Schützen und sortieren

Schützen und sortieren

Gelegenheitsspieler können sich die Zeit sparen, den nachfolgenden Artikel zu lesen. Denn er richtet sich an diejenigen unter uns, die mehr als einmal im Jahr (wohl möglich noch im Kreis der Familie zu Weihnachten) ein Gesellschaftsspiel in die Hand nehmen. Gemeint sind wir, die wir regelmäßig spielen. Mindestens zweimal im Monat oder sogar noch häufiger.

Für Mann und Material ist häufiges spielen eine Herausforderung. Wobei, es sind eigentlich zwei Herausforderungen, denen man sich gegenüber sieht. Brett- und gerade Kartenspiele, die man besonders häufig benutzt, unterliegen dem Verschleiß. Meine Frau und ich kennen das ziemlich gut aus dem Bereich der Sammelkarten. Als wir ernsthaft mit Magic the Gathering anfingen, waren wir beide noch sehr unbedarft. Für unseren Kenia-Urlaub 2001 kauften wir uns vier MtG-Themendecks der 7. Edition. Am Pool, im Hotel, überall wo sich die Gelegenheit ergab, spielten wir. Entsprechend sahen die Karten nachher auch aus.

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Praktische Sortierhilfe

Selbstverständlich sind Spiele auch Gebrauchsgegenstände. Es ist aber einfach ungünstig, wenn einem die Gebrauchsspuren einen Spielvorteil verschaffen (beziehungsweise dem Gegner benachteiligen). Insbesondere bei Sammelkartenspielen kommt hinzu, dass bestimmte Karten mehr wert sind als andere. Manchmal sogar sehr viel mehr. Bevor einem also das Herz blutet, weil man die Karte leiden sieht oder man sie erst gar nicht verwendet, greift man zu Kartenhüllen. Damals waren das bei uns Schutzhüllen von Ultra Pro. Dazu kamen dann noch Aufbewahrungsboxen, weil die Karten in Hüllen nicht mehr in die Originalverpackung passten. Ziemlich schlau, wenn man viel verkaufen will. Und wer viel MtG spielt, der kauft auch viel Schutzhüllen. Wir haben noch einen halben Schrank voll mit Karten und Hüllen.

Das Thema erledigt sich am Ende unserer Magic the Gathering Phase erstmal. Als wird mit Warhammer 40k anfingen, gab es nicht zu schützen. Die Figuren wurden zusammengeklebt, teilweise liebevoll bemalt (liebevoll heisst nicht unbedingt künstlerisch wertvoll) und das war es dann. Um die Figuren zu schützen, hätten wir sie einzeln in Plexiglasboxen stecken müssen. Das man damit dann nicht mehr spielen kann, versteht sich fast von selber.

Wie dem auch sei, bei unseren andern Brett- und Kartenspielen war das Thema Schutz unrelevant. In den letzten Jahren in Bielefeld spielten wir überwiegend zu zweit und auch nicht so häufig wie früher. Erst in Köln, motiviert auch durch die hiesige Brettspielgruppe, nahm das alles wieder Fahrt auf. Mit vielen netten Menschen wurde das Hobby wieder relevant, die Gelegenheiten nahmen zu und damit auch das Thema Schutz.

Wenn man bei anderen Spielern zu Besuch ist, hat man nicht nur die Gelegenheit, ihre Wohnung kennen zu lernen (als Krimi-Autor bin ich da aus Gründen besonders neugierig), sondern auch ihre Vorlieben hinsichtlich ihrer Spielesammlung. Dazu gehört dann auch die Art der Aufbewahrung. Spannend wird es dann noch mal, wenn man eines der Spiele spielt und merkt, was der Gastgeber anders macht als man selber zu Hause machen würde.

Die vielen Holzklötzchen zum Beispiel in kleine Gläser sortieren, in denen vorher Nachtisch war (wir reden hier über gespülte Gläser). Oder aber die Verwendung von Sortierkästen. Auch Schutzhüllen für die Spielkarten laufen einem so wieder über den Weg.

Für mich war das in den letzten Wochen Anlass genug, mich wieder mit der Thematik auseinander zu setzen. Für „Funkenschlag“ kaufte ich quadratische Kartenhüllen, um die Kraftwerkskarten zu schützen. Bei intensiveren Gebrauch verhindern die Hüllen die Abnutzung, die ansonsten dazu führen würde, Karten zu markieren. Markierte Karten schließlich sorgen dafür, dass man möglicherweise Rückschlüsse auf das kommende Kraftwerk ziehen kann. Da wir eine Rückseite mit einem Fehldruck hatten, weiß ich ziemlich genau, was das bedeutet.

Beschäftigt man sich mit Hüllen, merkt man schnell, wie wenig das ein Randgruppenthema unter Spielern ist. Mehrere Hersteller bieten ihre Schutzhüllen in unterschiedlichen Stärken an, von quadratisch bis zur Größe, die typisch ist für europäische Spiele. Sicher lässt man da noch den einen oder anderen Euro, aber gerade wenn man Spiele auch sammelt, gibt es einem das Gefühl von Sicherheit. Bei den „Fürsten von Catan“ hatte ich mir letzten Sommer schon Sorgen hinsichtlich der Haltbarkeit gemacht.

Neben dem Schutz ist aber auch die Aufbewahrung des Spielmaterials etwas, womit man sich beschäftigen kann. Anders als früher ist es mittlerweile recht einfach, an Clip-Beutel heranzukommen. Selbst bei dm kann man welche kaufen. Da viele Verlage auch darauf verzichten, unsinnige Schachteleinsätze zu machen, lässt sich die Luft in der Schachtel sinnvoll verdrängen — in dem man das Material vorsortiert. Es geht aber noch eleganter. Die Beutel muss man im Rahmen der Spielvorbereitung wieder ausschütten sowie nach dem Spiel das Material wieder einräumen. Abhilfe schaffen hier Sortierboxen. Die bekommt man entweder Geschäften für Bastelbedarf, bei Conrad Elektronik oder aber in dem berüchtigten 1-Euro-Läden. Genau dort habe ich heute zugeschlagen. Zum Glück wies uns an der Kasse niemand darauf hin, dass die Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen erfolgt.

Damit kommen wir dann wieder zurück zu den Vielspielern und denjenigen Mitmenschen, die eigentlich für unsere Begriffe gar nicht spielen. Wenn man häufig spielt, möchte man die Spiele auch schnell aufbauen. Genau in solchen Fällen sind die Sortierboxen ideal, denn das Material ist schließlich schon vorsortiert. Einfach auf den Tisch damit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren