Tödliche Weihnachten (6)

Knutsen froh noch immer. Die Heizung hatte schon seit ein paar Tagen Schluckauf gehabt. Seine Freundin war dem Ruf eines anderen Mannes vor Monaten gefolgt. auch wenn ihm das Ankuscheln fehlte, so war Knutsen doch froh, nicht im Kreis potentieller Schwiegereltern und unmöglichen Geschwistern verbringen zu müssen.

Mit der rechten Hand holte er sich ein Bier aus dem Kühlschrank, dass noch etwas kälter als die Wohnung war. Mit der linken drehte er den Ofen auf die maximale Stufe mit Umluft. Noch bevor er die Flasche mit dem am Kühlschrank hängenden Öffner trinkfertig machte, zog er die Ofentür auf. Auf diese Weise würde zumindest die Küche etwas warm werden. Schneller als gedacht neigte sich der Inhalt der ersten Flasche dem Ende. Gegessen hatte Knutsen noch nichts. Wo der Ofen schon mal an war, konnte er sich genauso eine Pizza reinschieben. Aus dem Wohnzimmer schleppte der den Fernseher in die Küche und stellte ihn so, dass er seine Füße an der Ofentür wärmen und gleichzeitig dem Treiben auf dem Bildschirm folgen konnte. Die Wiederholung vom „Kleinen Lord“ musste er sich nicht antun. Dafür aß er einfach zu gerne Pizza. „Stirb langsam“ war schon eher nach seinem Geschmack, auch wenn er dabei unweigerlich an den Toten im Wald denken musste. Wie lange es wohl dauerte, bis man durch die Abgase sein Bewusstsein verlor? Ob das schmerzhaft war? Das gehört zu den Dingen, bei denen auch ein Polizist auf Primärerfahrungen verzichten konnte.

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