Wie wird man nicht Millionär

Wie wird man nicht Millionär

Der beeindruckende Vortag von Monica Lewinsky, „The price of shame“ kam mir heute wieder in den Sinn, weil sich mal wieder die halbe Welt lustig macht über einen anderen Menschen. Jemand tritt in einer Fernsehsendung auf und blamiert sich selber durch eigene Unwissenheit. Dabei ist das schon in dieser Kurzform wertend. Also die Langform.

Bei der Sendung „Wer wird Millionär“ scheiterte die Kandidatin bei 50-Euro Frage. Es ist die erste Frage und eigentlich auch in der Regel die einfachste. In der Geschichte der Sendung war das der wohl kürzestes Auftritt überhaupt. Schnell war man im Netz dabei, sich über die 20-jährige Studentin lustig zu machen. Auch wenn es einige Beiträge gibt, die es mit einem Augenzwinkern tun, so überwiegt doch der Spott.

PublicDomainPictures / Pixabay

Insbesondere in Deutschland sind wir groß darin, andere klein zu machen. Dabei sollte sich jeder, der da jetzt fleißig lästert überlegen, wie er selber geantwortet hätte. In Ruhe im stillen Kämmerlein, wenn man gar die Antwort bereits anderswo gelesen hat, kann man schnell urteilen.

Die Frage selber ist jedoch darauf angelegt, dass man sie falsch versteht und falsch beantwortet. Dabei kommt es auch ganz darauf an, wie die Antwortmöglichkeiten betont werden.

Seit jeher haben die meisten…?

  • Dober Männer
  • Cocker Spaniels
  • Schäfer Hunde
  • Riesen Schnauzer

Die Kandidatin wählt die Antwort D — Riesen Schnauzer. Die Flasche Antwort, wie zwei weitere auch. In den Wortspielen versteckt sich nicht nur der Schäferhund, sondern auch der Umstand, dass Schäfer Hunde haben, mit denen sie ihre Schafe hüten. Man sagt sogar, die Hunde hätten auf Grund dieser Tätigkeit ihren Namen bekommen.

Ganz ehrlich, ich für meinen Teil bin mir unsicher, ob ich unter Lampenfieber und vor großem Publikum live die richtige Antwort gewählt hätte. Heute Morgen im Büro, die Frage vor sich und drauf schauend, war mir dann nach den ersten Schrecksekunde auch klar, dass die Schäfer Hunde seit jeher haben, jedenfalls die meisten.

Die Kandidatin selber kommentierte ihr Ausscheiden mit den Worten „Schnell, aber schön und ich bin um eine Erfahrung reicher.“ So was nennt man auch Größe.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren