Expedition Keller

Expedition Keller

Über Pfingsten haben DER CHEF und ich auch die Zeit genutzt, um fernab der Sonne den Keller auszumisten oder beim Versuch von Gerümpel begraben zu werden. Da ich derzeit diese Zeilen verfassen kann, ist es noch mal glimpflich verlaufen.

Allerdings sind wir auch noch nicht fertig. Es erstaunt mich immer wieder, wie man durch Umpacken von A nach B, also von einem Karton in einen blauen Sack, aus einem einstmals geliebten Gegenstand Müll machen kann. Richtig weh tut es, wenn es sich dabei um einen Gegenstand handelt, an dem man immer noch hängt und man sich nicht erklären kann, warum er im Keller gelandet ist.

Der Mensch im allgemeinen tut sich schwer mit der Trennung, besonders mit der Trennung von Eigentum. Wir hängen an den Gegenständen, die wir erworben haben, wissen oft noch, wann und zu welchem Preis das war. Sobald wir etwas nach längerer Zeit wieder hervorkramen, können wir uns nicht überwinden, es wegzuwerfen. Selbst dann nicht, wenn das weitere Aufheben völlig irrational ist – hier geht es um Gefühle und Erinnerungen.

In solchen Fällen könnte man einem feuchten Keller fast dankbar sein, denn er nimmt einem die Entscheidung aus der Hand. Was nass und vermodert ist, hebt man definitiv nicht mehr auf – merkwürdige Neigungen führen hier in Einzelfällen zu Ausnahmen.

Nadine und ich waren über die Einweghandschuhe froh. Aufgeweichte Pappe, die mit Schimmel überzogen ist, möchte ich wirklich nicht mit blossen Händen anfassen. Leider erwischt hat die Feuchtigkeit und der Wasserschaden Ende letzten Jahres auch den ersten eigenen CD-Player von mir. Eigentlich will ich ihn nicht wegwerfen, er weckt viele Erinnerungen. Dazu gebe ich mich noch der Illusion hin, ihn irgendwann wieder zu verwenden, um die CD`s, die sich weiterhin in meinem Besitz befinden, abzuspielen.

Im Zeitalter von Streaming Musik und MP3 eine Art stille Reservere für Notfälle. Ob das Gerät dann noch funktionieren würde, sei dahin gestellt. Die Entscheidung ist mir jetzt abgenommen worden. Sollte man an dieser Stelle künftig nichts mehr von mir lesen, habe ich wider besseren Wissen den CD-Player an eine Steckdose angeschlossen und einen …

10 Replies to “Expedition Keller”

  1. „Dazu gebe ich mich noch der Illusion hin, ihn irgendwann wieder zu verwenden, um die CD`s, die sich weiterhin in meinem Besitz befinden, abzuspielen.“ – d.h., dass Du keine CDs mehr abspielst? Erstaunlich, trotz streaming greife ich doch immer wieder auf CDs zurück.

    1. Das Abspielen scheitert zunehmend an der Verfügbarkeit von CD-Laufwerken. Mein Desktop-Rechner hat zum Beispiel keines.

    1. Die gibt es tatsächlich nicht – wobei mich das auch immer wieder selber erstaunt, da ich im Prinzip der Typ für öffentlich-rechtliches Radio bin.

    2. Btw.: Tipps für eine gute und günstige Radio-Anlage nehme ich gerne entgegen – sie sollte aber auch CD`s abspielen.

  2. Da gibt es reichlich – ich nutze noch immer die gute alte HiFi-Anlage, habe mich um die neuesten Entwicklungen nicht mehr gekümmert.
    Wenn es um eine gelegentliche Nutzung geht, wäre
    so etwas eine gute Lösung. Würde ich mir heute holen, falls ich was neues bräuchte.

    1. Schon gefunden :-) Dein Vorschlag hat mich zum richtigen Stichwort geführt: Kompaktanlage. Es gibt da eine sehr schöne von Teufel :-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren