Pfadfinder im Ginsterbusch

Pfadfinder im Ginsterbusch

Pfingsten war für mich als Kind die Zeit, wo die Familie Ausflüge, nach Möglichkeit mit dem Fahrrad machte. Aus einem mir nicht mehr nachvollziehbaren Grund ist Pfingsten auch mit blühenden Ginsterbüschen verbunden und der Sitte in unserer Familie, einen Zweig davon am Fahrradlenker zu befestigen. Wenn ich um Pfingsten herum draußen unterwegs bin, denke ich immer dran, freue mich, wenn ich Ginster sehe.

Später, als Jugendlicher, trat etwas anders an die Stelle der Familienausflüge. Pfingsten ist die Zeit der Pfadfinderlager. Auf meine Zeit damals bei der Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg blicke ich gerne zurück. Ich weiss, es ist eine katholische Pfadfinderschaft, eine evangelische Pfadfindergemeinschaft gab es damals jedoch nicht (ist seit 2007 anders). Aber in einer so kleinen Stadt wie Wesel nimmt man, was man bekommen kann.

Gräser und Bäume — soweit das Auge blickt
Gräser und Bäume — soweit das Auge blickt

Wie dem auch sei, an Ginsterbüsche und Pfadfinder musste ich auch wieder an diesem Wochenend denke, als meine Frau und ich unterwegs waren auf dem Jakobsweg (schon wieder so was katholisches…). Vermutlich ist es das draußen sein, das Erlebnis der Natur, was mir beim wandern gefällt. Trotz unsagbar unbrauchbarer Wetterprognosen machten wir uns sowohl gestern als auch heute auf den Weg, um zwei Teilabschnitte auf der Strecke Köln — Trier des Jakobswegs zu wandern.

Gestern ging es von Weilerswist Richtung Euskirchen, eine gut zu wandernde, eigentlich auch familientaugliche Strecke. Immer entlang der Erft. Insgesamt waren es zwar nur rund 14 Kilometer, also eher etwas an der Grenzen zur Unterforderung, aber immerhin stemmten wir danach noch den Einkauf für das verlängerte Wochenende.

Die Fortsetzung der Strecke führte uns dann heute von Euskirchen nach Bad Münstereifel — einen Ort, den ich bisher nur aus Zeitungsberichten über das sich dort befindenden Outletcenter im historischen Stadtkern kannte. Anders als gestern hatte die Etappe heute Höhen und Tiefen. Nicht nur bezogen auf tatsächliche Höhenmeter, sondern auch wegen der sehr unterschiedlichen Eindrücke. Industriebrache in Euskirchen ist nicht unbedingt etwas, was ich an einem Pfingstsonntag sehen muss. Zeitweise gab es dafür dann aber Bereiche, wo man bis auf die Vögel und den Wind nichts hörte. Kein Zivilisationslärm. Wer im Übrigen gerne Kirschen mag, dem kann ich die Strecke zum Zeitpunkt der Reife empfehlen. Wir sind an unzähligen Kirschbäumen vorbeigekommen. Bei mir liegt die Etappe für das kommende Frühjahr auf Wiedervorlage — ich mag keine Kirschen, erfreue mich aber an den Blüten.

Nach etwa 17 Kilometern erreichten wir das laute und ziemlich überlaufende Bad Münstereifel. Da der Zug von dort aus auf Richtung Bonn über Euskirchen zumindest an Wochenenden und Feiertagen nur jede Stunde fährt, gönnten wir uns noch einen kurzen Abstecher in die Innenstadt — bis zur nächsten Eisdiele. Was wir dort für das Eis bezahlt haben, hätte ich für einen Kurort nicht erwartet. Jeder zwei Kugeln Eis (großzügige Portionen) in der Waffel für zusammen 2,60 Euro. Teilweise bekommt man da in Köln gerade mal eine Kugel für.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren