Hausfrauenklassiker

Hausfrauenklassiker

Bestimmte Dinge habe ich weder gehört noch gelesen, auch wurden sie nicht in einer wissenschaftlichen Studie belegt (Danke, Känguru!). Ich habe sie schlicht und einfach erlebt. Bei Erlebtem ist es, zumindest wenn man wie ich darüber schreibt ist es so eine Sache mit dem Datenschutz. Wobei, eigentlich gibt es kein Problem. Zumindest die Bezeichnung ist falsch.

Lauert mir nachts jemand auf, über den ich geschrieben habe, ist das kein Problem, sondern ein Risiko für mich. Eines, welches ich gerne vermeide. Das vorausgeschickt, so dass sich niemand über etwas eigenartige Formulierungen wundert — sie dienen meiner Sicherheit.

RyanMcGuire / Pixabay

Häufiger von mir beobachtet bei Paaren unterschiedlichen Geschlechtes, egal ob verheiratet oder nicht: die Sache mit dem Auto. Wobei das Auto hier mehr als lediglich eine Metapher ist. Mir sind einige Männer bekannt (also, ich pflege keinen näheren Umgang mit ihnen, nur falls Frau auf Gedanken kommen sollte), die ein deutlich größeres Auto fahren als ihre Frau. Und das auch, wenn die Frau einen längeren Weg zur Arbeit hat als ihr Lebenspartner. Mich, als autoloser Mensch, wundert so was. Vor allem kann ich es nicht nachvollziehen. Hätten meine Frau und ich zwei Autos, was aus unterschiedlichen Gründen völlig sinnfrei wäre, dann würde ich mit Sicherheit nicht den größeren Wagen fahren. Eigentlich fahre ich überhaupt nur ungern Auto.

Zurück ab zu denen, die damit keine Probleme haben. Auch damit nicht, ihre Frauen in kleine Autos zu stecken. Wirkt die Frau dadurch attraktiver? Keine Ahnung. Meine Vermutung ist, dass es sich bei den kleineren Autos für Frauen um eine Art „Hausfrauenklassiker“ handelt. Der Mann als Haupternährer der Familie nimmt sich nicht nur das größte Stück Fleisch vom Tisch und erwartet das die Frau selbstverständlich das Essen koche und auch sonst für den Haushalt zuständig ist, nein er fährt auch den dickeren Wagen.

Es verwirrt mich, wenn sich solche Muster nach wie vor halten. Vor allem in jüngeren Generationen. Das Auto, ein Statussymbol und gleichzeitig die Möglichkeit, alle Rollenklischees weiter zu führen.

Vielleicht ist es aber auch ganz anders: Frauen entscheiden sich ganz bewusst für kleinere Autos, weil sie einfach vernünftiger sind und den Wagen nicht als Verlängerung von irgendetwas benötigen.

2 Replies to “Hausfrauenklassiker”

  1. Dann hast du wohl noch nicht das – wie ich es nenne – „Muttimobil“ kennengelernt: fette SUVs, gerne in weiß, wo kleine zierliche Frauen drin sitzen. Das wirkt schon grotesk, insbesondere in Köln, wo die Straßen so schön eng sind. Okay, aber auf mich wirken auch Sportwagen grotesk, wo man so tief sitzt, dass man gleich mit dem Popo über die Straße rutschen könnte :)
    Mein Auto der Wahl wäre der Ford Fiesta…bin also bei Cambio gut aufgehoben.

    1. Oh ja. Das Muttimobil. Habe ich wirklich vergessen, ist auch ein ganz bestimmter Menschentyp wie die Bionade-Bourgeoisie, die in Nippes und im Agnesviertel anzutreffen ist. Ich gehe mal davon aus, dass wenn Mutti SVU fährt, das Gegenstück dann in einem Sportwagen unterwegs ist.

      Vielleicht wäre es auch mal interessant, das nach Bevölkerungsschicht und Bildungsstand aufzuschlüsseln.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren