Feindsender

Verbotenen Sender gibt es in unserer Zeit nicht. Jeder kann das Programm hören oder schauen, welches ihm gefällt. Auch wenn es Mitmenschen gibt, denen das mitunter nicht behagt.

So was wie „Dschungelcamp“ schaut man freiwillig. Unabhängig davon, ob einem persönlich diese Art der Unterhaltung gefällt oder nicht, machen uns auch solche Formate bewusst, was Freiheit und Toleranz bedeuten. Mir muss die Sendung nicht gefallen.

Dafür gefallen mir ganz andere Sendungen. Vornehmlich welche von der BBC, was zur Überschrift des Beitrags inspirierte. Aber fangen wir von vorne an. Serien im Fernsehen sind an sich nicht mein Ding. Ich mag es nicht, auf die nächste Folge zu warten und dann zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt den Fernseher einschalten zu müssen. Das war auch früher schon so und blieb trotz zahlreicher Möglichkeiten der Aufzeichnung. Vornehmlich liegt es wohl auch daran, dass die Möglichkeit zur Aufzeichnung ein Problem nicht löst. Man muss trotzdem warten, bis die nächste Folge ausgestrahlt wird.

Alternativ dazu kann man natürlich auch einfach warten bis eine komplette Staffel auf DVD erscheint, um sich dieses dann zu kaufen. Nur gehöre ich nicht zu den Menschen, die Filme sammeln. Ich stelle mir lieber Bücher ins Regal.

Mit Video on demand und Streaming Angeboten wie Watchever ändert sich das Ganze grundlegend. Filme und Serien muss man nicht besitzen, um sie ganz legal ansehen zu können. Bei Serien hat man dazu noch den Vorteil, auf ganze Staffeln zugreifen zu können. So entscheidet man selber, ob man sich eine Serie sparsam einteilt oder am Wochenende so lange schaut, bis einem die Augen bluten. Wobei das auch von der Serie selber abhängt, wie gut man mit ihr abhängen kann.

Und da sind wir beim Kern des Problems. Gute deutsche Serien sind mir nicht bekannt. Gemeint sind damit nicht Serien in deutscher Übersetzung, sondern wirklich hierzulande produziertes. Selbstverständlich werden auch in Deutschland Serien produziert. Wobei diese dann entweder niveaulos sind oder aber so verkopft, dass die Unterhaltung auf der Strecke bleibt (meistens werden solche Sachen dann noch durch Filmförderung teilweise staatliche finanziert).

Gute Serien stammen aus dem Ausland. Wenn ich mich richtig erinnere, war das sogar in meiner Kindheit so. Kinderserien wie „Die Besucher“, „Pan Tau“ und „Die Märchenbraut“ sind tschechoslowakische Produktion (gut, teilweise mit Unterstützung durch den WDR, aber der hat schließlich auch die Lindenstraße zu verantworten). Selbst wenn ich mich in Teilen irren sollte, so stammen die Serien, die ich gerne sehe, aus den USA beziehungsweise England. Genau gesagt liebe ich BBC-Produktionen. Selbstverständlich sah ich früher „Die dreibeinigen Herrscher“, was auch meine Vorliebe für Science Fiction mit prägte.

Meine derzeitige Lieblingsserie stammt auch von der BBC und gilt laut Wikipedia „als die am längsten laufende und erfolgreichste Science-Fiction-Fernsehserie aller Zeiten“. Nicht zu Unrecht genießt „Dr. Who“ Kultstatus. Das Phänomen lässt sich dabei schlecht erklären, man muss den Doktor gesehen haben. Entweder gefällt einem dann die Serie oder eben nicht.

Die Frage, wann sie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, beschäftigt mit zum Glück nicht, denn alle sieben Staffeln gibt es online. Meistens schaffen wir es zu Hause nicht, nur eine Folge anzusehen. Für mich zeigt das, wie gut die Serie gemacht ist. Bei „Once upon a time“ konnte ich nicht mehr als eine Folge pro Tag sehen. Zum Teil benötigte ich sogar ein größere Pause zwischendurch. Das Thema würde jetzt aber zu weit führen.

Fassen wir mal zusammen. Deutsche Fernsehserien sind eine Katastrophe, Serien aus dem Ausland die hier ausgestrahlt werden, verhunzt man entweder durch zu viel Werbung, ungünstige Sendeplätze oder eine miese Synchronisierung – und oft trifft alles auf einmal zu. Wer kann, sieht den „Feindsender“ und freut sich, wenn er dort auch die Möglichkeit hat, die Originalfassung zu sehen.

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