Kartenhüllen für Spiele

Kartenhüllen für Spiele

Als Brettspieler ist man meistens auch Sammler. Daher ist die Verwendung von Kartenhüllen im Prinzip nichts abwegiges.

Warum Kartenhüllen

Kaum halte ich ein neu erworbenes Spiel in den Händen, hallt im Kopf schon eine eindeutige Aufforderung: „Eintüten bitte!
Wer sowohl spielt als auch sammelt, steht vor einem klassischen Dilemma. Etwas zu spielen bedeutet unweigerlich, es auch abzunutzen. Das wiederum verträgt sich mit dem Sammeln schlecht. Auf der anderen Seite ist es langweilig, wenn man aus Spielen Ausstellungstücke macht, die niemals auf den Tisch kommen — nur weil sie dann möglicherweise an Wert verlieren.
Brettspiele sind Gebrauchsgegenstände und Sammelobjekt gleichzeitig. Eine Dualität, die manchmal nur schwer auszuhalten ist. Oft blutet einen auch das Herz, wenn Spielmaterial mit fettigen Chipsfingern angefasst wird. Besonders schlimm ist es jedoch bei Karten. Die sind am deutlichsten von Abnutzung betroffen. Gerade dann, wenn sie immer wieder gemischt werden. Spielt von Magic the Gathering kennen das und haben hier schon vor Jahren eine Möglichkeit entdeckt.

Schützt wie Kartenhüllen
Efraimstochter / Pixabay

Hülle oder Ei

Ähnlich wie die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei auf der Welt war, ist wohl auch die Frage, ob es zuerst Spielarten und dann Kartenhüllen gab — oder umgekehrt. Allerdings lässt sich das mit den Hüllen deutlich schneller beantworten. Tatsächlich waren nämlich zuerst die Karten da. Ein Blick durch mein Regal mit älteren Spielen reicht. Von meinem absoluten Lieblingskartenspiel Tichu liegen dort eine Riehe von Exemplaren herum. Warum? Weil sich die Karten extrem abnutzen und auch abgenutzt haben. Nun kostet so ein Tichu-Spiel nicht viel mehr als Kartenhüllen für den ganzen Satz und noch wird das Spiel fleißig neu aufgelegt.
Hier käme ich also nie auf die Idee, die Karten in Hüllen zu packen. Es verändert auch das Spielgefühl, da muss man sich nichts vormachen. Bei anderen Spielen sieht es dagegen anders aus. Da sind die Karten nur ein Bestandteil von mehreren, man bekommt sie auch nicht einzelne nach, wenn sie mal abgenutzt sein sollten. Zudem gibt es Spiele, von denen keine Neuauflage ins Haus steht. Sie sind zu Sammlerstücken geworden und bedürfen der entsprechenden Pflege — sowie Vorsicht.

Aus der Grabbelkiste

Im Arbeitszimmer zu Hause steht eine Schuhschachtel, in der sich ein Fundus an Ziptüten (auch wichtig für Spiele) so wie eine Reihe von Kartenhüllen in unterschiedlichen Formaten befindet. Zum Teil deshalb, weil ich Karten aus einer Reihe von Spielen noch nicht umhüllt habe. Zum Teil aber sind es auch Reste. Es ist nämlich so: so etwas wie eine Normgröße bei Karten gibt es nicht. Spiel A hat für Karten die Größe X und Spiel B die Größe Y und so weiter. Und da es Hüllen nur in vordefinierten Packs (etwa 100 Stück) gibt, bleiben beim eintüten immer welche über.
Das ist praktisch, wenn man Spiele neu kauft mit gleicher Kartengröße. Extrem nervig aber ansonsten. Oft kam es auch vor, dass die Kartenhüllen für ein neues Spiel passten, aber selbstverständlich zu wenig davon vorhanden waren. Also musste wieder neu bestellt werden. Wo man von welchem Hersteller bestellt, ist wirklich ein Thema, über das sich streiten lässt. Meiner Meinung nach reichen die Hüllen von Swan völlig aus. Die Premium-Qualität für fast alle Spiele und dünner, wenn die Karten wie bei Dominion unbedingt noch in die Sortierfächer passen sollen. Bestellen lassen sich die Hülle im Übrigen hier. Nebenbei gibt es bei Smiling Monster auch noch Ziptüten und praktische Dosen für Spielmaterial — für das rundum sichere Spielgefühl.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren