Schlangenbiss für Lokalnachrichten

Schlangenbiss für Lokalnachrichten

Erstmal eine Richtigstellung: Die Programmiersprache „Python“ hat nichts mit der Schlange gleichen Namens zu tun, sondern geht auf die britische Komikertruppe Monty Python. Der Entwickler der Programmiersprache zählt sich zu einem der Fans.

Kommen wir aber nun zu etwas ganz anderem. Über die Beendigung meines Abonnements des Kölner Stadt-Anzeigers hatte ich an der einen oder anderen Stelle im Blog bereits geschrieben. Auch darüber, welche überregionale Zeitung dann folgen wird. Was mir aber bisher noch fehlt, ist eine brauchbare Lösung für lokale Nachrichten. Im Urlaub bekam ich über die Nachrichten auf WDR 2 einiges mit. Während der Arbeitszeit ist Radio hören allerdings nicht möglich und morgens am Frühstückstisch schätze ich die Stille. Gleichzeitig reicht der WDR 2 als einzige Quelle für meine Bedürfnisse nicht aus.

Lokale Nachrichten mit Pythonista
Lokale Nachrichten mit Pythonista

Natürlich gibt es einige Webseiten, die sich noch nicht hinter einer Paywall zurückgezogen haben, auf denen man Nachrichten aus der Region findet. So was wie ein RSS-Feed sucht man meistens vergebens. Zudem hätte ich schon gerne alle Informationen auf einen Blick. An dieser Stelle kommt die Schlange, die ja keine ist, wieder ins Spiel.

Python ist, wenn man so will, Neuland für mich. In der Agentur arbeiten wir PHP, meistens im TYPO3-Umfeld. WordPress, welches ich privat nutze, basiert ebenfalls auf PHP. Ende der 90er Jahre habe ich zwar noch in PERL programmiert, bin dann aber auf PHP umgestiegen. Python hielt ich bisher immer für ein Randphänomen . Die ersten richtigen Berührungspunkte mit der Sprache ergaben sich, als ich mir für iOS zum schreiben von Texten Editorial installierte. Der Editor lässt sich mit eingebauten Python zu einem mächtigen Werkzeug erweitern. Pythonista war dann der nächste logische Kauf für mich. Allerdings blieb es da bei ein paar zögerlichen ersten Schritten.

In den letzten Tagen habe ich mir Pythonista mal wieder vorgeknöpft. Die App beinhaltet sogar eine umfangreiche Einführung in Python selber. Ursprünglich wollte ich eigentlich eine Datenbankanwendung basteln, stolperte dabei aber übe die vielen Möglichkeiten, die Python in Bezug auf Webseiten und HTML bietet. „Damit könnte man doch etwas bauen“ — mit so einem Gedanken fangen wohl die meisten Projekte, egal welcher Größe, an.

Auch wenn Python selber kein Buch mit sieben Siegel ist, bliebt die Programmierung der UI-Funkionen in Pythonista für mich ein störrischer Esel — kann aber auch gut sein, dass ich der Esel bin.

Nicht mal einen einfachen Text brachte ich zur Ausgabe. Das Beispiel innerhalb der Dokumentation für den Button ist zwar ganz nett, hilft aber nicht wirklich weiter. Hier hätte ich mehr erwartet. Nach unendlich langer Suche fand ich dann bei GitHub eine Sammlung namens ui-tutorial. Das folgende Beispiel brachte mich endlich weiter:

# coding: utf-8
import ui, time
def change_label(label):
if label.text == 'Hello':
label.text = 'World'
else:
label.text = 'Hello'
view = ui.load_view('hello_world_v2')
my_label = view['label1']
view.present('fullscreen')
while True:
time.sleep(1)
change_label(my_label)

Dank Beautiful Soup konnte ich Webseiten auslesen und die Resultate dann in einzelnen Webviews von Pythonista zeigen lassen. Im Bild oben sieht man das Ergebnis. Das steckt noch ziemlich in den Kinderschuhen, aber für mich zeigt es auf jeden Fall in die richtige Richtung. Schade eigentlich nur, dass man mit Pythonista keine Stand-alone Apps erzeugen kann (wobei das wohl eher an Apple liegt).

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren