Vom Sie zum du

Vom Sie zum du

Die vollständige Überschrift müsste eigentlich lauten „Vom Sie zum du und wieder zurück“, in Anlehnung an das Buch eines bekannten Hobbits.

Vor Web 2.0 und dem ganzen Social Media-Gedöns war es üblich, Menschen, die man nicht weiter kannte, mit „Sie“ anzureden – ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit und nicht etwa, weil es diese Form der anrede in Deutschland halt gibt. Das „Du“ war Menschen vorbehalten, die man gut genug kannte. Einem Anderen das „Du“ anzubieten, war fast schon ein Ritual für sich.

Mittlerweile duzen sich nicht nur im Web Menschen, die sich kaum oder gar nicht kennen. Soweit, so gut. Merkwürdig wir es, wenn man von web-affinen Menschen plötzlich mit „Sie“ angesprochen wird. Während das „Du“ früher dazu diente, um Nähe zu signalisieren, dient dann das „Sie“ heute offensichtlich dazu, bewusst Distanz zu schaffen.

2 Replies to “Vom Sie zum du”

  1. Als Kind des Potts bin ich ja selber kein Kind von Traurigkeit, was das Duzen angeht.
    Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich in den Kölnern meinen Meister gefunden habe. Hier werde ich sogar von meiner neuen Hausärztin konsequent geduzt, von den Sprechstundenhilfen eh. Es ist besonders lustig, wenn sie hin und wieder versuchen, mich zu siezen, aber noch im selben Satz wieder beim Du landen.
    Ich finde den Wohlfühlfaktor hier schon ziemlich hoch.
    :)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren