Werbeprostitution

Es wirklich erstaunlich, was manche Zeitgenossen für Vorstellung über Blogger haben. Man bekommt den Eindruck, manche würde wirklich glauben, Bloggerinnen und Blogger wären jederzeit willig und ohne Geld zu haben. Anders ist die Anfrage, die mich gestern per E-Mail erreicht nicht zu verstehen:

Ich bin auf der Suche nach einem geeigneten Blog, der eine hohe Qualität aufweist und sich mit den Themen Internet, Telekommunikation und Technologie befasst. Dabei bin ich auf Ihren Blog Wildbits.de gestoßen. Hier sind mir besonders die Artikel “Tablet-Nutzung reloded“ und “Das Netz hat Löcher“ sehr positiv aufgefallen.

Wir haben gerade eine Pressemitteilung über die 10 populärsten Internet Mythen geschrieben. Darunter beantworten wir unter anderem auch ob folgende Mythen wahr sind:

– Haustiere stehlen WLAN Signale

– Ein Umzug ist ein Sonderkündigungsgrund

– WLAN macht impotent

Ich denke, dass dies Thema auf Ihrem Blog nützlich und auch für Ihre Leser sehr Informativ und hilfreich wäre.

Ich möchte daher höflich fragen, ob Sie vielleicht Interesse an der Veröffentlichung unserer Mitteilung haben?

Wenn Ihnen dies nicht zusagt, würden wir Ihren Blog Wildbits.de auch gerne durch einen individuell angelegten Beitrag mit informativem Charakter erweitern. Schauen Sie sich doch einfach mal im Ratgeber Bereich von schlaubi um und machen Sie einen Themenvorschlag, der Sie und Ihre Leser interessieren könnte. Unsere Redakteure sind für alle Themen rund um PCs, Internet, Telefon und TV offen.

Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen!

Falls Sie noch offene Fragen haben sollten, beantworte ich diese natürlich gerne.

Namen, Firmenbezeichnungen etc. wurde aus nachvollziehbaren Gründen entfernt.

Obwohl ich bereits wusste, worauf das Ganze hinauslaufen würden, konnte ich mir eine Rückfrage per E-Mail nicht verkneifen. Zudem hieß es, man würde offene Fragen gerne beantworten. Ich schrieb also folgendes:

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Relevant für mich wäre es jetzt, wie umfangreich einer Ihre Mitteilungen wäre (Wortzahl) und wie hoch die entsprechenden Vergütung ausfällt.

Dabei ist die Wortzahl für mich nachrangig, mir ging es vor allem um die Vergütung. Die Antwort, die gerade mal eine Stunde auf sich warten ließ, war eindeutig:

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Unsere Mitteilung beträgt rund 400 Wörter und einen Link auf unsere Seite.

Derzeit sind wir nur an kostenlosen Veröffentlichungen interessiert. Wenn sich dies jedoch ändert, würde Ich Sie gerne wieder kontaktieren.

Ja ne, ist klar. Dreister geht es eigentlich kaum noch. In meinem Blog über 10 Jahre Arbeit. Wenn man sich, wie der Verfasser der E-Mail, schon die Mühe macht, auf meinem Blog nach Artikel zu suchen, müsste einem dabei auch auffallen, welche Art von Werbung ich auf den Seiten habe — nämlich gar keine. Sofern ich mich irgendwann mal dazu durchringen würde, Anzeigen im meinem Blog unterzubringen, dann nur gegen Geld. Garantiert nicht kostenlos und vor allem immer entsprechend auch als Anzeige kenntlich gemacht. Das versteht sich eigentlich von selber und ist zudem auch in Bezug auf Abmahnungen nicht irrelevant.

Einen Fremdartikel in meinem Blog unterzubringen, der nichts anderes als Werbung ist und ihn nicht mal entsprechend kenntlich zu machen, wäre wirklich das Letzte, was ich machen würde. Wie kann man eigentlich auf die Idee kommen, so eine Frage zu stellen? Das beleidigt meine Intelligenz., wie man so schön sagt. Dafür dann nicht mal Geld in die Hand nehmen zu wollen, setzt dem Ganzen wirklich die Krone auf.

Kommentar verfassen