Eine Fälschung die keine ist

Eine Fälschung die keine ist

Spitzenpolitiker aus über 40 Ländern, die in Paris Hand in Hand marschieren, scheinbar im Hintergrund eine riesige Menschenmenge. Nur kurz nach dem Trauermarsch entbrannte eine Diskussion um das Foto. Wie sich herausstellte, fehlte angeblich eine wichtige Information auf dem Bild. Die Politiker postierten für das Foto nämlich nicht an der Spitze eines Demonstrationszuges, sondern abgeschirmt in einem anderen Teil der Straße. „Inszenierung“, „Verschwörung“ und schlimmeres wird jetzt gerufen. Dabei wäre es dringend angebracht, einfach mal kurz Luft zu holen und nachzudenken.

Der Trauermarsch vom vergangen Sonntag mit mehr als eine Million Menschen ist ein beeindruckendes Signal der Solidarität mit den Opfern des Anschlages gewesen. Gleiches gilt für die Anwesenheit der Staats- und Regierungschefs. Das kann man nicht in Abrede stellen. Jeder Mensch, der seinen Verstand nur einigermaßen zu benutzen weiß, kann sich ausrechnen, welches erhebliches Sicherheitsrisiko die Politiker eingegangen sind, selbst in dem abgeschirmten Teil der Straße. Sich unter die Menge zu mischen, wäre für jeden Personenschützer ein absoluter Albtraum gewesen. Genützt hätte das niemanden, im Gegenteil. Für jeden Terroristen wäre das ein perfektes Ziel gewesen.

Für einen Anschlag auf die Staats- und Regierungschefs hätte es viele Optionen gegeben. Aus der Distanz mit einem Scharfschützengewehr, mit einer Bombe am Straßenrand oder einem Selbstmordattentäter. Über 1 Millionen Menschen lassen sich nicht kontrollieren. Das nichts passiert ist, kommt einem Wunder gleich. Wer immer jetzt mit Vorwürfen um die Ecke kommt, tut dies von einer feigen Position heraus, wahrscheinlich auch aus der Sicherheit heraus, selber nie Ziel zu sein.

Den Satz der taz-Chefredakteurin Ines Pohl muss man sich mehrfach durchlesen:

Leider belegt der Umgang mit den Bildern des Pariser Marsches der Mächtigen, dass das Wort ‘Lügenpresse’ nicht nur ein Hirngespinst der Pegida-Anhänger ist, sondern dass die Wirkung der Bilder – übrigens auch für deutsche Medienmacher – manchmal wichtiger ist als die Dokumentation der Realität.
Quelle: blog.tagesschau.de

Er ist irrsinnig, infam und eine so unglaubliche Unterstellung. Gleichzeitig adelt er die Wahnvorstellung der Pegida-Anhänger, der Bezeichnung „Lügenpresse“ zu Recht Unwort des Jahres wurde. Wer immer den „Lügenpresse“ in den Mund nimmt, sollte mal der Webseite Reporter ohne Grenzen einen Besuch abstatten. In der Mehrheit sind Journalisten Menschen, die für die Wahrheit nicht nur kämpfen, sondern zum Teil auch mit ihrem Leben dafür bezahlen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren