auch ein kostenloses Weckglas. Oder ein Weckglas und ein geschenktes Schaschlik. Zumindest in unserem Supermarkt, wo es genau die gleichen Weckgläser unbefüllt gibt, sind diese teurer.

Für Veganer und Vegetarier vielleicht kein Argument, der Rest freut sich über das Produkt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren