Aeon Timeline

Nach Abschluss der ersten Überarbeitung von „Altmetall am Altrhein“ bin ich derzeit mitten im schwierigsten Part. Die einzelnen Szenen und Handlungsfäden müssen auf einer Zeitleiste abgebildet und sortiert werden.

Das ist deshalb erforderlich, weil mir schon bei der Überarbeitung Stellen auffielen, die nicht möglich sein können. Eine Figur kann nur zur selben Zeit an einem Ort sein – abgesehen mal von Zeitreisenden, Parallelwelten und Klonen, aber ich schreibe schließlich Krimis und keine Science Fiction*.

Aeon Timline

Zudem hat ein Tag nur 24 Stunden und die zeitliche Abfolge bei bestimmten Ereignissen in der Handlung muss zwingend eingehalten werden. Um das selbstangerichtete Chaos in den Griff zu bekommen, habe ich mir das Programm Aeon Timeline angeschafft. Programme zur Erstellung von Zeitleisten gibt es einige. Im Prinzip ist so etwas auch bei umfangreicheren Romanen gut mit Papier und Stift zu bewältigen. Für mich als Scrivener-Nutzer hat Aeon Timeline allerdings einen unschlagbaren Vorteil. Der Entwickler von Aeon Timeline, selber begeistert von Scrivener, hat seine Applikation so entwickelt, dass sie in der Lage ist, mit Scrivener-Projekten zu synchronisieren. Möglich wird das über die Meta-Felder von Scrivener – neben den bereits vorhanden kann man für jedes Projekt eigene Meta-Felder definieren. Aeon Timeline nutzt das, um darüber seine Daten mit Scrivener auszutauschen.

Scrivener Outline mit Metadaten

In Scrivener selber können im Outline-Modus dann diese Meta-Felder angezeigt werden. Die Szenen können dann auch anhand der von Aeon Timline angelegten Felder sortiert werden. Das Beste daran: die neue Sortierreihenfolge lässt sich in Scrivener auch auf die Reihenfolge der Dokumente im Entwurf anwenden. Dazu werden alle Elemente im Outliner ausgewählt und dann auf „Draft“ im Bindern gezogen. Die Sortierung wird dabei übernommen.

Aeon Timeline kann eine hervorragende Unterstützung bei der Überarbeitung sein. Besser allerdings nutzt man es bereits in der Planungsphase, denn dadurch reduziert sich der Aufwand hinterher deutlich. Das Programm wird auch mit einem guten Beispielprojekt geliefert, welches einen guten Einblick in die Möglichkeiten von Aeon Timeline bietet.

Aeon Timline Stundenansicht

Das ist auch dringen erforderlich, denn die Möglichkeiten von Aeon Timeline sind vielfältiger, als es auf den ersten Blick aussieht. Wichtig ist vor allen, dass man selber mit den Begrifflichkeiten wie „Arc“, „Entity“ und „Tag“ zurecht kommt und das im Hinblick auf das eigene Romanprojekt transformieren kann.

Bevor man selber ein eigenes Projekt erstellt, sollte man in jedem Fall auf die Wahl des richtigen Kalenders achten. Aeon Timeline kann auch mit völlig fiktiven Kalendersystemen arbeiten, was für Autoren von Fantasy und Science Fiction Romanen nützlich ist. Wer den ganz normalen gregorianische Kalender verwendet, sollte darauf achten, dass der Haken für „hat Schaltjahre“ gesetzt ist. Ansonsten rätselt man später, warum zum Beispiel ein ganz bestimmtes Datum den falschen Wochentag hat.

Einziges Manko derzeit ist eine fehlende deutsche Übersetzung von Aeon Timeline. Nicht nur bei den Wochentagen und Monaten, sondern auch bei anderen datumsspezifischen Eigenheiten. Gerade wenn man versucht, zumindest einige Bezeichnungen der eigenen Sprache mittels eigenem Kalender anzupassen, kann es zum Fehler mit dem fehlenden Schaltjahr kommen. Das ist dann wirklich fatal, da ein der einem Projekt zugrunde liegende Kalender nachträglich nicht mehr geändert werden kann.

Trotz diese kleinen Mankos kann ich Aeon Timeline uneingeschränkt empfehlen.

*)Ttatsächlich hatte ich heute Nacht eine Idee für einen Science Fition-Krimi. Mal sehen, ob ich daraus bei Gelegenheit etwas mache.

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