Keine weisen Vier

Keine weisen Vier

Der vorerst letzte Termin beim Zahnarzt (der in meinem Fall eine Zahnärztin ist) liegt seit gestern hinter mir. Das ist im Prinzip gut. Weniger gut ist, dass mir jetzt das bevorsteht, was ich bereits Anfang März beschrieb. Jetzt heisst es Abschied nehmen von allen meinen vier Weisheitszähnen. Und das ist in meinem Fall etwas dumm.

Wohl nicht die Sache an sich, denn dran, dass die Zähne raus müssen, gibt es keinen Zweifel. Meine Zahnärztin hat mir das gestern, nachdem sie mir die Überweisung zum Kieferchirurgen in die Hand gedrückt hat, noch mal unmissverständlich deutlich gemacht. Einer ist zu schief, ein andere hat schon etwas weiter voran geschrittene Karies und um die verbleibende beiden könnte man sich im Prinzip noch kümmern — es sei aber vergebene Liebesmühe. Sie liegen, wie es so der Natur von Weisheitszähnen entspricht, ziemlich weit hinten. Für mich wäre eine Behandlung sowohl zeitwidrig als auch unangenehme, da ich meinen Mund nicht so weit auf bekomme.

Vor mir liegt ein unromatisch-pinker Zettel, auf dem es nüchtern heisst:

Überweisung mit der Bitte um Extraktion der Zähne 18,28,38,48.

Das schafft Fakten, vor allem für mich. Einen Termin beim einem Kieferchirurgen meiner Wahl kann ich aufschieben. In so was bin ich zum Teil richtig gut. Die Sachlage wird es wohl nicht verändern, zumal es bereits bei einigen Zahnärzten in der Vergangenheit Andeutungen über die Notwendigkeit einer Entfernung der Weisheitszähne gab. Meine Reaktion drauf war eigentlich immer die gleiche. Ich habe mir dann einen neuen Zahnarzt gesucht. Das dumm ist nur, man wird im Alter etwas klüger und so komme dann auch ich zur Einsicht: die müssen wirklich raus.

roentgenbild_zaehne_2015
Stand der Dinge Schwarz auf Weiß

Mein Problem dabei ist der Horror, den ich vor diesem Eingriff habe. Das bezieht sich nicht nur auf die „Extraktion“ der Zähne selber, sondern auch auf die Betäubung. Daran, dass es eine richtige Betäubung sein muss, bei der ich nach Möglichkeit gar nichts mehr von der Behandlung mitbekommen, gibt es nichts zu rütteln. Geschichten vom Zähne ziehen kenne ich zur Genüge aus meinem näheren Umfeld, ich möchte selber ungern die Reihe fortsetzen und bei nächster Gelegenheit eine gruselige Geschichte zum besten geben.

Was ich also jetzt brauche, ist eine Empfehlung. Einen wirklich guten Kieferchirurgen. Der mich gut berät, ordentlich betäubt und die Zähne sauber rauszieht. Tja, und bei dem einen schrägen wird er ordentlich etwas zu tun haben. Laut Google gibt es elf Stück in Köln (das passt merkwürdigerweise ganz gut). Einen davon hat mir bereits meine Zahnärztin empfohlen, aber ich hätte natürlich gerne noch unabhängige Empfehlungen. Am besten aus der Erfahrung heraus.

Auf mich kommt dann die Terminvereinbarung und die Vorbesprechung zu, bevor es dann konkreter wird. Damit verbunden ist dann wohl auch mindestens eine Woche, in der ich krankgeschrieben sein (und mich von Babybrei ernähren) werde. Das sollte ich mit Blick auf laufende Kundenprojekte mit meinem Arbeitgeber besprechen, denke ich.

6 Replies to “Keine weisen Vier”

  1. Dr Scherer in der Klinik am Ring. Da hatte ich ne Extraktion und Implantatsetzen mit Sedierung , lief super – auch die Aufklärung:Nachsorge, bin selber auch eher ein Angstpatient. Laut jamedo auch unter den top 10 der Kölner Kieferchirurgen.

  2. Dann mal ran. Und falls es dich beruhigt – meine mussten damals auch alle raus und lagen alle so auf der Seite, wie der unten links im Bild. Hab das ohne Vollnarkose machen lassen und trotzdem überlebt.

    Ich muss mal meine Eltern fragen, wo die sind. Ich hab mir die in der Praxis alle als Trophäen einpacken lassen. Sind ja schließlich mein Eigentum. :)

  3. Ich selbst hab auch alle vier auf einmal raus bekommen.
    Die ersten zwei Tage habe ich fast verschlafen – dann ging es eigentlich gut. Ich hab das ganze via Dormikum / Lokaler Betäubung machen lassen und bin froh darum.

    In Köln war ich noch nicht bei einem Kieferchirurgen, deswegen leider keine Stil.

    1. Zwei lang Tage nach der O schlafen wäre gar nicht mal so übel. Ich werde dann am Ende wohl berichten, wie es gelaufen ist — oder eben nicht…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren